Blasen schützt vor Schnarchen

Frau spielt Saxophon
Eine aktive Maßnahme bei Schlafapnoe kann das Muskeltraining des Mund- und Gaumenraums mithilfe von Blasinstrumenten sein © Fotolia

Eine Schlafapnoe ruiniert die Nachtruhe der Partner, gefährdet die Gesundheit und bei Atemaussetzern sogar das Leben. Musik machen hilft! Praxisvita verrät Ihnen, was es damit auf sich hat.

Schnarchen ist lästig und Schnarcher leben zudem deutlich ungesünder. Beides ist Grund genug, das Schnarchen schnell und nachhaltig loszuwerden. Eine aktuelle Studie, die im Rahmen der Sleep and Breathing Conference vorgestellt wurde, hat jetzt einen neuen Weg gegen das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom gefunden: Lernen Sie ein Instrument! In seine Untersuchung hatte das Forscherteam 129 Personen einbezogen: 64 spielten ein Blasinstrument, die Kontrollgruppe hingegen nicht. Das Ergebnis: Besonders Blasinstrumente wie Flöte, Saxophon oder Trompete trainieren die Rachen-Muskulatur und können so das Risiko für die Entwicklung einer obstruktiven Schlafapnoe senken. Den Grund dafür sehen Forscher in dem sogenannten Muskeltonus. Er bezeichnet den Spannungszustand eines Muskels bzw. einer Muskelgruppe. Personen, die ein Blasinstrument spielen, haben einen erhöhten Tonus – die Muskeln sind also stärker angespannt.

 

Schlafapnoe: Singen hilft

In vorangegangen Studien konnten Wissenschaftler bereits die Erfolge regelmäßiger Gesangsübungen auf die Entwicklung einer Schlafapnoe belegen. Beim Singen werden Gaumensegel und Zunge trainiert. Bereits nach drei Monaten hatte sich die Schlafqualität der Betroffenen deutlich verbessert. Forscher geben an, dass bereits zwei Gesangsübungen pro Woche ausreichen, um das Risiko für die Entwicklung einer Schlafapnoe zu senken.

 

Yoga zur Behandlung von Schnarchen

So wie das Singen oder das Spielen eines Blasinstruments Ihre Rachenmuskulatur stärkt, kann auch Yoga dabei helfen. „Pranayama“ ist eine Übung, die Ihnen hilft, Blockaden im Rachen loszuwerden. Setzen Sie sich mit gekreuzten Beinen hin, schliessen Sie die Augen und atmen Sie tief durch die Nase. Wenn Ihr Körper sich entspannt hat, atmen Sie kräftig durch die Nase ein. Halten Sie nun die Luft an, solange Sie können. Halten Sie sich ein Nasenloch zu und Atmen Sie durch das andere aus. Dann wiederholen Sie das mit dem anderen Nasenloch. Wiederholen Sie diese Übung mehrmals am Tag.

 

Schlafapnoe hat gefährliche Folgen

Schätzungen gehen davon aus, dass etwa zwei Prozent der Frauen und vier Prozent der Männer über 40 Jahre unter dem Schlafapnoe-Syndrom leiden. Unbehandelt kann eine Schlafapnoe schwere und lebensbedrohliche Folgen für den Betroffenen haben. Zu den häufigsten zählen Bluthochdruck, Herzkrankheiten, Schlaganfall, Diabetes und Depressionen.

Wir können auch im Schlaf etwas für unsere Gesundheit tun und gezielt Atemaussetzer vermeiden. Hier lesen Sie, welche Schlafpositionen häufigen Beschwerden wirksam vorbeugen.

Hamburg, 17. April 2015

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