Husten-Brustwickel: So stellen Sie das Hausmittel her

Husten kann sehr quälend sein, vor allem, wenn er in den Bronchien festsitzt. Doch man muss nicht gleich zu Medikamenten greifen – auch Hausmittel können die Beschwerden lindern. Gegen Husten haben sich Brustwickel besonders bewährt.

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Hausmittel sind eine sanfte Methode, die Atemwege zu beruhigen. Beginnt eine Erkältung mit einem Kratzen im Hals, können Halswickel bei Husten hilfreich sein. Haben die Beschwerden schon die unteren Atemwege ergriffen, sollte man bei Husten auf Brustwickel setzen. Warum – und wie sie richtig angewendet werden.

Brustwickel bei Husten für Erwachsene und Kinder

Kinder haben häufig mit Atemwegsinfekten zu kämpfen und leiden bei Husten besonders. Viele Eltern setzen dann auf sanfte Hilfe, wie Wickel bei Husten. Doch nicht nur für die Kleinen, sondern auch für Erwachsene ist dieses Hausmittel eine effektive und schonende Lösung, um lästigen Reizhusten zu bekämpfen und den zähen Schleim loszuwerden.

Es gibt kalte und warme Varianten – ein warmer Brustwickel ist vor allem wirksam bei festsitzendem Husten. Er sollte aber nur angewendet werden, wenn der Husten nicht von Fieber begleitet wird, da sonst die Körpertemperatur weiter ansteigen kann. In diesem Fall ist ein kalter Brustwickel die richtige Wahl.

Hustenbrustwickel: Darum sind sie so wirksam

Die Methode ist ganz einfach: Ein warmes Tuch wird mit einem Zusatzstoff getränkt – zum Beispiel mit Thymian – und um die Brust gewickelt. Durch die Wärme entspannen sich die Bronchien, während die heilenden Stoffe den Schleim lösen.

Kalte Brustwickel werden ähnlich angewandt, jedoch trocken und mit zum Beispiel Butter oder Quark. Sie wirken durchblutungsfördernd, hustenlösend und fiebersenkend.

Mit einem warmen Brustwickel Husten lindern

Um Brustwickel selber zu machen, benötigt man drei Tücher aus Naturfasern, zum Beispiel aus Baumwolle:

  • Das erste Tuch wird in heißes Wasser getränkt und mit einem Zusatzstoff versehen. Dieses wird dann ausgewrungen und fest von den Achselhöhlen bis zu den Rippen um die Brust gewickelt, direkt auf der Haut. Achtung: Der Stoff darf nicht zu heiß sein und der Wickel sollte nicht einengen.

  • Dann wird ein trockenes Tuch fest um den warmen Wickel gebunden, gefolgt von einem wärmenden dritten Tuch oder einem Schal aus Wolle, beides muss fest um die Brust gesteckt werden. Eventuell kann noch eine Decke darüber gelegt werden.

Der Brustwickel sollte zwischen 30 und 60 Minuten einwirken – solange es sich angenehm warm anfühlt. Danach folgen weitere 15 Minuten Ruhe. Die Wickel können ein- bis maximal dreimal pro Tag angewendet werden.

Bei Husten Brustwickel anwenden – so geht’s

Welche heilenden Zusatzstoffe eignen sich? Mit diesen Brustwickel-Anleitungen lassen sich unter anderem Thymian-Brustwickel selber machen:

1. Gegen Husten: Brustwickel mit Thymian

Thymian wirkt durch seine ätherischen Öle antibakteriell, entzündungshemmend und krampflösend. Für einen Thymian-Brustwickel zwei Teelöffel Thymiankraut, frisch oder getrocknet, mit einem halben Liter kochenden Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Mischung über das Tuch gießen und wie oben beschrieben fortfahren.

2. Husten-Brustwickel mit Öl

Ein Ölwickel, auch Ölfleck genannt, wirkt ebenfalls entspannend. Er löst den Husten, hilft beim Abhusten und kann befreiend für die Atemwege sein. Geeignet sind alle hochwertigen Pflanzenöle wie Olivenöl, aber auch Mandel- oder Jojobaöl werden wegen des angenehmen Dufts gern genutzt.

