Blasenentzündung nach Sex: Ursachen und Tipps

Redaktion PraxisVITA

Nach dem Vergnügen kommt der Schmerz: Eine Blasenentzündung nach dem Sex ist weit verbreitet. Viele Frauen haben immer wieder damit zu kämpfen. Aber warum ist das so? Wie lässt sich der Zusammenhang zwischen einer Blasenentzündung und Sex erklären und was lässt sich dagegen tun? 

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Inhalt
  1. Blasenentzündung nach Sex: Was sind die Ursachen?
  2. Blasenentzündung durch Sex verhindern: Diese 7 Tipps helfen
  3. Wie werde ich eine Blasenentzündung schnell wieder los?
  4. Wann muss ich damit zum Arzt?
 

Blasenentzündung nach Sex: Was sind die Ursachen?

Eine Blasenentzündung nach dem Sex tritt so häufig auf, dass man diesem Phänomen prägnante Namen gegeben hat: die „Flitterwochenkrankheit“ und die „Honeymoon-Zystitis“ bezeichnen eine Entzündung der Harnwege. 70 bis 80 Prozent der Blasenentzündungen werden durch Darmbakterien ausgelöst, die durch die Harnröhre in die Blase gelangen. Beim Geschlechtsverkehr kann das leicht passieren. 

Meist sind Frauen von Blasenentzündungen betroffen, bei Männern ist sie eine Seltenheit. Das liegt an einer anatomischen Besonderheit: Die Harnröhre von Frauen liegt viel näher am Darmausgang, noch dazu ist sie kürzer als die männliche. Sie misst nur etwa vier Zentimeter. Darmbakterien können also schneller und leichter in die weibliche Blase aufsteigen.

Das Risiko für eine Blasenentzündung nach dem Sex wird zusätzlich durch folgende Faktoren erhöht:

  • Häufiger Geschlechtsverkehr
  • der Wechsel zwischen Vaginal- und Analverkehr 
  • ein neuer Sexualpartner, durch den der Organismus der Frau mit neuen Bakterien in Berührung kommt
  • Schwangerschaft
  • ein geschwächtes Immunsystem 
  • bereits bestehende Scheiden- oder Harnweginfektionen 

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Blasenentzündung durch Sex verhindern: Diese 7 Tipps helfen

Frauen können einige Maßnahmen ergreifen, um einer Blasenentzündung durch den Sexualverkehr vorzubeugen. Aber auch der Partner kann zur Prävention beitragen:

  1. Übertragung von Darmbakterien in die Harnröhre verhindern: Hände, Sexspielzeug, Mund und Penis dürfen nach Kontakt mit der Analregion nicht mehr in die Nähe der Harnröhrenöffnung, ansonsten ist eine Blasenentzündung nach dem Geschlechtsverkehr garantiert.
  2. Gleitgel benutzen: Scheidentrockenheit erhöht ebenfalls das Risiko einer Blasenentzündung durch Sex. Denn durch die Reibung strapaziertes, überreiztes Gewebe ist anfälliger für Bakterien – mit wasserbasiertem Gleitmittel können Sie vorbeugen und die Harnröhrenöffnung mit einem Schutzfilm „versiegeln“.
  3. Immunsystem stärken: Indem Sie sich gesund ernähren, regelmäßig bewegen sowie ausreichend trinken und schlafen, stärken Sie Ihr Immunsystem und machen es so den Erregern schwerer, sich in der Blase zu vermehren. 
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  4. Nach dem Sex auf Toilette gehen: Wer nach dem Sex die Blase vollständig entleert, kann verhindern, eine Blasenentzündung vom Sex zu bekommen. Falls doch Bakterien in die Harnröhre gelangt sind, senken Sie so das Risiko, dass sie sich in der Blase festsetzen können.
  5. Viel Wasser trinken: Wird die Blase richtig durchgespült, werden Bakterien ausgeschwemmt, noch bevor sie sich vermehren können. So kann sich die aufkeimende Entzündung gar nicht erst manifestieren – eine Blasenentzündung nach dem Sex kann so nur schwer entstehen.
  6. Kondome benutzen: Durch die Verwendung von Kondomen wird das Risiko einer Blasenentzündung durch Sex erheblich reduziert. Sprechen Sie das Thema Hygiene bei Ihrem Partner offen an und sensibilisieren Sie ihn für das Thema Bakterienübertragung durch Hände und Penis. Sie können Reinigungsrituale auch ins Liebesspiel einbauen und z.B. das Vorspiel unter die Dusche verlegen.
  7. Die richtige Hygiene: Bei der Toilettenhygiene darauf achten, dass Sie mit dem Toilettenpapier immer von vorne nach hinten wischen – nie umgekehrt, damit keine Darmbakterien in die Scheide gelangen. Bei der Intimhygiene sollten Sie auf klares Wasser setzen und auf aggressive Duschgele etc. verzichten, da sie die natürliche, die Scheidenflora angreifen..
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Wie werde ich eine Blasenentzündung schnell wieder los?

Sollte es Sie doch erwischt haben, ist es wichtig, dem Körper viel Wärme zuzuführen, zum Beispiel durch eine Wärmflasche sowie Voll- oder Sitzbäder mit Kamille. Das hilft dabei, Unterleibsschmerzen und Krämpfe zu lindern. Um Schmerzen zu vermeiden, machen viele Frauen einen Fehler: den Harndrang zu unterdrücken oder zurückzuhalten. Das sollten Sie jedoch nie tun, da die Bakterien aus dem Körper gespült werden müssen. Möchten Sie die Blasenentzündung schnell loswerden, sollten Sie mindestens drei Liter Wasser trinken.

Unterstützen Sie die Selbstheilungskräfte Ihres Körpers zudem durch viel Schlaf und Verzicht auf Alkohol, Nikotin und Koffein. Naturheilmittel und Hausmittel mit harntreibender und antibakterieller Wirkung fördern den Heilungsprozess zusätzlich. Dazu zählen Cranberry-Saft, Zwiebelsaft und Ingwer. 

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Wann muss ich damit zum Arzt?

Wenn Sie Spuren von Blut im Urin finden oder wenn die Beschwerden nach drei Tagen Selbst-Behandlung nicht deutlich zurückgehen, sollten Sie einen Frauenarzt oder Urologen aufsuchen. Wenn andere Symptome zum Brennen beim Wasserlassen und dem Ziehen im vorderen Unterleib hinzukommen – etwa Fieber, Ausfluss, Schmerzen, die bis in den Rücken ausstrahlen – kann es sich um eine Nierenbeckenentzündung handeln. Wenn Sie öfter an einer Blasenentzündung nach dem Sex leiden, sollten Sie mit einem Arzt besprechen, ob bei Ihnen eine chronische Blasenentzündung (Zystitis) vorliegt.

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Quelle:

Was ist eine Blasenentzündung?, in: Frauenärzte im Netz

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