Bedrohung für das Augenlicht? - Die Wahrheit über die Gefahr von Laserpointern

Laserpointer sind gefährlich
Laserpointer können die Netzhaut verbrennen. Dennoch werden immer wieder Piloten oder Sportler vorsätzlich damit angegriffen. Auch der argentinische Fußballstar Lionel Messi wurde schon häufiger mit Laserpointer attackiert © Corbis

Trifft das Licht eines Laserpointers auf das menschliche Auge, können gesundheitliche Schäden auftreten. Dennoch werden immer wieder Fälle bekannt, bei denen z.B. Piloten, Zugführer oder Sportler vorsätzlich mit Laserstrahlen angegriffen wurden - zuletzt beim Spiel der Fußballweltmeisterschaft Russland gegen Algerien. Doch welche gesundheitlichen Gefahren gehen wirklich von Laserpointern aus?

Minute 77 im Vorrundenspiel der Fußballweltmeisterschaft, Russland gegen Algerien: Der russische Torhüter Akinfejew wird während der Ausführung eines Eckstoßes für mehrere Sekunden von einem grünen Laserpointer geblendet. Kurz darauf verschätzt er sich – Algerien gleicht aus. Russland fliegt aus dem Turnier. Während die Fußballwelt nun darüber diskutiert, ob das WM-Aus für die russische Mannschaft aufgrund der Laser-Attacke zustande kam, interessieren wir uns für eine andere Frage: Wie gefährlich sind Laserpointer für die Gesundheit?

 

Andere Farbe, andere Wirkung

Experten warnen vor einer Verharmlosung des Problems. So sind z.B. grüne Laser für das menschliche Auge gefährlich, da die Netzhaut auf grünes Licht zehnmal empfindlicher reagiert als auf rotes.

Zudem unterscheidet man zwischen vier Lasertypen. Typ 1 wird häufig in Elektrogeräten verbaut, Typ 2 sind freiverkäufliche Laserpointer, Typ 3 und 4 sind Hochleistungslaser und dürfen nur festinstalliert – beispielsweise bei Lightshows oder medizinischen Apparaturen – verwendet werden. In Deutschland zugelassene Laserpointer haben eine maximale Leistung von 1 Milliwatt (mW), dennoch ist es problemlos möglich, über das Internet Laser mit einer Leistungsstärke jenseits der 200 mW zu bestellen.

 

Welche Gesundheitsschäden drohen?

Tatsächlich können bereits vermeintlich harmlose Laser (Typ 1 und 2) bei absichtlicher Blendung kurz- und langfristige Schäden an der Netzhaut auslösen. Laser mit einer Leistung über 1 mW dagegen gelten als ,,gefährlich für die Sehfähigkeit". US-Forscher der Mayo-Klinik in Rochester testeten einen handelsüblichen grünen Laserpointer und stellten fest, dass bereits nach der Bestrahlung von einigen Sekunden Verbrennungen auf der Netzhaut auftraten.

Laserpointer sind gefährlich
Der russische Torwart Igor Akinfejew wurde im WM-Spiel gegen Algerien mit einem Laserpointer geblendet. Kurz darauf fiel das entscheidende Tor gegen Russland© Imago

Und der zugelassene Grenzwert von 1 mW hat Schwächen. Erstens geht man bei ihm von einer maximalen Bestrahlungsdauer von 0,25 Sekunden aus und zweitens von einem funktionierenden Liedschlusseffekt – also dem reflexartigen Schließen des Augenlids bei blendendem Licht. Ist aber ein Lasertyp 2 länger als eine Viertelsekunde auf das Auge gerichtet, droht eine Verbrennung der Netzhaut. Gleiches gilt, wenn Menschen nicht über einen Lidschlussreflex verfügen – was immerhin 20 Prozent der Deutschen betrifft.  

 

Schwere Gesundheitsschäden

Laserstrahlen mit höheren mW-Werten sind entsprechend gefährlicher. Netzhaut-Verbrennungen sollten immer von einem Arzt behandelt werden. Neben kurz- und langfristigen Sehstörungen gehören zu den Symptomen häufig gefährliche Schwellungen im und um das Auge. Schon minimale Kontakte zu Lasern der Stufe 3 können zu Blindheit führen – selbst bei geschlossenem Auge. Ebenso besitzen solche Laser eine starke ,,diffuse Strahlung", was bedeutet, dass auch ohne direkte Bestrahlung das Auge geschädigt werden kann.

Hamburg, 28. Juni 2014

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