Dem Öl kann man ätherische Öle wie Eukalyptus oder Thymian beimischen. Diese wirken je nach Pflanze zusätzlich entzündungshemmend, schleimlösend sowie abschwellend oder – etwa Lavendel – beruhigend und schlaffördernd. Der Nachteil: Ätherische Öle können allergische Reaktionen hervorrufen, für Babys und kleine Kinder sind sie ungeeignet.

Anders als zuvor wird das Tuch einfach auf der Heizung oder mit einer Wärmflasche angewärmt, ohne es nass zu machen, und das Öl darauf verteilt.

3. Auch für die ganz Kleinen: Bienenwachs-Brustwickel

Brustwickel mit Bienenwachs können auch bei Kleinkindern sehr gut angewendet werden. Sie wirken durchblutungsfördernd, schleimlösend, reizlindernd und entspannend. Man kann entweder fertige Wickel in der Apotheke kaufen oder sie selber machen.

Dazu schmilzt man (Bio-)Bienenwachs im Wasserbad und gibt einen Teelöffel Olivenöl hinzu – so wird der Wickel weniger brüchig. Dann werden vorher zugeschnittene Baumwoll-Stoffstücke zwei- bis dreimal in das flüssige Wachs-Öl-Gemisch getaucht und getrocknet. So hat man immer Bienenwachswickel vorrätig. Dazu einfach den Wickel mit einem Föhn oder auf der Heizung erwärmen. Das Wachs sollte nicht wieder flüssig und vor allem nicht zu heiß werden.

Übrigens kann man die Wickel auch mehrfach verwenden. Abgeraten wird von Bienenwachs allerdings, wenn man auf Bienen(stiche) allergisch reagiert.

4. Wickel gegen Husten mit Zwiebeln

Bei dieser Methode wird die gesunde Wirkung des Zwiebelsaftes genutzt: antibakteriell und desinfizierend sowie entzündungshemmend und krampflösend. Für einen Wickel schneidet man eine Zwiebel in grobe Stücke, verteilt diese auf einem Tuch, faltet dieses auf die passende Größe und quetscht dann mit einem Nudelholz den Saft aus den Zwiebelstücken. Wickel auf einen Teller legen, Wasser in einem Topf zum Kochen bringen und den Teller darauflegen. Den warmen Wickel dann mit einem Tuch um die Brust binden.

5. Kalte Alternative: Butterwickel bei Husten

Ein bewährtes Mittel ist der Brustwickel mit Butter, vor allem, wenn zum Husten noch Fieber hinzukommt. Er hat einen kühlenden Effekt, sodass die Durchblutung angeregt wird und sich festsitzender Schleim und Husten lösen. Die Butter wird direkt aus dem Kühlschrank in Scheiben geschnitten und auf einem Tuch – am besten ein Leinentuch – verteilt. Dann wird der gesamte Brustraum, vorn und hinten, eingewickelt. In der nun folgenden Ruhephase, zum Beispiel beim Mittagsschlaf, schmilzt die Butter, zieht in die Haut ein und entfaltet ihre Wirkung. Danach wird die restliche Butter mit lauwarmem Wasser abgewaschen.

Bessert sich der Husten trotz Brustwickel nicht oder wird sogar schlimmer, sollte auf jeden Fall ärztlicher Rat eingeholt werden.

Quellen:

Dobos, G. J. (2017). Mit Naturheilkunde schneller wieder fit. MMW-Fortschritte der Medizin159(18), 19-19.

Hoek, T., & Suda, D. (2002). Hausmittel. In Sichere Hausmittel für mein Kind (pp. 45-154). Springer, Berlin, Heidelberg.

Thüler, M. (1990). Wohltuende Wickel: Wickel und Kompressen in der Kranken-und Gesundheitspflege. Maya Thüler Verlag.