Biontech und Moderna: Hersteller mit schlimmer Befürchtung

Gaby Scheib

Das Auftauchen der neuen Omikron-Variante des Coronavirus versetzt die Welt in Schrecken – und weckt bei Biontech und Moderna schlimme Befürchtungen. Was die Hersteller erwarten und wie ihr Plan B aussieht: die aktuelle Lage!

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Schon bei der Delta-Mutation hatten Experten Bedenken, ob die derzeit zur Verfügung stehenden Impfstoffe gegen das Coronavirus noch zuverlässig wirken. Omikron weckt nun schlimmere Befürchtungen, insbesondere bei den Herstellern der mRNA-Impfstoffe, Biontech und Moderna. Daher arbeiten beide Unternehmen bereits an Plan B.

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Plan B von Biontech: Der 100-Tage-Plan für Escape-Varianten

Dass Viren mutieren, ist lange bekannt. SARS-CoV-2 macht keine Ausnahme, große Sorgen bereitete schon die hochansteckende Delta-Mutante. Das Pharmaunternehmen Biontech hat das Vorgehen in einem solchen Fall daher schon geplant: Neben den Analysen der neuen Omikron-Variante selbst forschen die Wissenschaftler*innen auch an einer Anpassung des Impfstoffes.

Eine Sprecherin von Biontech erklärte dazu: „Um keine Zeit zu verlieren, gehen wir diese beiden Aufgaben parallel an, bis die Daten vorliegen und wir mehr Informationen darüber haben, ob der Impfstoff angepasst werden sollte oder nicht.“ Das Unternehmen hat sich schon vor Monaten auf einen solchen Fall vorbereitet. Der Plan ist nun, den Impfstoff innerhalb von 6 Wochen an die Omikron-Variante anzupassen – schon nach 100 Tagen sollen die ersten Dosen verimpft werden.

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Moderna-Chef befürchtet: Impfstoff-Anpassung an Omikron wird Monate dauern

Stephane Bancel, der Boss des Impfstoff-Herstellers Moderna, sieht die Lage Medienberichten zufolge deutlich düsterer: Seiner Meinung nach werden die derzeitigen Corona-Vakzine gegen Omikron viel weniger wirksam sein als gegen Delta. „Ich denke, es wird ein erheblicher Rückgang sein. Ich weiß nur nicht, wie viel, weil wir die Daten abwarten müssen.“ 

Moderna hat wie Biontech bereits mit der Anpassung des Impfstoffes begonnen. Doch Bancel erwartet, dass die massenhafte Produktion eines variantenspezifischen Impfstoffes Monate dauern wird. Er rechnet damit, dass die Hersteller erst im Sommer 2022 wirksame Vakzine in großem Umfang ausliefern könnten. Zugleich warnt Bancel davor, die gesamten Kapazitäten auf einen Omikron-Impfstoff umzustellen, da die anderen Varianten auch noch im Umlauf sind.

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Omikron-Variante: Befürchtungen wegen neuer Mutationen am Spike-Protein

Anlass dieser großen Sorge sind die vielen zusätzlichen Mutationen, durch die sich Omikron von den anderen Coronavirus-Varianten unterscheidet: 32 der 50 Mutationen zielen auf das Spike-Protein ab. Genau darauf konzentrieren sich auch die Impfstoffe. Bancel erklärte, dass Experten mit einer solch starken Mutation erst in ein bis zwei Jahren gerechnet hätten. 

Doch die Analysen der Omikron-Variante laufen auf Hochtouren. In wenigen Wochen wissen wir, wie wirksam die Impfstoffe gegen die Mutante sind, ob sich die Befürchtungen von Biontech und Moderna bewahrheiten und wie der Plan B funktioniert.

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Quellen:
Moderna-Chef rechnet mit geringerer Wirksamkeit gegen Omikron-Variante in: spiegel.de
Omikron: Moderna-Chef rechnet mit niedriger Wirksamkeit in: morgenpost.de
Omikron-Variante: Biontech aktiviert 100-Tage-Plan in: hna.de

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