Blinde Schwangere „sieht“ ungeborenes Baby

Tatiana aus Brasilien ertastet das Bild ihres Babys
Tatiana ist überglücklich, als ihr Arzt ihr ein per 3D-Drucker angefertigtes Ultraschall-Bild ihres Sohnes Murilo überreicht © youtube.com/huggiesbrasil

Tatiana ist schwanger und freut sich schon riesig auf ihr Baby. Doch anders als andere werdende Mütter kann sie es nicht auf Ultraschallbildern sehen – denn sie ist blind. Um ihr eine Freude zu machen, haben ihre Ärzte sich etwas einfallen lassen: Im Video sehen Sie, wie Tatiana ihren Sohn zum ersten Mal bestaunt.

„Wenn ich meine Hand auf meinen Bauch lege und seinen kleinen Kopf auf der anderen Seite spüre und wie seine kleinen Hände sich bewegen, ist es, als hätten wir Superkräfte und nichts könnte uns etwas anhaben“, erzählt Tatiana (30) aus Brasilien. Mit 17 hat sie ihr Augenlicht verloren. Seitdem ist sie es gewohnt, die Dinge mit ihren Händen zu betrachten. Jetzt, in der Schwangerschaft, macht dieser Umstand das Warten auf die Geburt noch schwerer – denn sie kann die Ultraschallbilder, die ihre Ärzte anfertigen, nicht sehen. Darum zählt sie die Tage, bis sie den kleinen Murilo zum ersten Mal in den Armen halten kann.

 

Tatiana sieht Murilo zum ersten Mal

 

Ultraschallbild aus dem 3D-Drucker

Doch bei einer Ultraschall-Untersuchung hat ihr Arzt eine Überraschung für die werdende Mutter: Er überreicht ihr ein Modell des Gesichtes ihres Babys, das auf Grundlage eines Ultraschallbildes mit einem 3D-Drucker angefertigt wurde.

So ein Modell ist täuschend echt: Das 3D-Bild wird zunächst am Computer erstellt und dann schichtweise ausgedruckt – die einzelnen Schichten sind dabei so hauchdünn, dass kleinste Details originalgetreu nachempfunden werden können.

Für Tatiana bedeutet das: Endlich kann sie sich ein Bild von ihrem ungeborenen Sohn machen, seine Gesichtszüge ertasten. Überwältigt bedankt sie sich bei ihrem Arzt und sagt: „Ich bin sehr glücklich, Murilo kennenzulernen – bevor er geboren ist.“

Hamburg, 8. Mai 2015

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