Berliner Charité: Keime auf der Frühchen-Station

Ein Frühchen gähnt im Brutkasten
Fünf Frühchen auf einer Intensivstation der Berliner Charité sind mit gefährlichen Keimen infiziert – bei allen hat die Behandlung mit Antibiotika angeschlagen © Shutterstock

In der Frühchen-Intensivstation der Berliner Charité haben sich fünf Säuglinge mit gefährlichen Keimen infiziert. Auf der betroffenen Station befinden sich auch die Vierlinge der 65-jährigen Annegret R.

Nachdem auf der Frühchen-Intensivstation auf dem Campus Virchow-Klinikum im Berliner Bezirk Wedding Keime vom Typ Serratia marcescens aufgetreten sind, nimmt die Station Medienberichten zufolge keine weiteren Patienten mehr auf.

Fünf Babys sind betroffen – alle haben ein extrem niedriges Gewicht und schwere Begleiterkrankungen. Laut Berichten führte der Keim bei drei Kindern zu Lungenentzündungen und bei einem zu einer Entzündung am Auge. Bei allen Patienten wirkte das eingesetzte Antibiotikum.

Bei dem fünften Frühchen wurden demnach bereits bei der Aufnahme Keime festgestellt. Ob es sich um dieselben Keime wie bei den anderen Kindern handelte, ist noch nicht abschließend geklärt. Doch auch bei ihm habe die Behandlung angeschlagen.

 

Vierlinge der 65-jährigen Annegret R. auf betroffener Station

Auch die Vierlinge von Annegret R. werden auf der betroffenen Station betreut. Die 65-Jährige hatte in den vergangenen Wochen für Aufsehen und Diskussionen gesorgt, weil sie sich trotz gesundheitlicher Risiken für Mutter und Kinder mit über 60 künstlich befruchten ließ – Praxisvita berichtete. Am 19. Mai brachte sie als erste 65-jährige Frau Vierlinge zur Welt. Laut Mitteilung der Berliner Charité sind die Ärzte mit der Entwicklung der Babys zufrieden, die kritische Phase sei aber noch nicht überstanden.

Nun liegen die Vierlinge wie alle anderen nicht betroffenen Patienten getrennt von den infizierten Kindern der Frühchen-Intensivstation. Laut Angaben der Klinik werden infizierte und nicht infizierte Kinder von verschiedenen Ärzteteams betreut, um die nicht betroffenen Babys bestmöglich zu schützen.

Bereits 2012 waren in der Berliner Charité die gleichen Keime aufgetreten. Damals war ein infiziertes Baby gestorben – allerdings durch eine Herzoperation.

Wie Sie sich vor Keimen im Krankenhaus schützen können, erfahren Sie hier.

Hamburg, 29. Mai 2015

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