Bindehautentzündung - wenn die Augen rot sehen

Eine Bindehautentzündung lässt sich gut mit Tropfen behandeln
Eine Bakterien-Infektion des Auges, wie z.B. die Bindehautentzündung, lässt sich mit Tropfen gut behandeln © Fotolia

Sie brennen, sind gerötet und schmerzen – in der Regel ist eine Infektion mit Bakterien oder Viren schuld daran. Durch eine schnelle Behandlung können Folgeschäden an den Augen vermieden werden.

Fast jeder war schon einmal von ihr betroffen: Die Bindehautentzündung (Konjunktivitis) ist die häufigste Augenkrankheit in Deutschland. In den meisten Fällen wird sie durch eine Bakterien-Infektion ausgelöst, aber auch Viren, Pilze, äußere Reize, Allergien oder Fremdkörper können die Entzündung verursachen. Die größte Gefahr: Wird sie nicht rechtzeitig und richtig behandelt, kann das Auge dauerhaft Schaden nehmen. Außerdem stecken in einigen Fällen andere Augenerkrankungen hinter den Symptomen – beispielsweise der Grüne Star. Daher sollten Betroffene bei den ersten Anzeichen einen Augenarzt aufsuchen. Dieser kann die Ursachen zweifelsfrei abklären und die passenden Medikamente verschreiben.

 

Bakterien befallen die Bindehaut

Auf der Bindehaut, die unter anderem für den Tränenfilm zuständig ist, sitzen Tausende Immunzellen, die Krankheitskeime unschädlich machen. Dringt jedoch ein Erreger hindurch, reagiert sie mit einer Entzündung. Besonders häufig sind Bakterien, die durch unsaubere Hände oder Kontaktlinsen in die Augen gelangen, die Ursache. Die Gesellschaft für Augenheilkunde empfiehlt in solchen Fällen eine Therapie mit Tränenersatzflüssigkeit (mehrmals täglich anwenden, Apotheke) und eine morgendliche Augenreinigung. Dafür ein Wattepad in abgekochtem, lauwarmem Wasser tränken und die Lidränder vorsichtig von außen nach innen auswischen.

Hilft das nicht, verschreibt der Augenarzt ein Antibiotikum. Ganz wichtig: Die Arznei lange genug einnehmen (3-4 Tage nach Abklingen der Beschwerden). Nur so werden alle Bakterien beseitigt und es entstehen keine Resistenzen.

 

Virale Infektionen sofort bekämpfen

Auch Viren können in das Auge gelangen und dort die unangenehme Konjunktivitis auslösen. In diesen Fällen beginnen Ärzte sofort mit einer medikamentösen Behandlung, da die Viren sich sonst schnell vermehren und das Auge dauerhaft schädigen können. Aber antivirale Tropfen und Salben sorgen für rasche Linderung. Betroffene sollten allerdings wegen der hohen Ansteckungsgefahr für einige Tage andere Menschen meiden.

 

Allergien können ins Auge gehen

In vielen Fällen wird eine Bindehautentzündung auch durch eine Allergie – etwa gegen Hausstaub, Pollen oder Tierhaare - verursacht. Mithilfe eines Allergietests kann ein Arzt den Auslöser bestimmen und Medikamente zur Linderung verschreiben. Die sogenannten Antihistaminika werden zwei- bis viermal täglich direkt in die Augen gegeben.

Doch eine gerötete Bindehaut kann auch auf andere Erkrankungen hinweisen: beispielsweise eine Hornhautverletzung oder einen akuten Grüner-Star-Anfall. Ein Arzt sollte die Ursache daher schnell abklären.

Grundsätzlich raten Mediziner bei einer Bindehautentzündung dazu, besonders gut auf die Augenhygiene zu achten und Reiz-Faktoren wie Zugluft, Rauch und direktes Sonnenlicht zu vermeiden. In der Regel heilt eine Entzündung dann innerhalb weniger Tage wieder ab.

Leiden Sie unter geschwollenen Augen? In diesem Video gibt es einen Geheimtipp:

Quelle: Mach mal Pause, 34/2013

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