Blutgerinnungsstörungen: Welche Ursachen liegen zugrunde?

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Bei Blutgerinnungsstörungen unterscheiden sich die Ursachen je nach Erkrankungstyp. Eine Blutgerinnungsstörung, die die Blutgerinnung einschränkt, geht häufig auf Fehler im Erbgut (genetische Mutationen) zurück. Sie führen dazu, dass bestimmte Gerinnungsfaktoren nicht in ausreichendem Maße oder in nicht funktionsfähigem Zustand produziert werden.

 

Vitamin-K Mangel führt zu Störungen des Immunsystems

Zu den bekanntesten Ursachen zählen der Mangel an Faktor VIII, Faktor IX und Von-Willebrand-Faktor. Während ein Mangel an Faktor VIII und IX die beiden Formen der Bluterkrankheit auslöst (Hämophilie A und B), verursacht der Mangel oder Defekt des Von-Willebrand-Faktors das Von-Willebrand-Jürgens-Syndrom. In Summe machen diese Erkrankungen mehr als 95 Prozent der Blutgerinnungsstörungen aus, bei denen die Blutgerinnung verringert ist.

Die verbleibenden fünf Prozent verteilen sich auf weitere, sehr seltene Erkrankungen wie beispielsweise die Hypothrombinämie, das Melkersson-Rosenthal-Syndrom oder das Hagemann-Syndrom. Des Weiteren können auch erworbene Faktoren bei Blutgerinnungsstörungen zu den Ursachen zählen. Zu den häufigsten Auslösern gehört ein Vitamin-K-abhängiger Mangel an Gerinnungsfaktoren sowie Störungen des Immunsystems. Ein Vitamin-K-Mangel kann durch die Einnahme von bestimmten Medikamenten (Vitamin-K-Antagonisten), Leberfunktionsstörungen sowie durch bestimmte Darmerkrankungen ausgelöst werden.

 

Bei Immunkoagulopathien bildet das Immunsystem fälschlicherweise Antikörper

Bei einer bestimmten Form von Blutgerinnungsstörungen, den sogenannten Immunkoagulopathien, bildet das Immunsystem fälschlicherweise Antikörper, die sich gegen die körpereigenen Gerinnungsfaktoren richten und diese zerstören. Zu den weiteren, möglichen Ursachen gehören chirurgische Eingriffe an bestimmten Organen (zum Beispiel Lunge, Prostata), Geburtskomplikationen sowie bestimmte Giftstoffe (Endotoxine), die Bakterien im Rahmen einer Infektion freisetzen. Die genannten Faktoren lösen einen gesteigerten Verbrauch der an der Blutgerinnung beteiligten Gerinnungsfaktoren sowie der Blutplättchen (Thrombozyten) aus. Die Folge ist ein Mangel der Komponenten an anderer Stelle.

Bewirken die Blutgerinnungsstörungen eine verstärkte Blutgerinnung, so können auch hier genetische Ursachen infrage kommen. So ist bei der sogenannten APC-Resistenz (Faktor-V-Leiden-Mutation) die Antwort auf das aktivierte Protein C (APC) durch eine Mutation deutlich abgeschwächt. APC ist normalerweise dafür verantwortlich, die Blutgerinnung zu hemmen, indem es den Faktor V bremst, der die Blutgerinnung in Gang hält. Fällt diese „Bremse“ weg, so bleibt die Blutgerinnung weiterhin aktiv und wird nicht gestoppt. Grundsätzlich gibt es drei Mechanismen, die die Blutgerinnung verstärken und damit das Risiko eines Blutgerinnsels erhöhen. Hierbei handelt es sich um Schäden an den Gefäßwänden, einen verlangsamten Blutfluss sowie eine veränderte Blutzusammensetzung, die die Gerinnungsneigung erhöhen. Verschiedene Risikofaktoren unterstützen diese Mechanismen.

 

Bei Blutgerinnungsstörungen kommen neben den Ursachen verschiedene Risikofaktoren infrage, die die Blutgerinnung auf den unterschiedlichsten Wegen verstärken

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