Zuckerersatz Birkenzucker: Was steckt im Zuckerersatzstoff?

Redaktion PraxisVITA
Birkenzucker ist ein Zuckerersatzstoff – doch wie gesund ist er wirklich?
Birkenzucker ist ein Zuckerersatzstoff – doch wie gesund ist er wirklich? © Pridannikov/iStock
Inhalt
  1. Wie wurde Birkenzucker entdeckt?
  2. Birkenzucker im Vergleich zu Haushaltszucker
  3. Wonach schmeckt Birkenzucker?
  4. Welche Nachteile hat Birkenzucker?
  5. Video: Daran merken Sie, dass Sie zu viel Zucker essen

Als Ersatz für normalen Zucker wird Birkenzucker, auch als Xylit bekannt, immer beliebter. Dabei zählt er zu den teuersten Zuckerersatzstoffen auf dem Markt. Ist die Zuckeralternative das Geld denn wirklich wert? PraxisVITA kennt alle Fakten über den Zuckerersatzstoff.

Was ist Birkenzucker?

Birkenzucker ist ein Zuckerersatzstoff, mit dem Lebensmittel gesüßt werden können. Da Birkenzucker fast genauso süß ist wie normaler Zucker, gleichzeitig aber deutlich weniger Kalorien hat, wird er immer beliebter. Zum Vergleich: 100 Gramm Birkenzucker enthält rund 240 Kalorien, 100 Gramm Zucker etwa 400 Kalorien.

Der Begriff Birkenzucker ist der Einfachheit halber entstanden, um zu verdeutlichen, was der Zuckerersatzstoff bewirkt. Allerdings suggeriert der Name, dass dieser Stoff aus der Birke gewonnen wird, was schon lange Zeit nicht mehr der Wahrheit entspricht. Der eigentliche Name der Substanz ist „Xylit“.

 

Wie wurde Birkenzucker entdeckt?

Birkenzucker wurde um 1890 von Emil Fischer entdeckt. Der Wissenschaftler konnte nach einem langwierigen Prozess den Zuckeraustauschstoff aus Buchenspänen isolieren. In der Folgezeit wurde das Süßungsmittel dann hauptsächlich aus der Rinde der Birke gewonnen, wodurch es den bekannten Namen erhielt. Obwohl es in Baumrinden gefunden wurde, ist Xylit in nahezu allen Gemüse- und Obstsorten enthalten. Allerdings ist der Gehalt dort meist so gering, dass sich eine Isolierung nicht lohnt.

Heutzutage wird Xylit aus vielen Reststoffen wie Stroh, Getreidekleie und Maisspindeln gewonnen. Die Verarbeitung ist alles andere als einfach. Die genannten Reststoffe werden auf über 200 Grad erhitzt und mit Schwefelsäure ausgewaschen. Mit diesem Verfahren wird Xylose gewonnen, welche dann unter hohem Druck und mit einem Katalysator zu Xylit umgesetzt wird.

Birkenzucker
Birkenzucker wird heute aus verschiedenen Stoffen gewonnen – zum Beispiel aus Stroh, das aus Gerste gewonnen wird © jat306/iStock
 

Birkenzucker im Vergleich zu Haushaltszucker

Die wichtigste Frage bei einem Zuckerersatzstoff ist natürlich, wie gut er den normalen Haushaltszucker ersetzen kann. Und hier punktet Birkenzucker: Xylit sieht nicht nur aus wie herkömmlicher Zucker, es besitzt auch nahezu die gleiche Süßkraft und kann auch für die gleichen Rezepte benutzt werden. Daher kann Haushaltszucker fast eins zu eins durch Birkenzucker ersetzt werden. Einziger Nachteil: Xylit verträgt sich nicht mit Hefe. Zum Brotbacken ist es also nicht geeignet.

 

Wonach schmeckt Birkenzucker?

Birkenzucker ist nicht von Natur aus geschmacksneutral. Er besitzt einen leicht minzigen Geschmack, weswegen er auch in der Kaugummi- und Zahnpasta-Herstellung genutzt wird. Zwar wird der Minzgeschmack meist entfernt, allerdings sollte beim Kauf darauf geachtet werden, ob es sich tatsächlich um die geschmacksneutrale Variante handelt.

Ist Birkenzucker ein gesunder Zuckerersatz?

Tatsächlich ist Xylit eine gesunde Alternative zu Haushaltszucker. Birkenzucker hat einen sehr niedrigen glykämischen Index von sieben, wodurch er auch von Diabetikern genutzt werden kann. Zudem besitzt er eine anti-kariogene Wirkung, was bedeutet, dass er Karies vorbeugt. Noch vor dem Geschmack ist Xylit gerade deshalb in der Kaugummi- und Zahnpasta-Herstellung so begehrt.

 

Welche Nachteile hat Birkenzucker?

Beim Kauf von Birkenzucker sollte man aufpassen: Wer sich im Supermarkt vergreift, hat schnell den unbehandelten Birkenzucker im Einkaufswagen. Durch die Unverträglichkeit mit Hefe ist Birkenzucker besonders beim Backen keine Alternative.

Birkenzucker
Birkenzucker ist nicht geschmacksneutral. Unbehandelt schmeckt er leicht nach Minze © La_vanda/iStock

Wirklich bedenklich ist die Herstellung von Xylit: Um den Stoff aus Getreide und Mais zu gewinnen, muss Schwefelsäure eingesetzt werden. Das ist zum einen nicht sehr umweltfreundlich, zum anderen ist der Herstellungsprozess sehr teuer. Was sich auch im Preis des Birkenzuckers niederschlägt: Zwischen acht und 16 Euro muss für ein Kilo bezahlt werden, je nach Reinheit. Achtung: Zu Beginn kann Birkenzucker abführend wirken, was aber nach der Eingewöhnungszeit nachlässt.

 

Video: Daran merken Sie, dass Sie zu viel Zucker essen

 
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