Bindegewebe stärken: Diese 6 Methoden zeigen eine Wirkung

Redaktion PraxisVITA

Die meisten Frauen entdecken früher oder später Dellen und Dehnungsstreifen an Beinen, Po und Oberarmen – man kann jedoch viel tun, um sein Bindegewebe zu stärken und die Symptome einer Bindegewebsschwäche abzumildern. Diese sechs Methoden machen einen Unterschied!

 

Inhalt
  1. Was ist das Bindegewebe? 
  2. Warum ist das Bindegewebe so wichtig? 
  3. Wie unterscheidet sich das Bindegewebe bei Männern und Frauen? 
  4. Bindegewebe stärken – mit diesen 6 Methoden! 

Es ist eine Frage, mit der sich viele Frauen immer wieder beschäftigen: Wie kann ich mein Bindegewebe stärken? Um die Haut straffer erscheinen zu lassen, werden auch oft teuere Behandlungen in Kauf genommen. Das ist jedoch gar nicht nötig – mit sechs unkomplizierten Methoden kann man selbst viel tun, um sein Bindegewebe zu stärken.

 

Was ist das Bindegewebe? 

Das Bindegewebe besteht aus verschiedenen Gewebe-Arten, die es miteinander verbindet und voneinander trennt. Alle Muskelpartien werden vom Bindegewebe umhüllt, Experten sind sich jedoch nicht darüber einig, welche Arten von Gewebe unter dem Begriff fallen.

Generell wird zwischen dem eigentlichen und dem „spezialisierten“ Bindegewebe unterschieden, wozu Fett-, Knorpel- und Blutgewebe gehören. Jede Art von Bindegewebe setzt sich zusammen aus Zellen und einer Zellzwischenraum – ein geflechtartiges Netz, in dem sich neben Wasser bindenden Substanzen auch Kollagen- und Elastin-Fasern befinden, die die Haut straff und elastisch halten. 

Spricht man über das Bindegewebe oder auch von Faszien, bezieht man sich für gewöhnlich auf das eigentliche Bindegewebe, das in „lockeres“ und „straffes“ Gewebe unterteilt wird: 

Straffes Bindegewebe ist vor allem in Sehnen und Bändern zu finden. Darin befindet sich ein hoher Anteil an Kollagenfasern, die fest und dich gebündelt im Zellzwischenraum liegen – entweder in paralleler Richtung oder geflechtartig in verschiedenen Richtungen.

Lockeres Bindegewebe ist der Stützapparat für Organe und Wasserspeicher für den Körper. Anders als beim straffen Bindegewebe liegen hier die Fasern locker im Zellzwischenraum.

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Warum ist das Bindegewebe so wichtig? 

Oft wird die Funktion des Bindegewebes aus rein ästhetischer Perspektive betrachtet: Starkes Bindegewebe trägt zu einem schönen, straffen Hautbild bei. Es erfüllt jedoch noch weitaus mehr Aufgaben im Körper:

  • Für die Entgiftung sind nicht nur die Leber und die Nieren zuständig, sondern ebenso das Bindegewebe. Dadurch, dass es sowohl mit den Blutadern als auch mit dem Lymphsystem verbunden ist, versorgt das Bindegewebe die Organe und anderes Gewebe mit Nährstoffen und transportiert Schadstoffe ab.
  • Das Bindegewebe stützt die Organe und hält sie in die richtige Position.
  • Die Nervenimpulse werden über die Zellzwischenmasse des Bindegewebes übertragen. Darin befindet sich nämlich Wasser mit Elektrolyten, die die Reize weiterleiten.
  • Das Säure-Basen-Gleichgewicht wird unter anderem vom Bindegewebe reguliert: Es nimmt Säuren auf und neutralisiert sie, was den pH-Wert des Blutes stabilisiert.
  • Nicht zuletzt sorgt das Bindegewebe durch die Elastin-Fasern für geschmeidige Bewegungen.

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Wie unterscheidet sich das Bindegewebe bei Männern und Frauen? 

Ein Blick auf die Beine von Männern und Frauen genügt, um Unterschiede zu erkennen. Während die Haut von Männern straff und dick ist, haben die meisten Frauen – etwa zwischen 80 und 90 Prozent – Cellulite. Und dafür ist vor allem die besondere Beschaffenheit des Bindegewebes verantwortlich. Bei Männer bilden die Fasern des Bindegewebes ein dichtes, geflechtartiges Netz, was für Spannkraft sorgt und die Einlagerung von Wasser und Fett erschwert.

