Bei einer Analfissur richtet die Behandlung sich nach dem Schweregrad

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Bei einer Analfissur gibt es zur Behandlung verschiedene Möglichkeiten. Grundsätzlich unterscheiden Ärzte die Therapie eines akuten und eines chronischen Risses im Afterbereich. Während bei einer relativ frischen Analfissur meist eine Behandlung mit Salben und allgemeinen Maßnahmen ausreicht, erfordert ein anhaltendes Geschwür manchmal eine Operation. In jedem Fall gibt es verschiedene Maßnahmen, die Sie selbst ergreifen können, um den Heilprozess zu fördern.

 

Analfissur: Konservative Behandlung

  • Achten Sie darauf, viele Ballaststoffe zu sich zu nehmen: Wählen Sie Vollkornbrot statt Weißbrot, Haferflocken statt Cornflakes und Naturreis statt weißen Reis. Besonders wichtig sind Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte. Ein hoher Anteil an Ballaststoffen wirkt einer Verstopfung entgegen und verhindert so, dass der Stuhl zu hart wird und die Analfissur noch weiter reizt.
  • Aus demselben Grund ist es auch sehr wichtig, viel zu trinken. Denken Sie daran, am Tag mindestens zwei Liter Flüssigkeit in Form von Wasser oder Tee zu sich zu nehmen. Auch zusätzliche Ballaststoffe – etwa aus Weizenkleie oder Leinsamen – sind nur dann hilfreich, wenn Sie dazu ein Glas Wasser trinken.
  • Häufig verschreibt der Arzt zusätzlich eine Salbe oder spezielle Zäpfchen, mit denen die Analfissur schneller abheilen kann. Zur Behandlung eignen sich verschiedene durchblutungsfördernde, schmerzstillende oder abschwellende Mittel, zum Beispiel Präparate mit Glyceroltrinitrat, Kortison oder Lidocain.
  • Wenn bei Ihnen der Schließmuskel stark verkrampft ist (Sphinkter-Hypertonie), kann es sinnvoll sein, wenn Sie ihn immer wieder vorsichtig aufdehnen. Dabei helfen kann ein kleines Gerät, ein sogenannter Analdilatator. Lassen Sie sich diese Maßnahme von Ihrem Arzt genau erklären.
  • Ein warmes Sitzbad vor dem Stuhlgang oder vor dem Aufdehnen entspannt den Schließmuskel und erleichtert diese Vorgänge. Dies kann bei einer Analfissur die Behandlung unterstützen.
 

Wenn die Analfissur eine OP erfordert

Wenn der Riss bereits über längere Zeit besteht, sich zusätzliche Wucherungen gebildet haben oder die konservative Therapie keine Wirkung zeigt, behandelt der Arzt die Analfissur mit einer OP. Dabei sind verschiedene Operationstechniken möglich. Früher haben Ärzte den verkrampften Schließmuskel oft einfach durchtrennt (Sphinkterotomie). Da dies aber häufig eine Stuhlinkontinenz nach sich zieht, greifen sie heute meist zu einer schonenderen Methode. Sie schneiden das Geschwür am Analkanal vorsichtig heraus (Fissurektomie) und durchtrennen dabei nur so viele Schließmuskelfasern wie unbedingt nötig. Nach der Analfissur-OP dauert es dann meist noch ungefähr sechs Wochen, bis die Wunde abgeheilt ist.

Vorbeugung
Themen
Das könnte Sie auch interessieren
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.