Bestätigt: Anti-Diabetes Medikament macht krank!

Diabetes Typ 2 Medikament Blasenkrebs
Aufgrund seiner erfolgreichen Wirksamkeit erfreute sich das Anti-Diabetes Medikament bis vor einigen Jahren an großer Beliebtheit. Eine neue Studie bringt endgültige Beweise dafür, warum es besser ist dieses Arzneimittel zu meiden © fotolia

Das Medikament Pioglitazon war lange Zeit das erste Mittel bei Typ-2-Diabetes. Eine neue Studie beweist, wie es sich wirklich auf die Gesundheit auswirkt.

Bereits im Jahr 1999 wurde der Wirkstoff Pioglitazon als Anti-Diabetes Medikament Actos in den USA eingeführt. Ein Jahr später dann in Deutschland. In einer präklinischen Tierversuch-Studie hatte sich herausgestellt, dass das Medikament Pioglitazon die Empfindlichkeit für Insulin im Fett- Muskel- und Lebergewebe reduziert. Demzufolge eignete es sich hervorragend zur Therapie bei Diabetes-Typ-2. Bei Diabetes-Typ-2 verlieren die Fett- Muskel- und Leberzellen die Fähigkeit auf das Hormon Insulin zu reagieren. Insulin ist aber notwendig, damit Zucker aus dem Blut aufgenommen werden kann. In Folge produziert die Bauchspeicheldrüse bis zur Erschöpfung immer größere Menge des Hormons. Neben den positiven Wirkungen des Medikaments brachte die präklinische Studie auch negative Ergebnisse. Es bestand der Verdacht, dass das Arzneimittel kanzerogen ist. Im Test zeigte sich, dass Ratten, die Pioglitazon erhielten, häufiger an Blasenkrebs erkrankten. Daraufhin wurde 2005 die „PROactive“ Studie durchgeführt. Die kam zu dem Ergebnis, dass die Einnahme von Pioglitazon bei Diabetes Patienten einen späteren Blasenkrebs begünstigt. In der Vergleichsgruppe, die nur mit Placebos behandelt wurde, traten keine Fälle von Blasenkrebs auf. Placebos sind Medikamente ohne Wirkung. In einer Langzeitstudie wurden die Anti-Diabetes Medikamente Pioglitazon und Rosiglitazon miteinander verglichen. Jetzt veröffentlichten die Wissenschaftler ihre Ergebnisse.

 

Über 60 Prozent erleiden häufiger Blasenkrebs

In einer groß angelegten Studie erforschte das Team des Department of Epidemiology der Universität Montreal die Auswirkungen von Pioglitazon und Rosiglitazon auf den Menschen. Nahezu 15 Jahre lang wurden insgesamt 145 806 Patienten, die sich einer Pioglitazon-Therapie unterzogen, von den Forschern untersucht. Die Ergebnisse veröffentlichten sie im British Medical Journal. Sie konnten nachweisen, dass die lange notwendige Behandlungsdauer mit hochkonzentriertem Pioglitazon das Risiko für Blasenkrebs um 63 Prozent erhöht. Insgesamt 622 Patienten erlitten Blasenkrebs als Folge der Arzneimittel-Einnahme. Im Vergleich dazu zeigte das Medikament Rosiglitazon keine negativen Auswirkungen.

 

Noch am Markt aber an Bedeutung verloren

Seit Mitte Juni 2011 warnten Aufsichtsbehörden in Frankreich, Deutschland Rumänien vor einem erhöhten Blasenkrebsrisiko. Aufgrund der wachsenden Zahl an oraler Antidiabetika hob der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) bereits im März 2011 eine Verordnungsfähigkeit für dieses Medikament auf und rät von dem Gebrauch von pioglitazonhaltiger Arzneimittel ab. Die Ergebnisse der Langzeitstudie der University Montreal rückt das Medikament endgültig in ein schlechtes Licht. Wahrscheinlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis es europaweit verbodetn wird.

 

Was können Sie tun, um Diabetes-Typ-2 erst gar nicht zu bekommen?

Wenn Sie sich ausgewogen ernähren, Übergewicht vermeiden und sich viel bewegen, können Sie Diabetes-Typ-2  vorbeugen. Laut Prof. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln reichen schon 3x30 Minuten Sport aus, um Diabetes vorzubeugen.

Wie Sie bei einer bestehenden Diabetes-Erkrankung tun können, um sich wohl zu fühlen, zeigen Ihnen die Ernährungstipps aus der Bildergalerie.

Hamburg, 01. April 2016

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