Bewährte Trauma-Therapien

Trauma-Therapie
Wenn ein traumatisches Erlebnis Sie immer wieder einholt, sollten Sie eine Psychotherapie beginnen. Geeignet sind Therapeuten mit einer Zusatzausbildung zur Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung © Fotolia

Menschen mit einer posttraumatischen Belastungsstörung konnten ein erlebtes Trauma nicht verarbeiten und werden immer wieder davon verfolgt. Hier erfahren Sie, welche Therapien traumatisierten Menschen helfen.

Das Trauma hat 1.000 Gesichter, doch eines ist stets gleich: Ein Erlebnis, das mit großer Hilflosigkeit, Angst oder Horror verbunden ist, hält die Seele umklammert. Kann sie das Geschehene nicht verarbeiten, durchlebt der Betroffene den Horror immer und immer wieder. Diagnose: posttraumatische Belastungsstörung. Geschätzte 30 Prozent der Menschen, die Bedrohliches erlebten, entwickeln sie, zum Beispiel nach einem schweren Unfall oder einer Naturkatastrophe. Auch eine unheilbare Krankheit, Missbrauch, der Verlust von Angehörigen oder Kriegserfahrungen sind häufige Auslöser. Bis die ersten Symptome auftreten – etwa Depressionen, Panikattacken oder Herzschmerzen – können Wochen, Jahre oder gar Jahrzehnte vergehen. Gut zu wissen, dass es Therapien gibt, auf die auch ältere Menschen gut ansprechen. Eine Kurzzeittherapie (15 oder 20 Stunden) führt oft schon zu einer deutlichen Verbesserung.

 

Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR)

Das „Eye Movement Desensitization and Reprocessing“ heißt übersetzt „Augenbewegung, Desensibilisierung und Wiederaufarbeitung“. Und so funktioniert die Methode, die wissenschaftlich anerkannt ist: Während der Patient mit der posttraumatischen Belastungsstörung von seinem belastenden Erlebnis erzählt, bewegt der Therapeut seine Hand vor dem Gesicht des Patienten schnell hin und her. Diesen Aktionen gilt es, mit den Augen zu folgen. Die Augenbewegungen, die denen in der tiefen Schlafphase ähneln, bewirken, dass das Gehirn unverarbeitete traumatische Erlebnisse verarbeiten kann. Therapeuten finden Sie im Internet, etwa auf der Seite www.emdria.de.

 

Das Trauma wiedererleben – Virtual Reality

Tod, Blut und Schmerzen – sie gehören für den Menschen zum Schlimmsten, was er erleben kann. Für Soldaten im Einsatz ist das Verüben, Erleben und Erleiden von Grausamkeiten oft Alltag. Was sie allerdings nicht davor schützt, traumatisiert zu werden. Damit sie nicht in den Teufelskreis aus Angst, Aggressionen und Vereinsamung geraten, stellen sie sich ihren Erfahrungen und lernen, die Angst zu überwinden – am Computer. Dabei sehen die Soldaten nicht nur Bilder, sie atmen auch Gerüche, wie verbranntes Gummi, ein und sitzen auf einem beweglichen Sitz, der das Holpern eines Panzers simuliert. Forscher sehen diese Therapie als wirksame Maßnahme an, um Traumata zu überwinden.

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