Ihre Rechte als Mieter Behindertengerechte Wohnung

Redaktion PraxisVITA
Mieter und Vermieter
Den Umbau in eine behindertengerechte Wohnung sollten Mieter unbedingt vorab mit ihrem Vermieter besprechen © istock/Wavebreakmedia
Inhalt
  1. Behindertengerechte Wohnung: Gesetzliche Regelungen
  2. Lieber Umzug statt Umbau in eine behindertengerechte Wohnung
  3. Umzug in eine behindertengerechte Wohnung: Wann brauche ich einen Architekten?

Nicht nur Haus- und Wohneigentümer möchten ihr Umfeld ihren Bedürfnissen anpassen – auch viele Mieter. Für eine behindertengerechte Wohnung haben sie aber besondere Dinge zu beachten. Die wichtigsten Kriterien im Überblick.

Haltegriffe im Bad oder Flur anbringen, einen Duschklappsitz anschrauben – das darf jeder ohne Wissen des Hauseigentümers. „Doch substanzielle Veränderungen – zum Beispiel im Hinblick auf eine behindertengerechte Wohnung – sei es ein Badumbau, eine Türverbreiterung oder selbst die Entfernung von Türschwellen, sollten Sie unbedingt vorab mit dem Vermieter absprechen“, betont Matthias Fischer.

Als Geschäftsführer der Unnaer Kreis-Bau- und Siedlungsgesellschaft (kurz UKBS) betreut er über 3 000 Wohnungen. „Lassen Sie sich die Zustimmung zum geplanten Umbau in eine behindertengerechte Wohnung schriftlich geben.“

 

Behindertengerechte Wohnung: Gesetzliche Regelungen

Sind bauliche Veränderungen für eine behindertengerechte Nutzung der Wohnung Voraussetzung, damit man weiterhin darin leben kann, ist der Vermieter vom Gesetz her dazu verpflichtet, diesen zuzustimmen. Ausnahme: Der Umbau in eine behindertengerechte Wohnung, beispielsweise die Einrichtung einer Hebebühne, um von außen mit dem Rollstuhl in die Wohnung im dritten Stock zu gelangen, beeinträchtigt andere Mieter im Haus.

„Auch kann der Eigentümer verlangen, dass die behindertengerechte Wohnung bei Auszug in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden muss“, gibt Fischer zu bedenken. „Das kann teuer werden.“ Sein Rat: „Verhandeln Sie offen mit Ihrem Vermieter. In vielen Fällen kann man sich darauf einigen, auf einen Rückbau zu verzichten, weil ja der Bedarf an seniorengerechtem, barrierearmem Wohnraum zunimmt.“

Auch was die Kosten für den Umbau in eine behindertengerechte Wohnung angeht, lohnt sich ein offenes Gespräch. „Wir als ,Großvermieter‘ übernehmen oft den gewünschten Badumbau und einigen uns mit dem Mieter darauf, die Miete dafür um 25 Euro zu erhöhen. Das kommt beiden Seiten entgegen.“

Umzug in eine behindertengerechte Wohnung
Stellt sich der Vermieter beim Umbau in eine behindertengerechte Wohnung quer, ist ein Umzug die bessere Lösung © istock/vadimguzhva
 

Lieber Umzug statt Umbau in eine behindertengerechte Wohnung

Stellt sich der Vermieter quer, sollte man überlegen, ob nicht ein Umzug die bessere Lösung ist, als der Umbau in eine behindertengerechte Wohnung. Matthias Fischer: „Etwa jeder dritte Senior ist bereit, umzuziehen, wenn die Lage und der Preis stimmen. Und oft beinhaltet eine neue Wohnung Extras. Wir bieten zum Beispiel für Mieter über 70 Jahren vergünstigte haushaltsnahe Dienstleistungen an.“ Übrigens: Der Umzug in eine behindertengerechte Wohnung kann sogar bezuschusst werden.

 

Umzug in eine behindertengerechte Wohnung: Wann brauche ich einen Architekten?

Um Haltegriffe anzubringen oder eine WC-Schüssel auszutauschen, braucht es lediglich einen versierten Handwerker. Anders sieht es aus, wenn man in die bauliche Substanz eingreift. „Sobald Sie an tragende Wände gehen oder Türen verändern möchten, sollten Sie unbedingt fachlichen Rat einholen“, rät Architekt Frank Opper.

„Sie benötigen dafür dann auch statische Unterlagen der Wohnung oder des Hauses.“ Die erhält man als Eigentümer im Bauarchiv, als Mieter von seiner Hausverwaltung. Es ist von Vorteil, wenn der Architekt sich mit barrierefreiem Umbau auskennt – wenden Sie sich an ihre örtliche Architektenkammer.

 

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