Das Bindegewebe bei Frauen hingegen verfügt über dehnbare Zwischenräume, in denen sich Wasser und Fett leichter ansammeln können. Zudem verlaufen die Fasern parallel. Das heißt: Im Zellzwischenraum werden mehr Fettzellen angelagert, die das lockere Netz durchdringen und sich schließlich an der Oberfläche durch Dellen bemerkbar machen. Dellen sind somit nichts Anderes als vergrößerte Fettzellen, die von den Fasern des Bindegewebes nicht mehr zusammengehalten werden können.

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Bindegewebe stärken – mit diesen 6 Methoden! 

Nicht nur durch Fettzellen kann das Bindegewebe erschlaffen, auch durch andere Faktoren, wie Hormone oder Veranlagung, verliert es bereits in frühen Jahren an Elastizität – dann spricht man von einer Bindegewebsschwäche. Die Folgen davon können sich in Dehnungsstreifen, Besenreisern und Krampfadern zeigen.

Auch wenn die Behandlungsmöglichkeiten einer Bindegewebsschwäche begrenzt sind, gibt es individuelle Maßnahmen, die einem geschwächten Bindegewebe wieder mehr Stabilität verleihen und die Haut straffer erscheinen lassen:

1. Straffes Bindegewebe: Ohne Sport geht nichts

Zieht man regelmäßig das Sofa einer Jogging-Runde um den Block vor, ist bei entsprechender Veranlagung eine Bindegewebsschwäche vorprogrammiert. Denn bei zu wenig Bewegung können sich mehr Fettzellen ansammeln – auch bei Normalgewicht. Hingegen kann regelmäßiger Sport die Fettdepots zum Schmelzen bringen.

2. Die richtige Ernährung für ein starkes Bindegewebe

Mit der richtigen Ernährung kann man viel für sein Bindegewebe tun. Dabei ist es wichtig, auf die richtigen Nährstoffe zu setzen:

  • Bestimmte Aminosäuren können das Bindegewebe aufbauen und stärken, da sie bei der Herstellung der Fasern des Bindegewebes beteiligt sind. Fisch, Fleisch, Milchprodukte und Hülsenfrüchte sind wichtige Eiweiß-Quellen, in denen viele Aminosäuren stecken.
  • Ananas enthält viel Kalium, das den Stoffwechsel anregt. Zudem aktivieren die Enzyme Bromelain und Papain die Bildung neuer, gesunder Kollagenfasern.
  • Vitamin C ist ein wichtiges Bindemittel für die Zellen des Bindegewebes. Gesundheitsexperten empfehlen deshalb: Zwei Mal täglich eine Portion Vitamin-C-reiche Lebensmittel, wie Zitrusfrüchte, Erdbeeren oder rote Paprika essen.

3. Viel Flüssigkeit hält das Bindegewebe gesund

Bindegewebe besteht aus 70 Prozent aus Wasser. Damit es seine Funktionen erfüllen kann, sollte man daher viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Drei Liter Wasser oder ungesüßte Kräutertees sind ein Muss für jeden, der sein Bindegewebe stärken möchte. Mit Saft und Softdrinks sollte man seinen Flüssigkeitshaushalt dagegen nicht auf Vordermann bringen. Denn der hohe Zucker-Anteil begünstigt die Entstehung von Fettdepots.

4. Mit Zupfmassagen gegen Wassereinlagerungen

Bei der „Zupfmassage“ wird die Haut an Po und Oberschenkeln Zentimeter für Zentimeter mit Daumen und Zeigefinger gezupft. Das fördert den Lymphfluss und tranpsortiert Wasser ab. Einen ähnlichen Effekt kann man erzielen, wenn man die betroffenen Körperpartien täglich mit einer Massagebürste sanft bearbeitet. 

5. Kalte Duschen fördern die Durchblutung

Kaltes Abbrausen nach dem Duschen fördert die Durchblutung. Besonders Mutige geben eine Hand voll Eiswürfel in eine Plastiktüte. Reiben Sie die kritischen Stellen damit kreisend ein.

6. Das Bindegewebe von innen stärken mit Silicea

Auch mit Silicea lässt sich eine Bindegewebsschwäche behandeln, da es die Symptome abmildern kann. In der Homöopathie gilt der Mineralstoff schon lange als Geheimtipp für ein elastisches und und festes Bindegewebe. Silicea gibt es in Form von Globuli, Tropfen und Tabletten in den Potenzen D6, D12 und D30.

Der Mineralstoff kann aber auch über das Schüssler Salz Nr. 11 aufgenommen werden. Um eine optimale Wirkung zu erzielen und das Bindegewebe zu stärken, empfehlen Experten eine Kur: über mehrere Wochen täglich drei Tabletten einnehmen.

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Quellen

Bindegewebe, in: amboss.com

Das Bindegewebe, in: zentrum-der-gesundheit.de

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