Blasenentzündung durch kalte Füße?

Redaktion PraxisVITA

Gibt es wirklich einen Zusammenhang zwischen Blasenentzündung und kalten Füßen, bauchfreien Oberteilen, nasser Badekleidung oder Sitzen auf dem kalten Boden? Unsere Expertin Prof. Merkle klärt auf.

Schuld an Blasenentzündungen sind Bakterien – keine Temperaturen. Warum hält sich dann hartnäckig der Glaube, dass man sich eine Blasenentzündung durch kalte Füße holen kann? Auch nasser Badekleidung und bauchfreien Oberteilen wird nachgesagt, Blasenentzündungen zu begünstigen – und wer auf kühlem Untergrund sitzt, bekommt öfters zu hören: „Pass auf, sonst erkältest du dir die Blase!“ Aber stimmt es wirklich, dass es einen Zusammenhang zwischen diesen Faktoren und Blasenentzündungen gibt?

 

Warum kann Kälte krank machen?

Kälte im Allgemeinen erhöht das Risiko, dass eine Infektion – wie eine Blasenentzündung oder auch eine Erkältung – die körpereigene Abwehr „besiegt“ und wir krank werden. Denn wenn es kalt ist, muss unser Körper mehr arbeiten, um die Körpertemperatur von etwa 37 Grad aufrecht zu erhalten und alle Organe optimal zu versorgen. Bei Kälte verengen sich die Blutgefäße, der Stoffwechsel wird verlangsamt, die Abwehr arbeitet weniger effektiv. Dabei wird die Abkühlung draußen vom Körper oft zu spät bemerkt – wir kühlen aus. Folge: Das Immunsystem wird gedrosselt, Viren und Bakterien haben leichteres Spiel – auch in der Blase, weil ihre empfindliche Schleimhaut durch die Kälte schlechter durchblutet wird.

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Auf kaltem Boden sitzen: Blasenentzündung vorprogrammiert?

Wer eine gesunde Abwehr hat, braucht keine Blasenentzündung durch kalte Füße zu befürchten – und kann bei warmen Temperaturen unbesorgt bauchfrei und barfuß unterwegs sein. Trotzdem sollten Sie nicht lange auf kaltem Untergrund sitzen, damit der Unterleib nicht auskühlt.

Und warum begünstigt beispielsweise das Sitzen auf kaltem Untergrund eine Blasenentzündung, wenn sich doch Bakterien gerade in sehr warmer Umgebung wohlfühlen und vermehren?

Die Gynäkologie-Expertin Prof. Elisabeth Merkle erläutert: „Liegt bereits eine erhöhte Keimzahl vor und der Körper wird schlecht durchblutet, kann die Entzündung viel eher in die Blase aufsteigen. Wird eine gut durchblutete Schleimhaut mit den Keimen in der Regel noch fertig, ist eine schlecht durchblutete Haut dazu häufig nicht mehr in der Lage.“

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Blasenentzündung durch kalte Füße vorbeugen - Immunsystem stärken!

Sie können demnach immer dann eine Blasenentzündung durch kalte Füße und Kälte generell bekommen, wenn Ihr Immunsystem es nicht selbstständig schafft, die Erreger zu abzuwehren. Zur effektiven Vorbeugung einer Blasenentzündung ist es also wichtig, die körpereigene Abwehr zu stärken: Wer sich gesund ernährt, regelmäßig bewegt, genügend trinkt und gut schläft, darf im Sommer guten Gewissens barfuß und bauchfrei im Park auf der Wiese sitzen, ohne eine Blasenentzündung befürchten zu müssen.

In der kalten Jahreszeit sollten Sie jedoch zusätzlich darauf achten, dass der Körper nicht auskühlt. Sie sollten demnach kalte Füße vermeiden, Ihre Nieren gut schützen und keinesfalls auf kalten Flächen sitzen, so können Sie einer Blasenentzündung im Herbst und Winter effektiv vorbeugen.

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Unsere Expertin

Frau Prof. Dr.med. Dr. med. habil. Elisabeth Merkle ist Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und seit 1995 Ärztliche Direktorin auf Lebenszeit der Städtischen Frauenklinik Berg, Stuttgart. Zudem ist sie niedergelassene Gynäkologin in Bad Reichenhall und fungiert als Sprecherin für Frauengesundheit im Deutschen Grünen Kreuz e.V.

 

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