Bauchspeicheldrüsenkrebs: Diagnose mit bildgebenden Verfahren

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Treten Beschwerden auf, die auf Bauchspeicheldrüsenkrebs hinweisen, sollte ein Arzt die Diagnose abklären. Dazu stellt er zunächst einige Fragen, zum Beispiel:

  • Welche Beschwerden haben Sie und seit wann treten diese auf?
  • Rauchen Sie oder trinken Sie viel Alkohol?
  • Leiden Sie unter einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung?
  • Wurde bei einem nahen Verwandten bereits Bauchspeicheldrüsenkrebs festgestellt?

Anschließend untersucht der Arzt den Patienten. Dabei achtet er auch darauf, ob der Betroffene stark übergewichtig (adipös) ist, und ob die Haut, Schleimhäute und die Bindehaut des Auges gelblich verfärbt sind. Außerdem tastet und hört er den Bauch ab. Besteht weiterhin der Verdacht auf Bauchspeicheldrüsenkrebs, veranlasst der Arzt weitere Untersuchungen, um die Diagnose zu stellen.

 

Mit Endosonografie die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs stellen

Zunächst untersucht der Arzt den Bauch mit Ultraschall. Diese Untersuchung belastet den Patienten nicht unnötig und der Arzt kann sie einfach durchführen. Da die Bauchspeicheldrüse relativ tief im Bauchraum liegt, kann der Untersucher sie jedoch mit einer Ultraschalluntersuchung über die Bauchdecke manchmal nicht richtig erkennen. Auch sehr kleine Tumoren können übersehen werden. Eine sogenannte Endosonografie, eine Art Ultraschalluntersuchung von innen, kann hier helfen. Dazu wird dem Patienten ein dünner Plastikschlauch mit einer Ultraschallsonde am Ende über den Mund eingeführt. Mund und Rachen können mit einem Spray betäubt werden. Patienten, die Angst vor dieser Untersuchung haben, bekommen eine leichte Narkose. Der Arzt schiebt den Schlauch über die Speiseröhre und den Magen bis in den ersten Abschnitt des Dünndarms (Zwölffingerdarm, Duodenum) vor. Von dort kann er Ultraschallaufnahmen aus dem Inneren des Körpers machen. Mit der Endosonografie kann der Arzt in neun von zehn Fällen von Bauchspeicheldrüsenkrebs die Diagnose stellen.

 

Mit MRT, CT, MRCP und ERCP den Tumor erkennen

Eine weitere bildgebende Untersuchung, die dem Arzt bei Bauchspeicheldrüsenkrebs ermöglicht, die Diagnose zu stellen, ist die Magnetresonanztomografie (MRT). Alternativ ist auch eine Computertomografie (CT) möglich. Bei MRT und CT entstehen Schnittbilder des Körpers, auf dem der Arzt die Bauchspeicheldrüse erkennen kann. Die Magnetresonanztomografie wird häufig mit einem weiteren Spezialverfahren – der Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie (MRCP) – kombiniert, die den Gallengang und den Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse in den Dünndarm auf den MRT-Bildern sichtbar macht. Ein anderes Untersuchungsverfahren, um diese Gänge darzustellen, ist die Endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie (ERCP). Dabei schluckt der Patient einen Plastikschlauch, über den ein Kontrastmittel in die Bauchspeicheldrüse eingeleitet wird. Anschließend wird der Bereich, in dem die Bauchspeicheldrüse liegt, geröntgt. Die ERCP ist für den Patienten belastender als die MRCP, da bei der MRCP kein Kontrastmittel in die Bauchspeicheldrüse eingebracht werden muss. Außerdem ist die ERCP mit einer Strahlenbelastung verbunden. Sie wird deshalb in der Regel nur noch bei bestimmten Fragestellungen eingesetzt.

Erkennt der Arzt auf den MRT- oder CT-Bildern eine Veränderung an der Bauchspeicheldrüse, veranlasst er manchmal zusätzlich eine Blutuntersuchung, um den Tumormarker CA 19-9 zu bestimmen. Dieser ist bei Bauchspeicheldrüsenkrebs, aber auch bei anderen Erkrankungen erhöht. Umgekehrt kann es sein, dass der Wert bei einem Pankreaskarzinom nicht verändert ist. Deshalb ist er nicht allein geeignet, um bei Bauchspeicheldrüsenkrebs die Diagnose zu stellen. Die Bestimmung des Tumormarkers ist nur eine Ergänzung der bildgebenden Untersuchungen. Die Blutuntersuchung gibt dem Arzt außerdem weitere Hinweise auf den Allgemeinzustand des Patienten und ob die Organe richtig funktionieren.

In manchen Fällen kann der Arzt nur mithilfe einer Operation und einer feingeweblichen Untersuchung des Tumors Bauchspeicheldrüsenkrebs erkennen und die sichere Diagnose stellen.

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