Besser sehen mit dem Orangentrick

Verena Elson
Der regelmäßige Verzehr von Orangen verringert das Risiko einer Altersbedingten Makuladegeneration
Der regelmäßige Verzehr von Orangen verringert das Risiko einer Altersbedingten Makuladegeneration © ansonmiao/iStock

Wer regelmäßig Orangen isst, senkt sein Risiko für die Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) – zu diesem Ergebnis kommen australische Forscher in einer aktuellen Studie.

„Im Wesentlichen haben wir herausgefunden, dass Menschen, die jeden Tag mindestens eine Orange essen, ein geringeres Risiko haben, Makuladegeneration zu entwickeln als Menschen, die nie Orangen essen“, sagt Studienleiterin Bamini Gopinath.

Mit ihrem Team am Westmead Institute for Medical Research befragte sie mehr als 2.000 Australier ab 50 zu ihren Essgewohnheiten und begleitete sie 15 Jahre lang. Die Forscher interessierten sich speziell dafür, ob die Probanden im Studienzeitraum an AMD erkrankten.

 

Flavonoide schützen vor Makuladegeneration

Die Erhebung ergab: Eine Orange pro Tag verringert das Risiko, an AMD zu erkranken, um mehr als 60 Prozent. Laut Vermutung der Wissenschaftler liegt das an den sogenannten Flavonoiden – das sind die Pflanzenstoffe, die der Orange ihre Farbe verleihen. Sie wirken antientzündlich und gefäßschützend.

„Flavonoide sind mächtige Antioxidantien, die in fast allen Obst- und Gemüsesorten vorkommen, und sie haben einen antientzündlichen Effekt auf das Immunsystem“, so Gopinath. Ihr Team suchte auch nach Verbindungen zwischen dem Verzehr anderer flavonoidhaltiger Lebensmittel wie Tee, Äpfel oder Rotwein und dem Risiko für AMD, konnte aber bei keinem anderen Nahrungsmittel einen Zusammenhang feststellen. Auch Orangensaft hat demnach keinen schützenden Effekt.

 

Was passiert bei der Altersbedingten Makuladegeneration?

Bei der AMD wird ein wichtiges Areal in der Mitte der Netzhaut zerstört. Das führt dazu, dass die Betroffen zunehmend Schwierigkeiten beim Lesen und Erkennen von Gesichtern und Details haben.

Die umgebenden Areale der Netzhaut sind nicht von der Erkrankung betroffen, sodass sie nicht zur vollständigen Erblindung führt und die Erkrankten noch Umrisse erkennen, sich im Raum orientieren und Hell-Dunkel-Kontraste wahrnehmen können.

Eine Heilung von AMD ist bisher nicht möglich. Die verschiedenen Therapieformen zielen darauf ab, das Voranschreiten der Erkrankung zu verzögern.

Quelle:
Gopinath, Bamini, et al. (2018): Dietary flavonoids and the prevalence and 15-y incidence of age-related macular degeneration, in: The American Journal of Clinical Nutrition.

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