Bauchspiegelung: Wann ist sie notwendig und wie ist der Ablauf?

Michael van den Heuvel Medizin- und Wissenschaftsjournalist

Bei einer Bauchspiegelung untersuchen Ärzte innere Organe mit einem röhrenförmigen Instrument. Sie können damit auch Eingriffe durchführen. Das sollten Patienten über den Nutzen, aber auch über mögliche Risiken dieser häufig angewendeten Methode wissen. 

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Inhalt
  1. Stationär oder ambulant: Der Ablauf einer Bauchspiegelung 
  2. Wann ist eine Bauchspiegelung erforderlich?
  3. Bauchspiegelung – was ist danach zu beachten? 
  4. Ist eine Bauchspiegelung gefährlich? 

Die Bauchspiegelung ist eine Möglichkeit, innere Organe zu begutachten, ohne dass große Schnitte erforderlich sind. Mit einem Gerät, dem Laparoskop, blickt der Arzt in den Bauchraum beziehungsweise in die Beckenhöhle. Er kann aber auch Proben nehmen oder chirurgische Eingriffe durchführen. Nach einer Bauchspiegelung bleiben kleine Narben zurück. 

 

Stationär oder ambulant: Der Ablauf einer Bauchspiegelung 

Eine Bauchspiegelung kann ambulant oder stationär durchgeführt werden. Entscheidend ist neben dem allgemeinen Gesundheitszustand und der Art des Eingriffs auch der Wunsch des Patienten. 

Im ersten Schritt setzt der Arzt unter Vollnarkose einen kleinen Schnitt, durch den er ein Rohr (Trokar) schiebt. Das Instrument dient als Zugang, um Kohlendioxid in den Bauchraum zu befördern. Das macht man, damit sich die inneren Organe entfalten und der Arzt freien Blick auf alle relevanten Bereiche hat. Nach einer Bauchspiegelung kommt es nicht zum Gas-Abbau. Kohlendioxid wird vielmehr vom Körper aufgenommen und ausgeschieden. 

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Über das Rohr wird das Laparoskop geschoben. Es besteht aus optischen Geräten wie Lichtleitern, um Videosignale nach außen zu transportieren. Außerdem können mit kleinen Zangen, einem Laser oder einer elektrisch aufgeheizten Sonde Eingriffe durchgeführt oder Gewebeproben entnommen werden.

 

Wann ist eine Bauchspiegelung erforderlich?

Gynäkologen setzen bei Frauen, deren Kinderwunsch unerfüllt bleibt, oft auf eine Bauchspiegelung. Dabei sollen mögliche Ursachen ausfindig gemacht werden, wie zum Beispiel:

Zysten der Eierstöcke 
• Verwachsungen 
• Gutartige Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut (Endometriose) 
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Aber auch Erkrankungen der aktute und chronische Leberentzündungen,  umorerkrankungen und dauerhafte Schmerzen im Bauch- und Beckenberech werden laparoskopisch untersucht.

 

Bauchspiegelung – was ist danach zu beachten? 

Nach einer Bauchspiegelung werden Patienten überwacht, bis sie aus der Vollnarkose aufwachen. Dann gibt es zwei Möglichkeiten:

• Handelt es sich um eine ambulante Bauchspiegelung, bleiben die Betroffenen noch einige Stunden in der Praxis, falls es zu Schmerzen oder Nachblutungen kommen sollte. 
• Bei einer stationären Bauchspiegelung verbringen die Patienten meist einen Tag im Krankenhaus, sollten keine weiteren Behandlungen oder Untersuchungen erforderlich sein.

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Ist eine Bauchspiegelung gefährlich? 

Schwerwiegende Komplikationen treten bei einer Laparoskopie selten auf. Gelegentlich kommt es zu Blutungen, die sich aber gut kontrollieren lassen. Haben Patienten nach dem Eingriff Schmerzen, erhalten sie vom Arzt Schmerzmittel. Nach der Bauchspiegelung bleibt meist eine kleine Narbe zurück, die in den meisten Fällen keine Probleme bereitet.

Quellen:

Hanns-Wolf Baenkler (2015), Kurzlehrbuch Innere Medizin, Stuttgart: Thieme-Verlag
Endoskopie, in: Internisten im Netz
Bauchspiegelung, in: Frauenärzte im Netz
Anästhesie bei laparoskopischen Eingriffen, in: Springer Medizin

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