Besserer Sex durch Yoga?

Verena Elson Medizinredakteurin

Yoga schützt vor Krebs, Depressionen und Herzerkrankungen – vernünftig ist es also allemal, sofort mit dem Training zu beginnen. Doch es gibt ein Argument, das vielleicht noch überzeugender ist: Yoga sorgt für mehr Spaß im Bett – das zeigen Studien.

Frau macht Yogaübung Kobra
Bhujangasana (Die Kobra) ist eine Yogaübung, die vor allem Bauch- und Beckenbodenmuskulatur trainiert Foto:  iStock/Pinkypills

Für eine Forschungsarbeit indischer Wissenschaftler nahmen 40 Frauen im Alter zwischen 22 und 55 Jahren für zwölf Wochen an Yogatraining teil. Nach Abschluss des Studienzeitraums berichteten 75 Prozent der Probandinnen über positive Veränderungen in ihrem Sexleben. Die Verbesserungen bezogen sich auf alle Bereiche des sogenannten „Female Sexual Function Index“ – einer Art Bewertungsskala des weiblichen Liebeslebens: Lust, Erregbarkeit, Lubrikation (Befeuchtung), Orgasmus, Zufriedenheit und Schmerzen. 

Die Frauen lernten 22 Yoga-Positionen, die darauf abzielen, die Bauchmuskeln zu trainieren, die Verdauung anzuregen, den Beckenboden zu stärken und die Stimmung aufzuhellen – darunter etwa die Übungen Trikonasana (Das Dreieck) und Bhujangasana (Die Kobra).

 

Yoga sorgt auch bei Männern für besseren Sex

Eine Untersuchung desselben Forscherteams zeigte 2011: Auch Männer profitieren von Yogatraining für ein erfüllenderes Liebesleben. Nach der zwölfwöchigen Trainingsperiode zeigten auch die männlichen Probanden Verbesserungen auf allen Punkten des „Male Sexual Quotient“ – darunter Verlangen, Befriedigung, Leistung, Selbstvertrauen und Orgasmus.

Das Team um Studienleiter Dr. Vikas Dhikav am Dr. Ram Manohar Lohia Hospital in New Delhi fand außerdem heraus, dass Yoga eine wirksame Alternative für gängige Medikamente gegen vorzeitigen Samenerguss ist (z.B. Übungen wie Kapalbhati und Dhanurasana).

 

Wie verbessert Yoga den Sex?

Wie kommt es zu diesen positiven Yoga-Effekten? Mit dieser Frage beschäftigten sich Wissenschaftler der University of British Columbia (UBC) im kanadischen Vancouver in einer Metastudie.

Erstautorin Dr. Lori Brotto und ihr Team erklären, dass Yoga für eine bessere Steuerung von Aufmerksamkeit und Atmung sorgt, Angst und Stress lindert und die Aktivität des sogenannten Parasympathikus reguliert. Das heißt: Durch das Training wird der Teil des vegetativen Nervensystems aktiviert, der dem Körper den Befehl gibt zu entspannen, auszuruhen, zu verdauen und die Herzfrequenz zu verringern.

„Alle diese Effekte werden mit Verbesserungen der sexuellen Leistungsfähigkeit in Verbindung gebracht“, schreiben die Forscher.

Quellen:
Dhikav, Vikas, et al. (2010): Yoga in female sexual functions, in: The journal of sexual medicine.

Dhikav, Vikas, Girish Karmarkar, and Kuljeet Anand (2011): YOGA AND SEXUALITY: A NOVEL WAY TO IMPROVE SEXUAL FUNCTIONING, in:Yoga in Science – Future and Perspectives.

Brotto, Lori A., Lisa Mehak, and Cassandra Kit. (2009): Yoga and sexual functioning: a review, in: Journal of sex & marital therapy.

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