Bettnässen? So helfen Sie Ihrem Kind

Bei Bettnässen ist es wichtig, gemeinsam Zeit zu verbringen
Wenn Ihr Kind vom Bettnässen betroffen ist, sollten Sie geduldig sein, ihm viel Zuwendung geben und gemeinsam Zeit verbringen © Fotolia

In Deutschland sind über 640 000 Mädchen und Jungen von einer Enuresis betroffen. Die Ursache ist meist nicht seelisch, sondern körperlich. Erfahren Sie hier, welche neuen Medikamente helfen!

Für viele Eltern ist es eine große Belastung, wenn Sohn oder Tochter jenseits des Kleinkindalters noch ins Bett machen. Dabei kommt es gar nicht so selten vor, wie die meisten Betroffenen glauben. Mit fünf Jahren haben 15 bis 20 Prozent der Kinder nachts ihre Blase nicht unter Kontrolle, mit sechs sind es zehn Prozent und mit zehn sogar noch fünf.

Wenn bei Kleinkindern bereits über einen längeren Zeitraum auf die Windeln verzichtet wurde, bevor das Bettnässen auftrat, sprechen die Experten von einer so genannten sekundären Enuresis. Oft ist die Geburt eines Geschwisterchens, ein Umzug, die Trennung der Eltern oder eine vergleichbare seelische Belastung der Auslöser. Liebevolle Gespräche helfen dann meist, die Not und Verunsicherung des Kindes zu lindern.

 

Die Ursache für Bettnässen ist häufig eine Reifestörung

War die Tochter oder der Sohn im Alter von fünf oder sechs nie über einen längeren Zeitraum trocken, liegt eine primäre Enuresis vor. Das ist keine Krankheit, sondern eine Reifestörung durch den Mangel der körpereigenen Substanz ADH, die zur unwillkürlichen Entleerung der Blase im Schlaf führt.

Nicht nur die Eltern leiden darunter, auch das Selbstwertgefühl der Kleinen nimmt Schaden. Sie schämen sich. Deshalb ist es besonders wichtig, dem Kind seelischen Beistand zu geben. Strafen und Schuldzuweisungen helfen nicht. Haben Sie Geduld und versuchen Sie nicht, etwas zu erzwingen. Vermitteln Sie Ihrem Kind ein gutes Körpergefühl und geben Sie ihm Zuwendung. Schenken Sie ihm Selbstvertrauen.

 

Bettnässen ab 6 Jahren medizinisch behandeln lassen

Ärzte raten, das Bettnässen ab Vollendung des fünften Lebensjahres medizinisch zu behandeln, und zwar mit dem Wirkstoff Desmopressin. Er ersetzt im kindlichen Organismus die Substanz, die er noch nicht selbst bilden kann. Die Erfolgsquote dieser Therapie liegt bei 88 Prozent. Schon nach Einnahme der ersten Tablette bleibt das Bett in den meisten Fällen trocken. Nach drei Monaten wird das Medikament langsam abgesetzt.

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