Ben Stiller: So habe ich meinen Prostata-Krebs besiegt

Phyllis Kuhn

Der „Zoolander“-Star war bereits vor zwei Jahren an Prostata-Krebs, der häufigsten Krebsart bei Männern erkrankt. Jetzt spricht er erstmals öffentlich darüber.

Der Hollywood-Schauspieler Ben Stiller hat am Dienstag bekannt gegeben, dass bei ihm im Jahr 2014 Prostatakrebs diagnostiziert wurde. Der 50-jährige, der zu einem der bestverdienenden Hollywood-Stars gehört, ist auch zwei Jahre nach der Diagnose noch erschüttert. „Es unterbricht einfach alles in deinem Leben, wenn du eine Krebs-Diagnose erhältst. Man kann keine Filme mehr planen, weil man nicht weiß, was passieren wird“, erzählte er Moderator Howard Stern in einem Radio-Interview. Da der Krebs in einem frühen Stadium entdeckt wurde, konnte er operativ entfernt werden. Dafür ist Stiller bis heute dankbar. Er schreibt in einem Essay für das Online-Magazin Medium: „Es ist ein schwieriges Thema. Aber in dieser unperfekten Welt denke ich, dass man die beste Entscheidung zu einem gut behandelbaren aber dennoch tödlichen Krebs nur treffen kann, wenn man ihn früh erkennt“. Stillers Essay trägt den Titel „Der Prostatakrebs-Test, der mein Leben gerettet hat“ („The Prostate Cancer Test That Saved My Life“).

Ben Stiller
Hollywood-Star Ben Stiller: "Der PSA-Test hat mein Leben gerettet"© Alamy
 

Wissenschaftlich umstrittener PSA-Test

Der Schauspieler bezieht sich damit auf den sogenannten PSA-Test (PSA = Prostata-spezifisches Antigen). Der Bluttest ist wissenschaftlich umstritten, da er teilweise einen erhöhten Wert ausgibt, welcher jedoch auch harmlose Gründe haben kann. Kritiker des Tests bemängeln, dass durch solch einen „falsch positiven Befund“ auch eigentlich gesunde Männer mit Verdacht auf Krebs behandelt und teilweise sogar operiert werden. Die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) empfiehlt den PSA-Test dennoch , da er das sicherste Mittel ist, Prostatatumoren frühzeitig zu erkennen. Der Test (Kosten etwa 30 bis 50 Euro) wird von den Krankenkassen nicht bezahlt.

 

„Eine Achterbahnfahrt, die jährlich 180.000 Männer nachempfinden können“

Empfohlen wird der Test für Männer im Alter von 45 bis 65 Jahren, die unter Beschwerden leiden oder familiär vorbelastet sind. Wird bei dem Patienten zweimal in Folge ein auffälliger Wert gemessen, werden mittels einer sogenannten Biopsie Gewebeproben entnommen. Die Untersuchung wird in diesen Fällen von den Krankenkassen bezahlt. Wenn sich im untersuchten Gewebe tatsächlich Krebszellen finden, stehen verschiedene Verfahren zur Auswahl: Krebsvorstufen werden meist nur durch regelmäßige Untersuchungen beobachtet. Größere Veränderungen können bestrahlt, operiert oder mit einer Hormontherapie behandelt werden.

Ben Stiller ist nach seiner erfolgreichen Behandlung ein klarer Befürworter des PSA-Tests: „Ich wurde am Freitag, den 13. Juni 2014 mit Prostata-Krebs diagnostiziert. Am 17. September des selben Jahres bekam ich einen Test zurück, der besagte, dass ich krebsfrei war. Die drei Monate dazwischen waren eine Achterbahnfahrt, die jährlich 180.000 Männer nachempfinden können. Ich mache den Test jetzt alle sechs Monate um sicherzugehen, dass ich gesund bin“.

 

Prominente Prostatakrebs-Patienten

Ben Stiller ist mit seiner Erkrankung kein prominenter Einzelfall. Sein Schauspielerkollege Robert De Niro, mit dem Stiller selbst in mehreren Filmen („Meine Frau, ihr Vater und ich“) vor der Kamera stand, erkrankte im Jahr 2003 an Prostata-Krebs. Da bei ihm der Krebs, ähnlich wie bei Ben Stiller, früh erkannt wurde, konnte er operativ entfernt werden. Seitdem gilt De Niro als geheilt. Auch Ex-James Bond Roger Moore erkrankte 1993 an Prostatakrebs. Nach einer Chemotherapie und einer Operation, gilt auch er als geheilt. Lemmy Kilmister, Gründer der Band Motörhead verlor den Kampf gegen den Krebs Anfang des Jahres. Er starb wenige Tage nach seinem 70. Geburtstag. Der bekannteste deutsche Betroffene ist der Musikproduzent Ralph Siegel. Er galt nach einer Operation als geheilt, der Krebs kehrt jedoch nach zwei Jahren zurück. Auch er setzt sich seitdem öffentlich für die Nutzung urologischer Vorsorgeuntersuchungen ein.

Hamburg, 05. Oktober 2016

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