Bauchspeicheldrüsenentzündung: Welche Möglichkeiten der Behandlung bieten sich?

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung steht unabhängig von Art und Ausmaß der Erkrankung für die Behandlung der Verzicht auf Essen und Trinken (beides vorübergehend) sowie Alkohol und Zigaretten (nach Möglichkeit lebenslang) im Vordergrund. Bis heute gibt es keine medikamentöse oder chirurgische Behandlung, welche die eigentliche Ursache der Entzündung beseitigt, egal ob es sich um die akute oder die chronische Pankreatitis handelt.

 

Behandlung einer Bauchspeicheldrüsenentzündung konzentriert sich auf Linderung der Beschwerden

Für eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung konzentriert sich die Behandlung insbesondere darauf, die Auswirkungen zu beschränken, Beschwerden zu lindern und mitunter schwerwiegende Komplikationen der Pankreatitis zu vermeiden. Betroffene können zusätzlich durch die Umstellung auf einen ausgewogenen, gesunden Lebenswandel dazu beitragen, Auslösern wie Alkohol, Zigaretten und fettreichem Essen aus dem Weg zu gehen.

Bei einer akuten Pankreatitis wird die Behandlung immer im Krankenhaus durchgeführt. Bei schweren Verläufen müssen Betroffene auf die Intensivstation verlegt werden. Die Ärzte verabreichen in der Regel krampflösende Medikamente und Schmerzmittel gegen die mitunter starken Schmerzen. Die eigentliche Pankreatitis-Behandlung besteht im Verzicht auf Essen und Trinken, im Falle einer leichten Bauchspeicheldrüsenentzündung für die Dauer von maximal fünf Tagen. Eventuell wird zusätzlich Magensaft über eine Sonde abgesaugt.

 

Menschen mit Bauchspeicheldrüsenentzündung müssen sich schrittweise an normale Nahrung gewöhnen

Menschen mit einer Bauchspeicheldrüsenentzündung bekommen Nährstoffe, Flüssigkeit und Elektrolyte für die Dauer der Behandlung durch eine Infusion über die Vene oder eine Sonde in den Dünndarm verabreicht. Im Anschluss nehmen sie zuerst extrem schonende Speisen und Lebensmittel zu sich, beispielsweise Reisschleim, Zwieback oder Tee. Fetthaltige Speisen dürfen erst nach zwei bis drei Wochen wieder in geringem Umfang gegessen werden. Alkohol verschwindet für immer vom täglichen Trink- und Ernährungsplan. Über die folgenden Wochen und Monate erfolgt die schrittweise Gewöhnung an eine normale Ernährung, die von da an ausgewogen, fettarm und ballaststoffreich sein sollte. Während und nach der Therapie sollte zusätzlich auf Zigaretten und Kaffee verzichtet werden. Bei Verdacht auf eine zusätzliche Infektion infolge der Entzündung bekommen Betroffene ein Antibiotikum. Mitunter kann der Arzt die Infektionsquelle auch im Rahmen einer Punktion entfernen.

Verursachen Gallensteine im gemeinsamen Ausführgang von Gallenblase und Pankreas die Bauchspeicheldrüsenentzündung, so besteht die Behandlung in der endoskopischen Entfernung der Steine. Überdurchschnittlich große Gallensteine müssen vor dem Eingriff durch die sogenannte extrakorporale Stoßwellenlithotripsie mittels gebündelter Ultraschallwellen in kleine Teile „zersprengt“ werden. Sind im Fall einer ausgedehnten, schweren Entzündung bereits große Bereiche des Pankreas abgestorben, so wird dieses Gewebe durch einen chirurgischen Eingriff entfernt. Manchmal bilden sich in Folge der Bauchspeicheldrüsenentzündung Zysten, die sich entzünden und dann im Rahmen eines operativen Eingriffs entleert werden müssen.

 

Bei der chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung lassen sich nur die Symptome lindern

Bei der chronischen Pankreatitis besteht die Behandlung vor allem im vollständigen und lebenslangen Verzicht auf Alkohol. Zudem sollten Betroffene über einen längeren Zeitraum weniger essen und ihren Ernährungsplan konsequent auf ausgewogene, fettarme und ballaststoffreiche Lebensmittel und Speisen ausrichten. Allein diese Maßnahmen werden die Entzündung abschwächen und die Symptome lindern. Ergänzend müssen zu den Mahlzeiten Verdauungsenzyme eingenommen werden. Da auch die Aufnahme fettlöslicher Vitamine (Vitamine E, D, K und A) über den Darm gestört ist, werden diese in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zugeführt. Hat sich infolge einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung ein Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) entwickelt, so müssen Betroffene ihren Insulinmangel durch das regelmäßige Spritzen von Insulin ausgleichen.

Entwickelt sich im Verlauf einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung ein akuter Entzündungsschub, so gleicht die Behandlung der einer akuten Pankreatitis: Gallensteine werden endoskopisch entfernt und vorhandene Zysten über eine Drainage entleert. Mittels einer kleinen „Prothese“ kann der Chirurg darüber hinaus mögliche Engstellen in den Gängen von Galle und Bauchspeicheldrüse überbrücken. Letztes Mittel sind verschiedene chirurgische Eingriffe, die den Druck in der Bauchspeicheldrüse verringern, oder das Organ ganz oder teilweise entfernen.

Vorbeugung
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