Black Friday 2020 trotz Corona: Das gilt jetzt

Virologen warnen vor einem drohenden Corona-Chaos am heutigen Black Friday 2020. Die Regierung hat daher neue Maßnahmen ergriffen.

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Der Black Friday 2020 steht kurz bevor. Und nachdem die Einzelhändler aufgrund der Corona-Krise Milliardenverluste beklagen, hoffen nun viele auf einen starken Umsatz in der Vorweihnachtszeit. Stephan Tromp, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE) erklärte gegenüber der „Morgenpost“: „Insofern haben diese Tage natürlich eine starke Bedeutung für den Handel im gesamten Weihnachtsgeschäft.“

Black Friday 2020 während Corona: Droht ein Superspreader-Event in den Innenstädten?

In einer Pressemitteilung von blackdriday.de wird in diesem Jahr dazu aufgefordert, vor allem jetzt während der Corona-Zeit nicht nur online am Black Friday zu shoppen, sondern auch in der Innenstadt und in den Shopping-Centern auf Schnäppchen-Jagd zu gehen. Die Gefahr, dass der Black Friday zu einem Superspreader-Event werde, sehen die Verantwortlichen nicht.

Virologen warnen jedoch eindringlich: Es bestehe ein sichtlich erhöhtes Risiko, sollte es am kommenden Freitag vermehrt zu Gedrängel in den Geschäften kommen.

Black Friday 2020 in Deutschland: Virologe fordert Einschränkungen!

Virologe Alexander Kekulé fordert in seiner aktuellen Podcast-Folge die Politik zum Handeln auf. Er wisse aus gut informierten Kreisen, dass es am Black Friday in den Geschäften drunter und drüber gehe und erklärte: „Ich muss ganz ehrlich sagen, (...), aber man wird das nicht machen können.“ Er fordert ein Konzept für den Black Friday. „Da müsse man mindestens Vorschriften machen, dass die Personenzahlen in den Kaufhäusern begrenzt werden“, so Kekulé.

Soll der Black Friday in Deutschland dieses Jahr also wegen Corona eingeschränkt werden oder gar ausfallen? Oder gibt es noch andere Möglichkeiten, dass der beliebte Shopping-Tag 2020 nicht im Corona-Chaos endet?

Black Friday Angebote 2020: „Saturn“ und Media Markt mit „Black November”

Um zu verhindern, dass es am Freitag zu einem regelrechten Sturm auf die Geschäfte kommt, haben „Media Markt“ und „Saturn“ zum Beispiel den klassischen „Black Friday“ abgesagt und stattdessen den kompletten Monat zum „Black November“ erklärt. Eine Sprecherin der Media-Markt-Saturn-Gruppe sagte gegenüber „Merkur.de“, dass man mit dieser Maßnahme vor allem „Kundenströme entzerren“ wolle. Und auch Bund und Länder diskutieren derzeit über eine Möglichkeit, die Kundenströme in den Geschäften generell zu unterbinden.

Black Friday 2020: Dezimierte Besucherzahlen in den Geschäften beschlossen

So war einer der Beschlüsse bei der gestrigen Konferenz mit den Ministerpräsidenten und Angela Merkel, dass u.a. die Besucheranzahl in den Geschäften dezimiert werden soll. So soll zukünftig in kleineren Geschäften nur noch ein Kunde auf 10 Quadratmeter Verkaufsfläche kommen. Bei großen Geschäften wie Kaufhäusern und Supermärkte ab 800 Quadratmeter sollen jeweils nur noch 20 Quadratmeter pro Kunde gelten.

Black Friday 2020: Geschäfte im Ausland schließen wegen Corona

In den USA sind einige Handelsketten einen Schritt weiter gegangen. So haben die Händler Walmart und Barnes & Noble angekündigt, ihre Filialen am Black Friday komplett zu schließen.

Und in Frankreich ist der Black Friday sowieso bereits landesweit abgesagt. Das liegt nicht zuletzt natürlich auch daran, dass dort die Geschäfte wegen des Lockdowns ohnehin geschlossen haben. Bemerkenswert ist jedoch: Der Online-Konzern Amazon hat sich bereit erklärt, in Frankreich den Black Friday vom 27. November auf den 4. Dezember zu verschieben. So werde ein entscheidender Wettbewerbsvorteil wenigstens ein bisschen ausgeglichen.  

Bei uns müssen die Geschäfte am 27. November nach bisherigem Stand nicht schließen – und das müssen sie vielleicht auch gar nicht.

Online Shoppen am Black Friday: Weihnachtsangebote ohne Risiko

Denn glaubt man einer Umfrage von “Blackfriday.de“ haben hier in Deutschland ohnehin rund 69 Prozent der Befragten vor, in diesem Jahr am Black Friday vornehmlich online einzukaufen. Das sorgt zwar nicht für die erhofften Umsätze im Einzelhandel vor Ort, ist aber während der Corona-Pandemie der bessere Weg, um bedenkenlos Weihnachtsgeschenke für die Liebsten zu besorgen.

Alternativen zu Black Friday 2020 in Deutschland?

Neben dem Black Friday setzen viele Einzelhändler in Deutschland hierzulande auch auf den sogenannten „verkaufsoffenen Sonntag“. Aber auch dieser wurde bisher weitestgehend abgesagt.

In NRW wurde aktuell beschlossen, dass alle verkaufsoffenen Sonntage in Nordrhein-Westfalen 2020 ausfallen. In Bremen sind die verkaufsoffenen Sonntage in diesem Jahr ebenfalls kein Thema mehr und die Stadt Hamburg erklärte unlängst bezüglich eines bereits abgesagten Verkaufsoffenen Sonntags: „Dieses Event passt nicht zu einem Teil-Lockdown.“

Kein Wunder, dass der Einzelhandel daher voll und ganz auf den Black Friday am kommenden Freitag hofft.

Black Friday trotz Corona: Tipps zum sicheren Weihnachts-Shopping

Was können Sie tun? Damit der Black Friday für Sie kein großes Risiko birgt, sollten Sie diese Hygiene-Tipps beachten:

  • Halten Sie den Mindestabstand von 1,5 Metern ein.
  • Tragen Sie den Mundschutz vollständig über den Mund-Nasen-Bereich.
  • Desinfizieren Sie sich im Anschluss nach Kauf der Ware die Hände.
  • Falls Sie zu einer Risiko-Gruppe gehören, denken Sie darüber nach ggf. eine FFP2-Maske zu tragen statt einer gewöhnlichen Alltagsmaske.
  • Achten Sie darauf, dass nicht zu viele Menschen auf zu engen Raum sind. Ggf. verlassen Sie das Geschäft.
  • Zahlen Sie wenn möglich mit Karte und vermeiden Sie den Austausch von Bargeld.

Der Black Friday 2020 ist aufgrund der Corona-Pandemie nicht wie jedes Jahr nur ein Ereignis, an dem man sich bemüht, die größten Schnäppchen zu machen, sondern es birgt in diesem Jahr ein erhöhtes Sicherheitsrisiko, welches zu bedenken gilt.