Bin ich krank - oder fehlen mir Vitamine?

Redaktion PraxisVITA
Vitamin-Mängel können Symptome hervorrufen
Vitaminmangel kann Symptome hervorrufen, die nur schwer von Krankheiten wie Multiple Sklerose zu unterscheiden sind. Ein Blutbild verrät die Ursachen der Beschwerden © Fotolia

Fehlt uns nur ein einziges der 13 Vitamine, gerät unser Körper aus dem Gleichgewicht - und reagiert mit Symptomen, die selbst Ärzte oft nicht von schweren Krankheiten wie multiple Sklerose unterscheiden können. Unser Blutbild gibt Aufschluss darüber, ob es sich um Vitaminmangel oder Krankheit handelt. Wie Sie Ihre Vitaminspeicher wieder auffüllen, erklärt PraxisVITA.

Es begann schleichend: Mit einem Taubheitsgefühl in den Fingern. Dann kamen Muskelkrämpfe hinzu. Irgendwann konnte Irene Maluschek ihr linkes Bein kaum noch bewegen. Die Diagnose: Multiple Sklerose.

Die 43-Jährige ist am Boden zerstört, will nicht glauben, was sie hört - und holt eine Zweitmeinung ein. Bei einem Ernährungsmediziner, der ganzheitlich arbeitet. Nach dem Bluttest steht sein Urteil fest: Irene Maluschek leidet nicht an MS – sondern an massivem Vitamin-B12-Mangel. Der löst nahezu identische Symptome aus, denn der Nährstoff ist zuständig für unsere Zellteilung. Fehlt er, wird das Rückenmark abgebaut - und Nerven geschädigt.

Vitaminmangel als Krankheitsursache? Gemeinsam sind die 13 Vitamine an rund 100 000 lebenswichtigen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Ohne sie kann unser Körper keine Nährstoffe verwerten, und wenn nur ein einziges fehlt, gerät das gesamte System ins Wanken. Die Folge: Symptome, die schwersten Krankheiten ähneln. Die beste Vorbeugung? "Drei Mal Gemüse, zwei Mal Obst und zwei Milchprodukte täglich essen", rät die Ernährungsexpertin Dr. Petra Ambrosius. Im Zweifel schafft ein Bluttest Klarheit – ein Vitaminmangel lässt sich in Absprache mit dem Arzt meist mit speziellen Präparaten leicht beheben.

 

Vitaminmangel oder Augenerkrankung?

Verschlechtert sich unsere Nachtsicht, kann das ein erstes Indiz für Grauen Star sein, eine Augenkrankheit, die nach und nach die Sehschärfe trübt. Sollte der Augenarzt nichts finden, lohnt sich allerdings der Blick auf den Einkaufszettel: Fehlen dort permanent Vitamin-A-haltige Lebensmittel wie Möhren, grünes Gemüse oder Eier, kann das die Ursache der Nachtblindheit sein. Denn: Vitamin A ist die Grundlage aller Sehfarbstoffe. Die lichtempfindlichen Sensoren im Auge können ohne es in der Dunkelheit keine Reize weiterleiten – wir sehen nur noch schwarz. Was hilft? Die gezielte Gabe von Vitamin-A-haltigen Augentropfen.

 

Welches Vitamin fehlt mir, wenn ich dauernd müde bin?

Junge Frau ist müde und gähnt
Hinter Müdigkeit kann ein Nährstoffmangel stecken © iStock/Neustockimages

Die Ursachen für Müdigkeit sind zahlreich. So kann zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion dahinterstecken. Wenn der Bluttest ohne Befund bleibt, ist eine Untersuchung des Kühlschranks zu empfehlen. Sind Milchprodukte, Fleisch oder Kohl vorhanden? Andernfalls könnte ein Niacin-Mangel die Beschwerden verursachen. Das Vitamin ist an vielen Reaktionen beteiligt, die in unserem Körper freie Radikale unschädlich machen. Können diese Vorgänge nicht ablaufen, greifen die aggressiven Stoffe unsere Zellen an und wir verlieren Energie. Weiterhin wird Niacin benötigt, um neue Kraft aus Fetten, Eiweißen und Kohlenhydraten zu gewinnen. Ein Mangel schwächt uns daher gleich doppelt.

 

Neurodermitis oder Vitaminmangel?

Schuppender Hautausschlag ist ein typisches Symptom für Neurodermitis. Was die wenigsten wissen: Bei einem Vitamin-B6-Mangel treten die Beschwerden ebenfalls auf. Der Grund: Das Vitamin unterstützt die Vernetzung der Kollagenfäden im Gewebe. Fehlt es, beginnt sich die Haut zu schuppen. Außerdem stärkt Vitamin B6 unsere Nerven. Bei Unterversorgung reagieren sie gereizt, überempfindlich und fühlen sich depressiv verstmmt. Das Vitamin ist vor allem in Bohnen, Samen und Rindfleisch enthalten.

