Bluterguss – Alarmsignal oder nur ein harmloser blauer Fleck?

Redaktion PraxisVITA
Lassen Sie große blaue Flecken generell von einem Arzt untersuchen
Lassen Sie einen großen Bluterguss von einem Arzt untersuchen, auch wenn keine Gerinnungsstörung vorliegt © Fotolia

Wer kennt es nicht: Kaum hat man sich leicht gestoßen, schon zeigt sich ein großer tiefblauer Fleck. Meistens ist ein Bluterguss harmlos. Er kann aber auch auf eine ernsthafte Erkrankung hindeuten.

Box-Weltmeister Arthur Abraham schwört auf Zahnpasta. Sein Kollege Vitali Klitschko wickelte sich einst uringetränkte Windeln seines Sohnes um die geschundenen Fäuste – ein altes, ukrainisches Hausmittel. Beim Sport sind blaue Flecken oder ein Bluterguss keine Seltenheit.

 

Was bei einem Bluterguss hilft

Besonders Frauen bekommen schnell einen Bluterguss, ein sogenanntes Hämatom, selbst wenn sie sich nur leicht stoßen. Denn bei Frauen ist das Bindegewebe unter der Haut etwas lockerer als bei Männern. Plötzlicher Druck kann eher bis zu den feinen Äderchen durchdringen. Die Folge: Sie platzen, Blut sickert in das Unterhautgewebe – ein Bluterguss entsteht. War der Druck stark genug, sind gleichzeitig auch Schmerznerven gereizt. Dann hilft ein kalter Waschlappen oder ein Kühl-Pad. Durch die Kälte ziehen sich die Gefäße zusammen, die Blutung ins Gewebe wird gestoppt. Gleichzeitig betäubt Kälte die Schmerznerven. Aber: Experten raten, maximal fünf Minuten zu kühlen, sonst hemmen wir die körpereigenen Reparaturfunktionen.

Bluterguss
Oft heilt ein Bluterguss von allein ab Wenn nach mehreren Tagen keinerlei Besserung eintritt, sollte aber vorsichtshalber ein Arzt aufgesucht werden© iStock

Ein Trick aus der Naturmedizin: Tragen Sie anschließend Arnika-Salbe auf. Oder Sie nehmen dreimal täglich fünf homöopathische Kügelchen Arnika D12 ein. Häufig bildet sich dann nur ein schwacher Bluterguss. Sobald die Beschwerden abklingen, setzen Sie das Mittel wieder ab. Auch Sportgels und Salben mit dem Wirkstoff Heparin lassen einen Bluterguss schneller abheilen. Wichtig: Wer einen Bluterguss hat, sollte keine Schmerztabletten mit Acetylsalicylsäure (ASS) einnehmen. Der Wirkstoff verdünnt das Blut und verstärkt den Fleck.

 

Bluterguss: Welche Krankheiten dahinter stecken

Manchmal kann ein Bluterguss auch ein Alarmzeichen für ein ernsthaftes Leiden sein. Beispiel Willebrand-Jürgens-Syndrom: Bei dieser angeborenen Krankheit ist die Blutgerinnung gestört, es bilden sich schneller blaue Flecken, die Patienten bluten länger nach einer Verletzung. Seltener treten erworbene Gerinnungsstörungen auf. Sie können während einer Autoimmun- oder Krebserkrankung oder in der Schwangerschaft entstehen. Dabei bildet der Organismus Anti-Körper, welche die Blutgerinnung hemmen. Hinweise sind Blutergüsse, die sich schnell ausbreiten.

Bluterguss
Ein Bluterguss kann mit natürlichen Salben behandelt werden© iStock
 

Wann wir mit einem Bluterguss zum Arzt gehen sollten

Große blaue Flecken sollten Sie generell von einem Arzt untersuchen lassen. Selbst wenn keine Gerinnungsstörung vorliegt, kann ein Bluterguss unbehandelt zu lebensbedrohlichen Schockzuständen durch hohen Blutverlust führen.

 

Warum wechselt ein Bluterguss seine Farbe?

  • Nach einigen Minuten: das ausgetretene Blut gerinnt, ein rötlicher Fleck entsteht.
  • Nach 3 Stunden: Der Bluterguss "wandert" Richtung äußere Haut und wird fester.
  • Nach 7 Tagen: Ein Enyzm hat den Blutfarbstoff zu grünlichem Biliverdin umgewandelt.
  • Nach 14 Tagen: Ein weiteres Enzym baut das Biliverdin zu gelbem Bilirubin um.
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