Bei Zerrung, Verstauchung, Prellung: Ratgeber für Selbstbehandlung

Wichtige Sofortmaßnahmen nach einer Zerrung
Eine Zerrung macht sich durch plötzlichen und stechenden Schmerz bemerkbar. Richtige Sofortmaßnahmen können Folgeschäden verhindern © istock

Was hilft im Notfall am besten? Wärme oder Kälte? Mit unseren SOS Tipps können Sie Folgeschäden durch eine Zerrung und Ähnliches vermeiden.

Was viele nicht wissen: Selbst nach dem Abklingen der Schmerzen kann eine vermeintlich kleine Blessur große Schäden nach sich ziehen. Wichtig ist deshalb die schnelle und richtige Erstversorgung. Merken kann man sich die mit der sogenannten PECH-Regel. Generell gilt: Auf der frischen Verletzung sind wärmende, durchblutungsfördernde Salben unbedingt zu vermeiden. Sie verschlimmern die Beschwerden. Hier ist Kälte immer das Mittel der Wahl. Dabei sollte das Eis jedoch nicht direkt auf den Körper gepackt werden, sonst kann es zu Erfrierungen kommen. Am besten ein Handtuch dazwischen legen. Erst nach Abschluss der ersten Heilungsphase, nach 48 Stunden, sind Wärmebehandlungen oder Sportsalben förderlich. Sie kurbeln den Stoffwechsel in der verletzten Region an und unterstützen den Körper beim Abtransport von Abfallprodukten. So wird eine schnelle und effektive Heilung erreicht.

 

Zerrung

Symptome: Sofortiger starker bis stechender Schmerz, kurzzeitige Dellenbildung, Bluterguss, Bewegungseinschränkung.

Erste Hilfe: Laut PECH-Regel, Verletzungen wie Zerrungen am Oberschenkel bis zu 45 Minuten kühlen. Erst dann wird eine tiefenwirksame und lang anhaltende Kühlung erreicht.

Behandlung: An den ersten drei Tagen helfen abschwellende und kühlende Salbenverbände. Nach 72 Stunden auch leichte Bewegung, damit das Gewebe gut durchblutet wird und sich schneller erholt. Jedoch auf keinen Fall Sport treiben.

Mögliche Folgeverletzungen: Zu frühe sportliche Belastung kann die Zerrung verschlimmern und zu Rissen und Blutungen im Muskel führen.

Fahrradunfall
Zerrungen, Prellungen und Co. sind häufig folge von Sportunfällen. Wie welche Verletzung richtig behandelt wird, erfahren sie hier© Fotolia
 

Verstauchung

Symptome: Schwellung, schmerzbedingte Bewegungseinschränkung, gegebenenfalls Bluterguss.

Erste Hilfe: Entsprechend der PECH-Regel. Verstauchungen sollte man etwa 30 Minuten kühlen. Dies möglichst alle zwei, drei Stunden wiederholen.

Behandlung: Kleinere Verstauchungen kann man in der Regel ähnlich wie Zerrungen selbst behandeln. Das betroffene Körperteil sollte etwa zwei Wochen mit einem Verband stabilisiert werden. Belastung ist in Ordnung, Sport ist tabu. Bei starken Schmerzen, einem Bluterguss oder wenn sich die Schwellung nach einem Tag nicht zurückbildet, unbedingt zum Arzt gehen.

Mögliche Folgeverletzungen: Bei häufigen Verstauchungen können die Gelenke regelrecht ausleiern, sie werden instabil und anfälliger für neue Verletzungen.

 

Prellung

Symptome: Sofortiger starker Schmerz, Schwellung, Bluterguss, Druckschmerz, so wie es bei einer Zerrung auch häufig ist.

Erste Hilfe: Nur die schnelle Anwendung der PECH-Regel verhindert eine Vergrößerung der Prellung.

Behandlung: In den ersten 48 Stunden helfen kühlende Gele oder pflanzliche Präparate auf Basis des Beinwell-Extraktes. Sie wirken gleichzeitig entzündungshemmend, abschwellend und schmerzlindernd. Danach unterstützen durchblutungsfördernde Salben die Heilung.

Mögliche Folgeverletzungen: Schäden an den Blutgefäßen, Muskeln und Nerven. Ferner kann das Muskelgewebe absterben oder durch Kalkeinlagerungen verknöchern.

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