Beginnt das Leben mit einem Feuerwerk?

Feuerwerk
Bei der Entstehung menschlichen Lebens "sprühen die Funken", konnten US-Forscher jetzt zeigen © Fotolia

Ein "Zink-Feuerwerk" zeigt die Entstehung neuen Lebens an – das haben US-Forscher jetzt herausgefunden. Die Entdeckung könnte helfen, die künstliche Befruchtung weiterzuentwickeln.

Das Spermium prischt sich an die Eizelle heran. Sobald es einen Kontakt hergestellt hat, gibt es bestimmte Substanzen an die Eizelle ab. Diese reagiert darauf mit der Ausschüttung von Zink: eine Art Befruchtungs-Feuerwerk entsteht. 

Wissenschaftlern der Northwestern University in Illinois ist es jetzt erstmals gelungen, diesen Moment zu dokumentieren. „Es war bemerkenswert“, sagt Studienautorin Teresa Woodruff. „Wir haben die Zinkfunken erst vor fünf Jahren in der Maus entdeckt – sie jetzt aus den menschlichen Eizellen sprühen zu sehen, war atemberaubend.“

Für ihren Versuch injizierten die US-Forscher ein im Spermium enthaltenes Enzym (ein echtes Spermium zu verwenden, war gesetzlich nicht möglich) in die Eizelle. Dieses Enzym lässt den Calciumspiegel in der Eizelle ansteigen, was dazu führt, dass Zink aus der Zelle entweicht.

Den Wissenschaftlern gelang es mittels spezieller Technik, das ausgetretene Zink als leuchtende Funken unter dem Mikroskop sichtbar zu machen.

 

Fortschritt in der künstlichen Befruchtung

Die Entdeckung hat laut der Studienleiter auch einen medizinischen Nutzen. Denn ob und in welchem Maße die Eizelle bei der Befruchtung Zink „versprüht“, kann als Indikator dafür dienen, ob sich aus ihr ein gesunder Embryo entwickeln wird. Interessant ist das für die sogenannte In-vitro-Fertisilation (IVF). Bei dieser Methode der künstlichen Befruchtung werden der Frau Eizellen entnommen und im Labor befruchtet. Künftig können Mediziner bereits während der Befruchtung beurteilen, ob diese erfolgreich sein wird: Ist dabei kein angemessenes „Zink-Feuerwerk“ zu beobachten, kann die Eizelle aussortiert werden. Umgekehrt scheint zu gelten: Je mehr "Feuerwerk", desto besser kann sich die befruchtete Eizelle entwickeln. 

Hamburg, 28. April 2016

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