Blasenentzündung-Hausmittel – diese helfen am besten

Mona Trautmann

Was hilft bei einer Blasenentzündung? Neben Medikamenten sind auch bei einer Blasenentzündung Hausmittel zur Linderung der Beschwerden geeignet. Sie helfen nicht nur gegen die Symptome einer akuten Infektion, sondern wirken auch vorbeugend.

 

Die besten Hausmittel gegen Blasenentzündung

Verstärkter Harndrang sowie Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen sind die typischen Symptome einer Blasenentzündung (Zystitis).
Diese Blasenentzündungs-Hausmittel und Tipps beseitigen die Beschwerden schnell und zuverlässig:

•    Apfelessig
•    Backpulver
•    Cranberrysaft
•    Scharfe Lebensmittel essen
•    Tee trinken
•    Wärme
•    Viel Trinken und häufig Urinieren
•    Viel Schlafen

 

Apfelessig gegen Blasenentzündung

Apfelessig wirkt wie ein natürliches Antibiotikum. Die Säure des Essigs kann schädliche Keime schnell bekämpfen. So funktioniert die Apfelessig-Kur:

1. Geben Sie einen Esslöffel Apfelessig in ein Glas Wasser.
2. Verrühren Sie beide Flüssigkeiten miteinander.
3. Trinken Sie dreimal täglich ein Glas des Apfelessig-Gemischs bei akuten Beschwerden.

Die Apfelessig-Kur tötet Bakterien, lindert die Beschwerden und beugt erneuten Blasenentzündungen vor.

 

Backpulver als Mittel gegen Blasenentzündungen

Das im Backpulver enthaltene Natron macht den Urin basisch. Das schadet den säureliebenden Bakterien, die für die Blasenentzündung verantwortlich sind. Positiver Zusatzeffekt: Das Brennen in der Harnröhre beim Wasserlassen wird gelindert, da der Urin weniger sauer ist.

Anwendung:
1. Eine Messerspitze Backpulver in ein Glas Wasser geben.
2. Zweimal täglich ein großes Glas des Backpulver-Wasser-Gemischs trinken (maximal drei Tage lang).

 

Cranberrysaft als Mittel gegen Blasenentzündung

Cranberries sind reich an Vitamin C und Eisen und enthalten außerdem einen Stoff (Proanthocyanidin), der die Anhaftung der krankmachenden Bakterien an der Blasenwand verhindert.

Schon zwei Gläser Cranberrysaft am Tag unterstützen die Blasengesundheit. Aber Achtung: Es hilft nur der Muttersaft der Frucht, in dem noch alle Trüb-und Inhaltsstoffe enthalten sind. Erhältlich ist Cranberry-Muttersaft im Reformhaus und in der Drogerie.

Noch wirkungsvoller bei Blasenentzündung als der reine Saft ist der Beerenwirkstoff in hochkonzentrierter Form aus der Apotheke. Dank der keimtötenden Wirkung von Cranberry, kann häufig auf ein Antibiotikum verzichtet werden. Lassen Sie dies im Zweifelsfall den Arzt entscheiden, denn aus eine unbehandelte Blasenentzündung kann zum Beispiel eine Nierenbeckenentzündung werden.

Tipp: Auch Heidelbeeren und Preiselbeeren enthalten Proanthocyanidin.

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Die besten Tees gegen Blasenentzündung – diese Wirkstoffe helfen

Hilfe bei Blasenentzündung: Bärentraubenblätter 

Getrocknete Bärentraubenblätter lindern die Beschwerden bei Blasenentzündung. Die Blätter der Bärentraube enthalten Substanzen, die antibakteriell und antientzündlich wirken. Sie fördern die Heilung der entzündeten Schleimhäute der ableitenden Harnwege. 

Bärentraubenblätter-Tee zubereiten:
1. Geben Sie eine 2,5 Gramm getrocknete Bärentraubenblätter (Apotheke) in einen kleinen Topf.
2. Gießen Sie etwa 200 Milliliter kochendes Wasser hinzu.
3. Zehn Minuten köcheln lassen.
4. Täglich zwei bis drei Tassen trinken.

Birkenblättertee als Blasenentzündungs-Hausmittel

Birkenblätter enthalten bestimmte Pflanzenstoffe (Saponine), die harntreibend wirken. Das macht Birkenblättertee zu einem wirksamen Hausmittel gegen Blasenentzündungen – durch vermehrtes Wasserlassen (bis zu 15 Prozent mehr Flüssigkeit) werden Bakterien herausgespült.

Besonders wirksam ist die Kombination von Birkenblättern mit Goldrutenkraut – sie kommt in vielen Blasen- und Nierentees vor. 

Birkenblättertee zubereiten: Gießen Sie einen Esslöffel Birkenblätter (Apotheke und Reformhaus) mit 150 ml siedendem Wasser auf und lassen den Tee 15 Minuten ziehen. Trinken Sie bei akuten Beschwerden bis zu drei Tassen des Tees täglich. 

