Blähungen in den Wechseljahren: Gründe und schnelle Helfer

Susanne Petersen Medizinredakteurin

Frauen in den Wechseljahren haben häufig mit Blähungen zu kämpfen. Obwohl sie sich nicht anders als vorher ernähren, bläht sich der Bauch aus scheinbar unerfindlichen Gründen auf. Warum leiden Frauen besonders rund um die Menopause an Blähungen und welche schnellen Hilfen gibt es dagegen? Die Antworten!

Blähungen in den Wechseljahren: Gründe und schnelle Helfer
Blähungen treten in den Wechseljahren gehäuft auf. Der Stoffwechsel verlangsamt sich in dieser Zeit bei Frauen. Helfer wie Ballaststoffe oder viel Bewegung können die Beschwerden lindern Foto:  iStock / fizkes
Inhalt
  1. Deswegen ist in den Wechseljahren der Bauch aufgebläht
  2. Blähbauch in den Wechseljahren: Östrogenmangel ist schuld
  3. Schnelle Helfer bei Blähungen und Blähbauch in den Wechseljahren

Kaum ist der 50. Geburtstag gefeiert, fragen sich viele Frauen, warum ihr Bauch so prall und rund geworden ist und warum sie neuerdings unter Blähungen leiden. Die Hosen passen in dieser Zeit außerdem nicht mehr so gut, was die Stimmung in den Wechseljahren nicht unbedingt besser macht. Was sind die Gründe für Blähungen in den Wechseljahren? 

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Deswegen ist in den Wechseljahren der Bauch aufgebläht

Es sind die Hormone, die in den Wechseljahren für so ziemlich alle Beschwerden verantwortlich sind. Neben Stimmungsschwankungen, Hitzewallungen oder Gewichtszunahme verändert der schwankende Hormonspiegel auch die Verdauung und die Funktionsfähigkeit des Darms. Blähungen sind die Folge.

 

Blähbauch in den Wechseljahren: Östrogenmangel ist schuld

In den Wechseljahren nimmt die Ausschüttung des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen immer mehr ab. Im Zuge des Östrogenmangels kann es zu Blähungen kommen. Denn das Östrogen regelt eigentlich die Peristaltik des Darms. Das ist die Eigenbewegung des Darms, der Verdautes weitertransportiert. Ist weniger Östrogen vorhanden, wird der Darm träge.

Die auszuscheidenden Speisereste bleiben länger im Dickdarm, es kommt zu Gärungen mit Gasbildung. Die Blähungen können aus diesem Grund manchmal stark riechen. Durch den Mangel an Östrogen leiden Frauen zudem häufiger an Verstopfung, Völlegefühl und Bauchschmerzen.

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Schnelle Helfer bei Blähungen und Blähbauch in den Wechseljahren

Die Hormonlage können Frauen in den Wechseljahren allein nur schwer beeinflussen. Einen trägen Darm, der einen Blähbauch und Blähungen verursacht, können Sie mit diesen Tipps selbst wieder auf Trab bringen:

  • Bewegung sorgt für einen beweglichen Darm

Alle unsere Organe sind davon abhängig, dass wir uns im Alltag genug bewegen. Auch der Darm benötigt regelmäßige Bewegung von außen, am besten in Form von entspannten Ausdauerübungen wie flotten Spaziergängen oder lockeren Läufen. Dabei wird der Parasympathikus aktiviert, der Teil des vegetativen Nervensystems, der die Verdauung steuert.

Die Durchblutung wird durch Bewegung verbessert, die Darmmotorik angeregt und die Zeit, in der die Nahrung den Darm passiert, beschleunigt. Frauen in den Wechseljahren müssen keine Leistungssportlerinnen werden, regelmäßige Bewegungseinheiten in entspanntem Tempo genügen, um den Darm anzuregen und Blähungen zu vermeiden.

  • Ballaststoffe fördern die Verdauung

Frauen in den Wechseljahren wissen, dass es jetzt besonders auf die Ernährung ankommt. Der Stoffwechsel wird langsamer, jede kulinarische Sünde ist sofort auf den Hüften zu sehen. Essen Sie gerade in dieser Zeit achtsam, vermeiden Sie stark verarbeitete Lebensmittel und zu viel Fett und Zucker. Das unterstützt auch die Verdauung.

Um den Darminhalt weicher und leichtgängiger zu halten, empfehlen sich Ballaststoffe. Essen Sie viel Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte. Achtung: Wenn diese Nahrung ungewohnt ist, können zu Beginn vermehrt Blähungen auftreten. Das Darmmikrobiom muss sich erst entsprechend umstellen, das dauert etwas.

  • Milchsäurehaltige Lebensmittel in den Speiseplan einfügen

Milchsäurehaltige Lebensmittel wie Sauermilchprodukte und Sauerkraut helfen, die Darmbewegung anzuregen und die Verdauung zu fördern. Probiotische Milchprodukte können Sie ergänzend ebenfalls in Ihren Speiseplan einbauen. Auch kohlensäurehaltiges Mineralwasser sorgt für Bewegung im Darm.

Eher das Gegenteil bewirken Schokolade, Weißmehlprodukte oder Bananen. Diese sollten Sie nur in Maßen konsumieren, da sie zu Verstopfung und damit in der Folge wiederum zu Blähungen führen können. 

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  • Viel Trinken reinigt den Darm

Das A und O in den Wechseljahren ist, immer ausreichend zu trinken. Wasser ist elementar für die Funktionsfähigkeit des Stoffwechsels. Wenn Sie zu wenig trinken, ist der Stuhl härter, die Darmpassage dauert länger und Blähungen sind an der Tagesordnung. Halten Sie sich immer eine Flasche Wasser parat oder trinken Sie ergänzend ungesüßte Tees.

  • Pflanzliche Mittel gegen Blähungen in den Wechseljahren

Für jede Beschwerde gibt es ein Kraut oder mehrere. Auch bei Blähungen bieten sich in dieser Lebensphase zahlreiche pflanzliche Mittel an, um die Verdauung zu fördern. Gerade Pflanzen mit Bitterstoffen sind geeignet. Löwenzahn oder Artischocke enthalten viele dieser Stoffe.

Leinsamen oder Flohsamen können ebenfalls Verstopfungen vorbeugen. Hochkonzentrierte pflanzliche Arzneimittel, zum Beispiel aus der Kombination von Pfefferminzöl und Kümmelöl helfen bei Völlegefühl, Bauchdrücken und Blähungen. Das Kümmelöl hemmt die Gasbildung und Pfefferminzöl lindert Schmerzen.

  • Regelmäßige Toilettenzeiten

Wenn Sie unter Blähungen leiden, sollten Sie sich regelmäßige Toilettenzeiten angewöhnen. Das hilft, um die Verdauungsfunktion anzuregen und Verstopfungen vorzubeugen. So können Sie zum Beispiel jeden Morgen nach dem Aufstehen länger auf der Toilette verweilen, auch wenn zunächst der Stuhlgang ausbleibt. Mit der Zeit gewöhnt sich der Darm an den Impuls und wird sich auf diese Gewohnheit einstellen.

Blähungen in den Wechseljahren sind belastend und haben viele Gründe, können aber mit ein paar schnellen Tricks und Helfern bekämpft werden - diese tun nicht nur dem Darm gut, sondern sorgen für einen schnelleren Stoffwechsel und vielleicht etwas weniger Gewichtsproblemen.

 

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