Bei Zwangsstörungen kommen verschiedene Ursachen zusammen

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Für Zwangsstörungen lassen sich die genauen Ursachen nicht eindeutig klären. Experten nehmen heute an, dass biologische, psychologische und äußere Faktoren bei der Entwicklung von Zwangsstörungen zusammenwirken.

Es gibt zum Beispiel lern- und verhaltenspsychologische Erklärungsansätze, die davon ausgehen, dass die Betroffenen in der Kindheit falsche Lernerfahrungen gemacht haben, sodass es zu sogenannten irrationalen inneren Überzeugungen gekommen ist. Diese können dann Zwangsstörungen entstehen lassen und aufrechterhalten. Andere Theorien besagen, dass die Betroffenen eigentlich unter den gleichen aufdringlichen Gedanken leiden wie viele gesunde Menschen auch, sich jedoch stärker davon bedroht fühlen und sich in der Verantwortung sehen, die Bedrohung von sich und anderen abzuwenden. Zudem gibt es einige Abwandlungen des sogenannten psychodynamischen Modells, das sich an der Vorstellung orientiert, dass die Betroffenen mit den Zwangshandlungen vor allem ihre inneren Ängste und Konflikte kompensieren.

Angst vor Kontrollverlust
Kontrollverlust gehört bei einer Zwangsstörung zu den größten Ängsten© iStock

Der endgültige Auslöser einer Zwangsstörung ist vor diesen Hintergründen manchmal eine Stresssituation oder das Gefühl, über einen Lebensbereich die Kontrolle zu verlieren – zum Beispiel durch einen Jobwechsel oder den Verlust eines Angehörigen. Häufig treten die Zwangsgedanken und -handlungen allerdings auch ohne erkennbaren Auslöser in Erscheinung.

Verschiedene Studien deuten darauf hin, dass die Veranlagung für Zwangsstörungen erblich sein könnte. Verwandte von Menschen mit einer Zwangserkrankung haben offenbar ein höheres  Erkrankungsrisiko als die Gesamtbevölkerung. Zudem ließ sich inzwischen nachweisen, dass unter neurobiologischen Gesichtspunkten das Gehirn von Menschen mit Zwangsstörungen teilweise anders funktioniert als das von Gesunden, vor allem im Bereich der sogenannten Basalgangien. Auch die Funktion der Botenstoffe Serotonin und Dopamin spielt im Gehirn von Zwangserkrankten eine Rolle, die allerdings noch nicht bis ins Detail erforscht ist.

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