Goldrute – wirksames Mittel gegen Blasenentzündung

Goldrute wirkt zugleich stark harntreibend und entzündungshemmend – eine ideale Kombination zur Behandlung einer Blasenentzündung. Ein weiterer Pluspunkt: Im Gegensatz zu anderen Entwässerungsmitteln fördern die Wirkstoffe der Goldrute nicht die verstärkte Ausscheidung von Natrium-, Kalzium und Kalumione über die Niere – das Gleichgewicht der Mineralstoffe wird nicht beeinflusst.

Goldrutentee zubereiten: 
1.    Übergießen Sie ein bis zwei Esslöffel Goldrutenkraut (Apotheke oder Reformhaus) mit 200 Milliliter kochendem Wasser. 
2.    Sieben Sie das Kraut nach zehn Minuten Ziehzeit ab. 
3.    Sie sollten den Tee immer frisch zubereitet trinken (mindestens fünf Tassen am Tag).

 

Was tun bei Blasenentzündung? Scharfe Lebensmittel helfen

Radieschen, Meerrettich, Kresse – sie alle enthalten Senföle, die ihnen Schärfe verleihen. Diese Senfölglykoside haben antibakterielle Eigenschaften. Studien belegen außerdem, dass Pilze und Bakterien in den Harnwegen bekämpfen. Ein weiterer Vorteil ist die harntreibende Wirkung des Senföls – die Keime werden aus der Blase gespült. 

 

Wärme gegen Blasenentzündung

Wärme entspannt und hilft bei krampfartigen Schmerzen im Blasenbereich. Besonders geeignet sind Sitzbäder, Wärmflaschen oder feuchtwarme Umschläge.

Anwendung: Sitz- oder Vollbad mit Kamille:

1.    50 Gramm getrockneten Kamillenblüten (Apotheke) mit einem Liter kochendem Wasser aufgießen.
2.    Zehn Minuten ziehen lassen.
3.    Durch ein Sieb ins Badewasser gießen.
4.    Baden Sie etwa 15 Minuten bei etwa 35 Grad Wassertemperatur.
5.    Anschließend den Unterleib trocken und warm halten.

Alternativ: Geben Sie fünf bis zehn Tropfen Kamillen-Tinktur (Apotheke) direkt ins Badewasser oder stellen Sie den Sud aus ca. 20-25 Beuteln Kamillentee her. 

Tipp: Ein Kamillenbad lindert übrigens auch Beschwerden bei Hämorrhoiden oder die Symptome von Scheidenpilz.

Fußbäder gegen Blasenentzündungen sind ebenso wirksam wie ein Sitzbad. Bei der Behandlung einer Blasenentzündung gilt schließlich: Halten Sie die Füße warm. Durch kalte Füße verschlechtert sich die Durchblutung der Blasenschleimhaut und Entzündungskeime können sich leichter festsetzen.

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Was hilft bei Blasenentzündung? So verhalten Sie sich richtig

Häufiges Wasserlassen hilft bei Blasenentzündungen

Prinzipiell gilt: Unterdrücken Sie den Harndrang nicht, denn die Blase sollte immer gut durchgespült werden. Gehen Sie aber auch nicht „vorbeugend“ auf die Toilette. Das reizt die Blase. Tipp: Am besten sitzen Sie beim Wasserlassen aufrecht, so kann die Blase vollständig entleert werden. Bakterien haben dann keine Chance, sich in der Blase festzusetzen. Vermeiden Sie bei der Intimhygiene Seifen, lauwarmes Wasser reicht vollkommen aus. Spezielle sanfte Reinigungslotionen gibt es in der Apotheke oder der Drogerie.

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Schlaf lindert die Symptome

Mediziner empfehlen bei einer Blasenentzündung zwei bis drei Tage Bettruhe – schlafen Sie möglichst viel und packen Sie sich dabei warm ein. Die Blase spricht besonders gut auf diese Wärme an. Außerdem ein Muss: warme Socken! Diese Maßnahmen begünstigen eine baldige Verbesserung der Symptome bei einer Blasenentzündung.

Viel trinken gegen Blasenentzündung

Wenn Sie schon erste Anzeichen eines Harnwegsinfekts wie Brennen oder häufigen Harndrang verspüren, trinken Sie am besten alle 20 Minuten ein großes Glas Wasser (etwa 250 ml). So werden möglichst viele Bakterien schnell herausgespült und eine Blasenentzündung im besten Falle verhindert. Gut geeignet sind dafür auch die sogenannten Blasen-und Nierentees, die die Harnproduktion antreiben. Auf Alkohol sollten sich stattdessen während einer Blasenentzündung verzichten, da er die Abwehrkräfte schwächt.

Hinweis: Klingen die Symptome der Blasenentzündung innerhalb von drei Tagen nicht ab oder/und bessern sich nicht, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Nur er kann beurteilen, ob eine Behandlung mit Antibiotika notwendig ist, um eine Ausbreitung der Entzündung auf die Nieren zu verhindern. 
 

Quellen:

Ehmer, Ines (2015): Blasenentzündungen, Blasenschmerzen:... damit müssen Sie nicht leben, München, W. Zuckschwerdt Verlag

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