Studie: Moderna-Geimpfte haben doppelt so viele Antikörper als bei Biontech

Eine belgische Studie zeigt, dass Moderna-Geimpfte eine signifikant stärkere Antikörperantwort entwickeln als bei Biontech. Wie lässt sich das erklären und was bedeutet das für die Wirksamkeit der beiden Impfstoffe?  

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Schützt Moderna besser als Biontech vor dem Coronavirus? Eine nun im Fachmagazin „Jama“ veröffentlichte Studie aus Belgien scheint genau das nahezulegen. Demnach entwickeln Moderna-Geimpfte wesentlich mehr Antikörper als Personen, die Biontech erhalten haben.

Nach Moderna-Impfung doppelt so viele Antikörper als bei Biontech

Das Team um Deborah Steensels untersuchte die Antikörperkonzentration von 1647 Mitarbeiter:innen von belgischen Krankenhäusern an drei verschiedenen Zeitpunkten bestimmt, nämlich vor und nach der vollständigen Impfung mit Biontech und Moderna sowie nach einer überstandenen Corona-Infektion.

Dabei kam raus: Nach einer Impfung mit Moderna entwickelten die Proband:innen sowohl im Vergleich zu den Biontech-Geimpften als auch im Vergleich zu den Infizierten, die zusätzlich eine Impfdosis erhalten hatten, doppelt so viele Antikörper. Der sogenannte Titer, der Wert zu Messung der Antikörperdichte, lag für Moderna bei 3838 U/ml. Biontech wies hingegen einen Wert von nur 1444 U/ml auf.

Stärkere Antikörper-Antwort nach Moderna – mögliche Gründe

Die Wissenschaftleri:innen geben in der Studie zwei mögliche Erklärungen für das überraschende Studienergebnis: Zum einen sei Moderna mit 100 Mikrogramm Impfstoff, verglichen mit nur 30 Mikrogramm bei Biontech, höher dosiert. Zum anderen sei der Abstand zwischen den beiden Impfdosen bei Moderna länger gewesen (vier Wochen versus drei Wochen).

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ist sich sicher: „Diese Studie beim Medizinpersonal zeigt recht eindeutig, dass eine Moderna-Impfung bei vorher nicht Infizierten oder bei vorher Infizierten stärker wirkt als Biontech. Das wird sich bei Durchbruchsinfektionen bemerkbar machen".

Antikörper nicht der entscheidende Faktor für Immunschutz

Aber lässt sich aus den Studienergebnissen tatsächlich schlussfolgern, dass Moderna einen wirksameren Schutz bietet als Biontech? Experten verweisen immer wieder darauf, dass es nicht nur von der Antikörperkonzentration abhängt, wie hoch der Immunschutz nach einer Impfung ist.

Ein weiterer entscheidender Faktor sind unter anderem die T-Zellen, die Krankheitserreger abwehren und so vor einer Erkrankung schützen können. Das heißt: Bildet der Körper nach einer Impfung nur wenige Antikörper gegen SARS-CoV-2 aus, kann sich eine geimpfte Person mit dem Coronavirus infizieren. Eine starke Antwort der T-Zellen sorgt jedoch dafür, dass der oder die Infizierte keine oder nur leichte Symptome entwickelt. Das haben bereits mehrere Studien zeigen können.

Studie ist nicht repräsentativ

Die Wissenschaftler:innen betonen zudem, dass die Studie nichts über das Übertragungsrisiko bei Geimpften aussage, ebenso wenig über den Schutz vor einer Infektion oder einer Erkrankung durch die Corona-Vakzine. Bisher wurden nämlich keine Richtwerte festgesetzt, die angeben, ab welcher Antikörperkonzentration ein zuverlässiger Schutz gegen Corona gewährleistet ist.

Noch dazu seien die Studienergebnisse nicht repräsentativ – sie lassen sich nicht auf die Bevölkerung übertragen –, da mehr als drei Viertel der Proband:innen Frauen waren. Dass Moderna aufgrund der höheren Antikörperkonzentration besser als Biontech gegen das Coronavirus schützt, ist daher lediglich eine Hypothese, die weiter wissenschaftlich erforscht werden muss.

Quelle:

Steensels, Deborah [u.a] (2021): Comparison of SARS-CoV-2 Antibody Response Following Vaccination With BNT162b2 and mRNA-1273, in: jamanetwork.com