Blutfettwerte: So senken Sie Ihr Herzinfarktrisiko

Blutfettwerte durch gesunde Ernährung senken
Sie können Ihre Blutfettwerte durch gesunde Ernährung, z. B. mit viel Gemüse, um bis zu 15 Prozent senken © Fotolia

Auch scheinbar gesunde Menschen können von erhöhten Blutfetten betroffen sein. Wer darüber Bescheid weiß, kann seine Ernährung umstellen und so seine Gesundheit schützen.

Profisportler sind kerngesund – sollte man denken. Doch die Wahrheit sieht ganz anders aus. Selbst Fußball-Weltmeister können einen erhöhten Cholesterinspiegel haben. So wie Paul Breitner, der im WM-Finale 1974 eines der beiden deutschen Tore schoss. Schon in seiner Zeit als aktiver Sportler waren seine Blutfettwerte zu hoch. Doch erst jetzt gelang es ihm, seinen Cholesterinwert nachhaltig zu senken. Regelmäßiges Essen und sogenannte Pflanzensterine halfen ihm dabei.

 

Erhöhte Blutfettwerte und Arteriosklerose

Erhöhte Blutfettwerte erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sind zu viele schädliche Fettverbindungen im Blut, lagern sie sich an den Wänden der Arterien ab. Die Gefäße werden so immer enger. Außerdem werden sie immer steifer (Arterienverkalkung). Davon sind vor allem die Herzkranzgefäße betroffen – das Herz bekommt zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe. Außerdem kann es zu einem vollständigen Verschluss von Arterien kommen, dann drohen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Neben dem „schlechten" LDL-Cholesterin gibt es aber auch das „gute" HDL-Cholesterin, das dem beschriebenen Prozess entgegenwirkt. Sein Wert sollte dauerhaft über 45 Milligramm je Deziliter liegen

Für einen immer noch sportlich aktiven Menschen wie den ehemaligen Fußballprofi ist ein Cholesterinwert von 216 Milligramm je Deziliter gut. Früher lag Breitners Wert über 250. „Das Gesamtcholesterin sollte dauerhaft unter 200 liegen, für das LDL-Cholesterin wäre ein Wert unter 160 wünschenswert", rät Dr. Monika Endermann. Die Oecotrophologin hilft ihren Patienten dabei, mit detaillierten Ernährungsplänen ihre Blutfettwerte zu senken. Denn bleiben die Werte dauerhaft hoch, drohen Arterienverkalkung und damit Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Zu viel Cholesterin macht die Gefäße enger. Das Blut kann nicht mehr richtig fließen.

 

Nur ein Drittel Fett

Feldsalat beugt Darmkrebs vor
Salat ist gut für die Blutfettwerte und lecker© Fotolia

„Um bis zu 15 Prozent kann man seinen Cholesterinwert über das Essen reduzieren", sagt die Expertin. Dabei komme es vor allem auf die Gesamtfettzufuhr pro Tag an. Nur 30 bis 40 Prozent der Energie sollten als Fett aufgenommen werden. Bei 2 000 Kalorien entspricht das etwa 80 Gramm pro Tag. Das Problem ist, dass es viele versteckte Fette gibt, zum Beispiel in Wurst. „Womit man gar nichts falsch machen kann, sind Salat und Gemüse", sagt Dr. Endermann.

 

Man muss nicht mager sein

Ihren übergewichtigen Patienten rät Dr. Endermann zudem, abzunehmen. So streng wie einst wird das von den Experten heute aber nicht mehr gehalten. Ein Körpermasse-Index (Gewicht in kg durch Größe in Metern zum Quadrat) von unter 25 gilt bei über 60-Jährigen nicht mehr als erstrebenswert. „Gewichtsschwankungen sind schädlicher, als ein etwas erhöhtes Gewicht zu halten."

 

Auch mal was gönnen

Monika Endermann ist es wichtig, dass sich die Patienten trotz Umstellung auf mehr Gemüse und gesündere Fette satt und zufrieden fühlen. „Es muss schmecken." Deshalb dürfe man sich auch mal ein Stück Kuchen gönnen. Wichtiger sei, dass der Lebensstil langfristig umgestellt werde. Dazu gehört auch regelmäßige Bewegung. „Sport verbraucht Energie, also auch Fett aus dem Blut. Und Bewegung hat einen positiven Einfluss auf das gute Cholesterin."

 

Sterine gegen erhöhte Blutfettwerte

Regelmäßig joggen geht auch Paul Breitner. Außerdem achtet er bei seiner Ernährung auf sogenannte Pflanzensterine. Die können zum Beispiel Margarine zugesetzt sein. „Diese Phytosterine kommen ganz normal in unserer Nahrung vor und sie binden Cholesterin", so Dr. Endermann. Ein Abbau von zehn Prozent ist so drin. Allerdings sind die Sterine kein Ersatz für andere Maßnahmen.

 

Diese Lebensmittel helfen Ihnen, Ihre Blutfettwerte zu senken

  • Grapefruit: Der bittere Geschmack der Grapefruit stammt von der Substanz Naringin, sie senkt die Blutfettwerte, indem sie den Fettabbau in der Leber anregt. Grapefruits können allerdings auch die Nebenwirkungen von Medikamenten verstärken. Fragen Sie deshalb am besten Ihren Arzt.
  • Pflanzenöle: Gesättigte Fette wie in Butter und Sahne führen zu einem erhöhten Cholesterinspiegel. Steigen Sie um auf mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die zum Beispiel in Fisch, Nüssen und Pflanzenölen stecken. Ölsaaten wie Leinsamen senken sogar das Cholesterin.
  • Sojabohnen: Auch spezielle in Soja, Haferflocken und Nüssen enthaltene Stoffe binden Cholesterin. Sie nehmen das Fett im Verdauungstrakt auf und verhindern so, dass es ins Blut gelangt.
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