Beeinflusst Grapefruit die Wirkung der Pille?

Dass Grapefruit und Medikamente kein guter Mix sind, ist den meisten bekannt. Jetzt kommt heraus: Die Bitterfrucht hat auch Einfluss auf die Anti-Baby-Pille.

Experten warnen seit Jahren: Die gleichzeitige Einnahme anderer Medikamente kann die Sicherheit der Anti-Baby-Pille zunichte machen. Ihre verhütende Wirkung wird nicht nur durch bestimmte Antibiotika oder Schlafmittel herabgesetzt, sondern auch durch zu stark und zu schnell wirkende Abführmittel. "Die Inhaltsstoffe der Pille werden etwa drei Stunden nach der Einnahme vom Zwölffingerdarm und vom Dünndarm aufgenommen”, erklärt Ärztin Ulrike Meyer aus Ingelheim. "Wird in dieser Zeit mit einem Abführmittel eine schnelle Entleerung hervorgerufen, ist die Aufnahme der Pillen-Hormone gestört und eine sichere Verhütung nicht mehr gewährleistet”, so die Medizinerin weiter.

 

Grapefruit und Anti-Baby-Pille: Nebenwirkungen wahrscheinlicher

Forscher konnten jetzt zeigen, dass auch die Grapefruit im Zusammenhang mit dem Verhütungsmittel keine ungefährliche Kombination ist. Die Pille verliert dadurch aber nicht ihre Wirkung, im Gegenteil: Durch die Grapefruit erhöht sich der Spiegel des in der Anti-Baby-Pille enthaltenen Wirkstoffs Estradiol. Das kann zu leichten Nebenwirkungen wie z.B. Brustspannen führen, aber auch ernsthafte gesundheitliche Konsequenzen haben: Demnach steigt mit einer erhöhten Estradiolkonzentration auch die Wahrscheinlichkeit für Brustkrebs und Eierstockkrebs.

Estradiol wird natürlich im menschlichen Körper gebildet. Das Sexulahormon hat Einfluss auf den gesamten Stoffwechsel und reguliert den weiblichen Zyklus. Wesentliche Nachteile von Estradiol sind verstärkte Wassereinlagerungen und verkürzte Blutgerinnungszeiten. Dadurch ist das Risiko für Thrombose erhöht.

 

Inhaltsstoff der Grapefruit hemmt Medikamentenwirkung

Eine Grapefruit oder ein Glas Grapefruitsaft zum Frühstück bieten einen vitaminreichen Start in den Tag. Doch: Die Wirkung von Potenzmitteln, Antidepressiva, Asthma-, Herz- und Krebsmitteln kann durch die bittere Zitrusfrucht unangenehm verstärkt werden. Bereits ein Glas Grapefruitsaft (200 Milliliter) hemmt die Wirkung des Medikaments.

Der in der Grapefruit enthaltene Bitterstoff Naringin – der für den typischen Geschmack sorgt  – wandelt sich nach der Aufspaltung im Magen zu Naringenin um. Dieser Pflanzenfarbstoff hat eine hemmende Wirkung auf abbauende Enzyme und verstärkt dadurch die Wirkung der Arzneien.

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