Magen-Darm Behandlung: Was tun gegen eine Magen-Darm-Grippe?

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Vorrangiges Ziel bei der Therapie einer Magen-Darm-Grippe ist es, den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust auszugleichen (Rehydration). Vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern sowie bei alten und abwehrgeschwächten Menschen ist es sehr wichtig, dem Wasserverlust rasch entgegenzuwirken, da er für sie besonders gefährlich ist. Betroffene bekommen bei schweren Austrocknungen meist spezielle Flüssigkeitslösungen (sog. Rehydrationslösungen) verabreicht, die den Verlust an Wasser, Salzen und Mineralstoffen ausgleichen. Säuglinge und Kleinkinder erhalten diese Lösungen in der Regel zum Trinken, Erwachsene entweder ebenfalls zum Trinken oder mittels einer Infusion.

Für Säuglinge und Kleinkinder sind Cola und Säfte (z. B. Apfel- und Birnensaft) zum Flüssigkeitsausgleich bei einer Magen-Darm-Grippe aufgrund des hohen Zuckergehalts nicht geeignet. Der Zucker kann den Durchfall verstärken, da er oftmals nicht verdaut werden kann. Auch von selbst hergestellten Säften bzw. Zucker-Salz-Wasser-Mischungen ist abzuraten, da häufig Fehler in der Zusammensetzung unterlaufen. Diese Getränke eignen sich gut, um dem Flüssigkeitsverlust entgegenzuwirken:

  • Stilles Wasser
  • Kräutertee
  • Elektrolytlösungen aus der Apotheke

Frau trinkt Tee im Bett

Bei einer Magen-Darm-Grippe ist es wichtig, mehr als üblich zu trinken, um den erhöhten Wasserverlust auszugleichen © iStock/Eva-Katalin

 

Magendarm klingt von allein wieder ab

Eine Magen-Darm-Grippe verläuft meist selbstlimitierend, das heißt die Symptome klingen nach wenigen Tagen von allein ab. Daher müssen Erkrankte in der Regel keine Medikamente einnehmen. Bei der Therapie einer Magen-Darm-Grippe ist es vor allem wichtig, viel zu trinken und den Verdauungstrakt zu schonen. Nach einer Nahrungskarenz kann man mit einer Schonkost beginnen. Dabei empfiehlt es sich, viele kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen, statt wenige große. Geeignet sind vor allem Nahrungsmittel mit komplexen Kohlenhydraten. Dazu zählen:

  • Nudel-, Kartoffel- oder Reisgerichte
  • Hafer- und Grießbrei
  • Suppen (v. a. Kartoffel-und Möhrensuppe)
  • Zwieback und Salzstangen
  • Geriebener Apfel mit Banane

Da eine unkomplizierte Magen-Darm-Grippe in der Regel selbst ausheilt, ist eine Therapie mit Medikamenten nur in wenigen Fällen notwendig. Antibiotika helfen nur im Fall einer Infektion mit Bakterien und werden mitunter zum Beispiel bei Reisedurchfall eingesetzt. Auch bei einem schweren Verlauf von Magendarm, insbesondere mit Fieber, bei Säuglingen oder älteren Menschen, eignen sich Antibiotika zur Therapie.

Bei der Behandlung einer Magen-Darm-Grippe können auch Medikamente zum Einsatz kommen, welche die Bewegungen des Darms verlangsamen. So stoppen die sogenannten Motilitätshemmer den Durchfall. Diese Medikamente enthalten zum Beispiel den Wirkstoff Loperamid. Der Nachteil ist, dass die verlangsamte Darmbewegung die Ausscheidung infektiöse Erreger ausgeschieden werden. Die Medikamente sind außerdem nur für den kurzfristigen Einsatz, z. B. auf Reisen, empfohlen und dürfen nicht bei Säuglingen oder Kleinkindern einsetzt werden, da sie Verstopfung und schlimmstenfalls einen Darmverschluss verursachen können.

Bei Bauchkrämpfen, die häufig bei einer Magen-Darm-Grippe auftreten, können krampflösende Arzneimittel, sogenannte Spasmolytika, helfen. Aktivkohle, oder medizinische Kohle, zählt zu den sogenannten Adsorptionsmitteln. Sie binden bestimmte Giftstoffe im Magen-Darm-Trakt und kann bei Erwachsenen angewendet werden.

Auch Naturwirkstoffe wie Pfefferminz oder Kümmel wirken beruhigend auf den gereizten Magen-Darm-Trakt.

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