Bettwäsche, Handtuch, Spülschwamm – Was muss wann gewechselt werden?

Phyllis Kuhn
Waschen bei 60 Grad reicht normalerweise aus, um Keime abzutöten
Waschen bei 60 Grad reicht normalerweise aus, um Keime abzutöten © Alamy

Solange alles sauber aussieht und nicht riecht, muss es nicht gewaschen werden – oder? PraxisVITA erklärt, wie oft Sie Ihre Haushaltsgegenstände tatsächlich waschen sollten.

Wir wissen es, Sie wissen es, wir alle wissen es – und trotzdem stecken wir manchmal einfach den Kopf in den Sand, wenn es um das regelmäßige Wechseln und Waschen bestimmter Gegenstände in unserem Haushalt geht. Das Duschhandtuch sieht doch auch nach einer Woche noch gut aus, oder? Keine Ahnung, seit wann der Spülschwamm da schon liegt, aber der geht doch noch, oder? Und die Bettwäsche habe ich gerade erst gewechselt, vor ...  Moment, vier oder fünf Wochen?

Die Antwort lautet in fast jedem Fall: Nein, das Handtuch / Kopfkissen / Spültuch ist nicht mehr frisch genug und sollte dringend gewaschen beziehungsweise ausgewechselt werden.

 

Bakterien und Schimmel – unsichtbar, aber trotzdem schädlich

Denn auch, wenn wir Keime nicht mit bloßem Auge sehen und diese auch nicht immer riechen können – sie sind irgendwann da. Und das eher, als uns lieb ist.

 

Lüften alleine reicht nicht

Grundsätzlich gilt: Alles, was mindestens einmal am Tag Feuchtigkeit, Haut- und Essensresten ausgesetzt ist, fängt früher oder später an, Bakterien und Schimmelpilze zu bilden. Das kann leider auch durch ständiges Lüften nicht abgewendet werden. Denn beispielsweise kommt unsere Bettwäsche Nacht für Nacht mit literweise Schweiß, etwas Speichel und Milliarden von Hautmikroben in Kontakt – eine Mischung, die der Gesundheit klar schaden kann. Ein feuchtwarmes Duschhandtuch, in dem sich jeden Tag mehr und mehr Hautreste ansammeln, wird schnell zu einer Art Petrischale für Keime und Schimmelsporen. Diese reibt man sich dann beim nächsten Abtrocknen erneut auf die Haut.

 

Gesundheitliche Schäden durch mangelnde Hygiene

Die Folgen schludriger Haushaltshygiene können vielfältig sein: Akne bei zu selten gewechselten Kopfkissenbezügen, trockene Haut und Ausschläge bei verkeimten Handtüchern und Magen-Darm-Infektionen durch bakterienbelastete Spülschwämme. Dabei reicht bei all diesen Utensilien einmaliges Waschen bei 60 Grad normalerweise aus, um Keime zu vermeiden. Die Nutzungsdauer eines Spülschwammes liegt im Schnitt bei drei Tagen, dann sollte auch er desinfiziert werden. Anstatt ihn zu waschen, können Sie ihn auch einfach eine Minute nass in die Mikrowelle legen die Temperatur reicht aus, um Bakterien abzutöten.

 

Desinfizieren oder neu kaufen?

Gegenstände, bei denen Sie um einen Neukauf nicht herumkommen, sind beispielsweise Matratzen, Bettdecken und Kopfkissen. Diese Dinge sollten Sie ungefähr alle zehn Jahre entsorgen und einfach neu kaufen.

Ein Gegenstand bildet dabei die Ausnahme: Klobürsten. Hier sollten Sie sich weder die Mühe einer Desinfektion machen, noch zehn Jahre bis zum Austausch warten. Alle sechs Monate eine neue Bürste ist hier eine gute Daumenregel.

Erfahren Sie in unserer Bildergalerie, welche Dinge Sie wann waschen sollten.

© by WhatsBroadcast

Hamburg, 01. September 2016

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