 

Welches Vitamin verhilft meinem Körper zu mehr Energie?

Anhaltende Übelkeit ist das typische Symptom einer Magen-Darm-Infektion. In vielen Fällen liegt ihr aber eine viel harmlosere Ursache zugrunde – nämlich Vitamin-H-Mangel. Das sogenannte Biotin hilft unserem Körper, Nahrung in Energie umzuwandeln, und es wird dringend für den Fettsäurestoffwechsel benötigt. Fehlt es, bekommt unsere Verdauung schlechte Laune: Darauf, dass Nährstoffe kaum abgebaut werden können, reagiert unser Körper mit Übelkeit und wehrt sich so vor weiterer Nahrung, die er nicht verstoffwechseln kann. Biotin ist vor allem in Milchprodukten, Eiern und Haferflocken enthalten.

 

Gibt es ein Vitamin, das Nervenzellen reparieren kann?

Vergesslichkeit kann eine Alterserscheinung oder auch die Folge von schweren Erkrankungen wie Alzheimer oder Demenz sein. Häufig steckt allerdings unsere Ernährung dahinter. Ein wichtiges Werkzeug für sämtliche Stoffwechselvorgänge im zentralen Nervensystem ist das Vitamin B3. Der Stoff wird zur Produktion zahlreicher Botenstoffe benötigt, die im Gehirn Signale von einem Nerv zum nächsten weiterleiten. Und nicht nur das: Auch jene Enzyme, die überarbeitete Nerven in unserem Kopf reparieren, benötigen Vitamin B3 als Energiequelle. Wenn wir uns auf einmal nicht mehr alles merken können, sollten wir keinesfalls vergessen, Lebensmittel mit dem Vitamin einzukaufen (Fleisch, Fisch und Milchprodukte zum Beispiel enthalten ausreichend davon).

 

Welches Vitamin schützt vor Krampfadern?

Frau mit kurzem Rock und Krampfaden
Nicht nur Bewegungs- sondern auch Vitamin C Mangel können zu Krampfadern führen © iSTock/zlikovec

Venenschwäche kann uns in die Wiege gelegt sein. Viel öfter sind wir aber selbst daran schuld. Neben Bewegungsmangel zählt vor allem eine Unterversorgung mit Vitamin C zu den häufigsten Auslösern. Ohne den Vitalstoff kann unser Gewebe kein Kollagen herstellen – den Stützpfeiler aller Gefäße. Die Folge: Die Wände der Venen verlieren ihre Festigkeit, können dem Blutdruck auf Dauer nicht standhalten und leiern aus. Vitamin-C-Präparate (Apotheke) eignen sich daher zur Vorsorge von Krampfadern. Das Vitamin steckt außerdem in vielen Obst- und Gemüsesorten wie zum Beispiel Brokkoli, Grünkohl, Paprika, Spinat, Kiwi, Orangen und Sanddorn.

 

Wie verhindern Vitamine Kopfschmerzen und Migräne?

Etwa jede fünfte Frau und jeder zehnte Mann leiden unter Migräne. Die Ursache der quälenden Kopfschmerzen konnte bisher nicht endgültig geklärt werden. Fest steht: Das Nervensystem von Betroffenen reagiert auf Reize sensibler und verbraucht wesentlich mehr Energie. Eine Studie der Universität Kiel belegt, dass Vitamin-B2-Präparate bei Migräne genauso wirkungsvoll wie Beta-Blocker sind - und das ganz ohne Nebenwirkungen. Der Grund: Vitamin B2 ist der Motor des Energiestoffwechsels. In ausreichender Menge kann es selbst den großen Hunger übersensibler Nerven decken, und unser Kopf gibt endlich Ruhe. Milch, Fleisch, Fisch, Vollkornprodukte sowie Brokkoli und Grünkohl zählen zu guten Vitamin-B2-Lieferanten.

 

Heilen Medikamente oder Minerale Herzprobleme?

Nicht immer stecken Bluthochdruck oder Arteriosklerose hinter Herzrhythmusstörungen. Oft liegt es an einem Magnesiummangel – dem Mineral, das unseren Herzmuskel entspannt. Zur Vorsorge und zur Behandlung von Herzproblemen eignen sich am besten hochdosierte Magnesiumpräparate (zum Beispiel Magnesium Verla 300).

 

Zinkmangel verursacht Immunschwäche

Schwere chronische Krankheiten oder akuter Stress schaden unserer Abwehr – ebenso Zinkmangel. Das Spurenelement beschleunigt die Produktion von weißen Blutkörperchen – den Zellen, die Bakterien und Viren bekämpfen. Auch die sogenannten Fresszellen können ohne Zink keine Krankheitserreger vernichten und Eindringlinge haben leichtes Spiel. Fleisch, Eier, Linsen und Haferflocken enthalten viel Zink.

 
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