BCM-Diät: Abnehmen in drei Phasen

Redaktion PraxisVITA

Abnehmen mit Diät-Shakes: Darauf basiert die BCM-Methode, die seit 1986 kommerziell angeboten und laut ihren Erfindern jährlich von 200.000 Menschen praktiziert wird. Aber kann man mit dem BCM Diät- und Ernährungsprogramm nachhaltig abnehmen – oder droht der Jo-Jo-Effekt?

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Inhalt
  1. Was ist die BCM-Diät?
  2. BCM-Diät: Ein 3-Phasen-Modell
  3. Was ist das Besondere an der BCM-Diät?
  4. Was sind Vor- und Nachteile der BCM-Diät?
 

Was ist die BCM-Diät?

BCM steht für „Body Cell Mass“ (zu Deutsch: Körperzellmasse). Das Ziel der BCM-Ernährung ist eine Reduktion des Körperfetts und das Erlernen eines neuen, nachhaltig gesunden Essverhaltens. Die BCM-Diät wird unter Aufsicht von Experten durchgeführt. Das Körperfett soll abgebaut, die Muskulatur aber erhalten bleiben. Aus diesem Grund wird zu Beginn der Diät mit einer Impedanz-Analyse der Wasser-, Zellmasse- und Fettanteil des Körpers analysiert.

Das kommerzielle BCM Diät- und Ernährungsprogramm wird von der PreCon GmbH Deutschland angeboten, die früher unter dem Namen Deutsche Gesellschaft für gesundes Leben mbH (DGGL) bekannt war. Bei der BCM-Diät hat man es teilweise mit einer Formula-Diät zu tun. Formula-Diäten sind Diäten, bei denen mindestens eine Hauptmahlzeit mit einem kalorienreduzierten Produkt (in diesem Fall Shakes) ersetzt wird.
 

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BCM-Diät: Ein 3-Phasen-Modell

Die BCM-Diät besteht aus insgesamt drei Phasen. Sie ist aufgeteilt in Startphase, Reduktionsphase und „Halten“-Phase.

Phase 1: Die Startphase

In den ersten zwei Tagen der BCM-Diät werden alle Mahlzeiten durch Shakes ersetzt – die sogenannte Startkost. Fünf Mal am Tag konsumiert man im Abstand von drei bis vier Stunden einen Diät-Shake. Diese fünf Shakes liefern ingesamt 900 Kalorien und bereiten den Körper auf die Fettverbrennung vor. 

Phase 2: Die Reduktionsphase

Ab dem dritten Tag werden zwei Mahlzeiten durch die „Basiskost“ ersetzt. Eine Mahlzeit gestaltet man nach eigenen Wünschen selbst – ganz ohne Vorgaben geht es aber auch dabei nicht. Ob es das Frühstück, das Mittagessen oder das Abendessen ist, bleibt einem selbst überlassen. 

Die dritte Mahlzeit darf bis zu 600 Kalorien beinhalten. Prinzipiell sollen weniger Kalorien verbraucht werden, als der Körper benötigt. Wesentlich bei der BCM-Diät sind auch ausreichende Intervalle zwischen den Mahlzeiten. Snacks zwischendurch sind verboten, zwischen den einzelnen Mahlzeiten sollten vier bis sechs Stunden liegen. Das Ziel: Ein niedriger Blutzuckerspiegel, der die Fettverbrennung erleichtert. 

Phase 3: Die „Halten“-Phase

Hat man das Wunschgewicht erreicht, gilt es, dieses zu halten. Dies soll zunächst mit zwei Mahlzeiten und einem Diätprodukt pro Tag erzielt werden. Die dritte Phase dauert vier bis sechs Wochen und ist dazu da, die richtige Ernährungsweise in den Alltag zu integrieren. Ist das Wunschgewicht erreicht, können wieder regulär drei Mischkost-Mahlzeiten pro Tag gegessen werden. Auch nach der Diät sollte man nach der BCM-Methode maximal drei Mahlzeiten einnehmen und ausreichend Abständen zwischen den Mahlzeiten einhalten. Das soll dauerhaft dabei helfen, das Wunschgewicht zu halten.

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Was ist das Besondere an der BCM-Diät?

Die BCM-Ernährung ist keine Diät, die man allein zu Hause in Eigenregie durchführen kann. Bei BCM geschieht das Abnehmen unter Aufsicht von BCM-Beratern, außerdem gibt es Treffen in einer BCM-Kleingruppe, die zur Motivation dienen.

 

Was sind Vor- und Nachteile der BCM-Diät?

Positiv an der BCM-Methode ist, dass sie unter Supervision stattfindet. Allerdings werden die Beratungen nicht immer von Ärzten oder qualifiziertem Personal durchgeführt, was für viele ein massiver Kritikpunkt an der BCM-Diät ist. Mit Beratungsterminen, Gruppentreffen, Diätprodukten und gegebenenfalls Kochbüchern entstehen zudem deutliche Kosten, die bei anderen Abnehm-Methoden so nicht vorhanden sind.

Die BCM-Diät hat allerdings auch einige Vorteile zu bieten: Abnehmen mit BCM führt ohne großen Zeitaufwand schnell zu ersten Erfolgen. Außerdem kann sie ein Startschuss für eine bewusste Ernährung sein und gesunde Essgewohnheiten etablieren. Da sich die Ernährungsvorgaben der BCM-Diät bei den Mischkost-Mahlzeiten an die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung halten, sind generell keine Mangelerscheinungen zu befürchten. 

Eine langfristige, gesunde Ernährung muss allerdings ohne Diät-Shakes möglich sein. Stiftung Warentest attestierte der BCM-Methode, dass sie für deutlich übergewichtige Personen mit einem BMI von mehr als 30, die einen schnellen Motivationserfolg brauchen, sinnvoll sein könnte. Für Personen mit moderatem Übergewicht seien Formula-Diäten wie die BCM-Diät hingegen nicht notwendig.

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Quellen:

Diäten im Vergleich: Fastenkuren, Formula- und Fertigmenü-Diäten, in: test.de

Formula-Diäten, in: Deutsche Gesellschaft für Ernährung

Paleo-Diät, Glyx-Diät, Formula-Diäten – ein Überblick, in: Deutsche Gesellschaft für Ernährung

Diäten mit bestimmten Produkten, Schlankheitsmittel, in: www.verbraucherzentrale.de

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