Blasen: So schützen Sie Ihre Füße

Fußbäder und tägliches Eincremen halten die Haut geschmeidig
Fußbäder und tägliches Eincremen halten die Haut geschmeidig © shutterstock

Besonders die Fußnerven leiden unter zu hohen Blutzuckerwerten. Und mit dem Verlust an Sensibilität steigt die Gefahr von Hautverletzungen und Blasen.

Jeder dritte Diabetiker erleidet aufgrund seiner Krankheit früher oder später eine Nervenschädigung, eine sogenannte Neuropathie. Je länger ein Nerv ist, desto anfälliger. Das erklärt, warum die zu den Füßen ziehenden Nerven besonders empfindlich auf einen schlecht eingestellten Diabetes reagieren. Erstes Alarmsignal kann Brennen oder Kribbeln in den Füßen sein. Später kommt es zu Taubheitsgefühlen und Störungen in der Sensibilität. Und genau hier liegt die große Gefahr: Verletzungen, Blasen, Druck sowie Kälte- und Wärmereize werden nicht mehr wahrgenommen. Gleichzeitig aber heilen Wunden durch hohe Blutzuckerwerte schlecht ab. Die Folge: Entzündungen, großflächige, offene Stellen. Das Vollbild des diabetischen Fußes. Doch so weit muss es gar nicht erst kommen. Denn mit regelmäßiger Pflege und einigen Tricks bleiben Ihre Füße gesund.

 

Diabetes einstellen:

Das wichtigste ist ein gut eingestellter Diabetes. Denn wenn der Blutzucker im Normalbereich liegt, bleiben Nerven- und Blutgefäße unbehelligt. Lassen Sie regelmäßig vom Arzt den Langzeitwert HbA1c kontrollieren.

 

Früherkennung:

Täglich sollten Sie Ihre Füße kontrollieren. Ein Handspiegel hilft, kleine Verletzungen sogar unter der Fußsohle zu entdecken. Achten Sie besonders auch auf die Zehenzwischenräume. Bei Rissen, Rötungen, Ausschlägen oder Blasen sollten Sie sofort zum Arzt gehen, damit aus den kleinen Blessuren keine großflächigen, offenen Wunden werden.

 

Pflege Regelmäßige:

Fußbäder und tägliches Eincremen halten die Fußhaut geschmeidig. Besonders geeignet sind Produkte mit Urea. Hornhaut sollten Sie vorsichtig mit einem Bimsstein entfernen, nie mit Hobel und Raspel! Noch besser ist eine medizinische Fußpflege.

 

Bequeme Schuhe:

Zu enge, zu kleine oder einfach drückende Schuhe führen zu Druckstellen und Blasen. Werden diese nicht behandelt, können sie sich entzünden. Bequeme Schuhe sind also ein Muss für Diabetiker. Bei neuen Schuhen helfen vorsorglich aufgeklebte spezielle Blasenpflaster, bis das Leder eingelaufen ist.

 

Fußgymnastik:

Heben Sie die Socke mit den Zehen vom Boden oder rollen Sie beim Fernsehen einen Gymnastikball unter den Füßen. Das verbessert Durchblutung und Koordination.

 

Verletzungsschutz:

Barfußlaufen ist tabu für Diabetiker. Denn pieksende Steine, Glasscherben und Ähnliches werden nicht bemerkt. Schnitte entzünden sich sehr leicht. Besser: Flipflops oder bequeme Sandalen.

 

Medikamente:

Vitamin-B1-Medikamente (aus der Apotheke) erwiesen sich in Studien als gutes Mittel, um Nervenschädigungen an den Füße zu stoppen. Auch bereits bestehende Schäden konnten abgemildert werden. Ergebnis einer Studie: Schmerzen, Kribbeln und Taubheitsgefühle gingen bei mehr als zwei Dritteln der Patienten zurück.

 

Experten-Check:

Messen kann die Nervenschäden nur der Arzt. Mittels Rydel-Seiffer-Stimmgabel-Test, Tip-Therm oder Monofilament werden Vibrationsempfinden, Muskeleigenreflexe sowie Kälte- und Wärmeempfinden gemessen. Noch aussagekräftiger ist eine Messung der Nervenleitgeschwindigkeit.

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