Bauchkrämpfe: Was tun?

Ines Fedder Medizinredakteurin

Die Ursachen von Bauchkrämpfen können vielfältig sein – fettiges oder unverträgliches Essen, Stress oder eine Magenentzündung. Aber was tun bei Bauchkrämpfen? Die besten Tipps für eine schnelle Linderung.

Inhalt
  1. Wie entstehen Bauchkrämpfe?
  2. Was tun gegen Bauchkrämpfe? Die besten Tipps
  3. Bauchkrämpfe nach dem Essen: Welche Lebensmittel können schuld sein?
  4. Bauchkrämpfe: Wann zum Arzt?
  5. Behandlung bei starken Bauchkrämpfen
 

Wie entstehen Bauchkrämpfe?

Bauchkrämpfe entstehen im Magen-Darm-Trakt. Dabei ziehen sich bestimmte Muskeln des Verdauungstrakts krampfhaft zusammen und verursachen Schmerzen. Meist sind Bauchkrämpfe harmlos und verschwinden nach kurzer Zeit wieder. So ist oftmals zu viel Stress, eine üppige Mahlzeit oder eine Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Lebensmitteln der Auslöser der Bauchkrämpfe. Aber auch eine falsche Ernährung, wie zu hastiges oder zu fettiges Essen, kann zu Bauchkrämpfen führen. Sie sind aber auch Begleiterscheinungen zum Beispiel von Magen-Darm-Infekten, einer Verstopfung oder funktionellen Verdauungsstörungen, wie beispielsweise des Reizdarmsyndroms. In vielen Fällen ist bei Bauchkrämpfen keine ärztliche Diagnose notwendig. Manchmal kann man schon mit ein paar Hausmitteln kann man die Bauchkrämpfe ganz schnell wieder loswerden.

 

Was tun gegen Bauchkrämpfe? Die besten Tipps

  • Wärme gegen Bauchschmerzen: Wärme ist besonders hilfreich zur Linderung der Bauchkrämpfe – zum Beispiel in Form einer Wärmflasche oder eines Wärmekissens. Der Grund: Wärme entspannt die Muskulatur und so werden die Krämpfe gelindert. Eine schnelle Hilfe für unterwegs bieten auch Wärmepflaster, die man sowohl in der Apotheke als auch in der Drogerie kaufen kann. Je nach Körperpartie haben sie bestimmte Größen und Formen.
  • Viel trinken: Mindestens ein bis zwei Liter Flüssigkeit am Tag trinken – das hilft, Verdauungsprobleme zu lindern.
     
  • Magenschonende Ernährung: Bei Bauchkrämpfen ist eine magenschonende Ernährung zur Beruhigung des Magen-Darm-Trakts angeraten. Betroffene sollten beispielsweise auf fettige Kost verzichten und auf alles, was sie subjektiv nicht gut vertragen.
     
  • Genussmittel streichen: Alkohol und Nikotin können Bauchkrämpfe verstärken.
     
  • Nahrungsmittel weglassen: Lösen Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten oder Nahrungsmittel-Allergien die Bauchkrämpfe aus, sollten sie vom Speiseplan gestrichen werden.
     
  • Sport: Bei Bauchkrämpfen kann Bewegung helfen die Schmerzen zu lindern. Schon 30 Minuten Bewegung am Tag beugen Bauchkrämpfen vor. Denn: Bewegung regt die Darmaktivität an.

Krankheiten & Behandlung Die 5 besten Hausmittel gegen Bauchschmerzen

 

Bauchkrämpfe nach dem Essen: Welche Lebensmittel können schuld sein?

Auch bestimmte Nahrungsmittel können Bauchkrämpfe verursachen – das ist häufig der Fall, wenn die Bauchkrämpfe nach dem Essen auftreten. Diese Nahrungsmittel sind häufig Ursache von Bauchkrämpfen:

Lebensmittelunverträglichkeit
Ernährungsformen Lebensmittelunverträglichkeit: Darf ich das essen?

 

Bauchkrämpfe: Wann zum Arzt?

In einigen Fällen ist es aber dennoch ratsam, einen Arzt aufzusuchen – vor allem, wenn die Bauchschmerzen sehr stark sind, wenn die Beschwerden länger andauern oder immer wieder auftreten. Denn es besteht die Möglichkeit, dass eine ernstzunehmende Erkrankung dahinter steckt. Der Arzt entscheidet in solch einem Fall, ob etwa eine Magenspiegelung (Gastroskopie) oder Darmspiegelung (Koloskopie) angeraten ist, um die Ursache der Beschwerden zu klären. Folgende Erkrankungen können hinter starken Bauchkrämpfen stecken:

 

Behandlung bei starken Bauchkrämpfen

Gehen die Bauchkrämpfe auf eine bestimmte Krankheit zurück, richtet sich die Behandlung nach dieser Erkrankung. Eine medikamentöse Therapie kann hilfreich sein, um die Beschwerden zu lindern. Bei starken Bauchkrämpfen können krampflösende Mittel, sogenannte Spasmolytika, Linderung verschaffen. Spasmolytika wirken gezielt gegen Krämpfe der Muskulatur des Magen-Darm-Trakts. Ist eine chronische Verstopfung die Ursache der Bauchkrämpfe, verschreibt der Arzt eventuell abführende Mittel (sogenannte Laxanzien). Infektionen des Magen-Darm-Trakts, die auf Bakterien zurückzuführen sind, werden in der Regel mit Antibiotika behandelt. Lösen beispielsweise Gallensteine oder Tumoren die Bauchkrämpfe aus, ist zur Behandlung oft eine Operation nötig.

Bauchkrämpfe und funktionelle Verdauungsstörungen natürlich lindern

Bauchkrämpfe, die nicht auf eine bestimmte Krankheit zurückzuführen sind, und funktionelle Verdauungsstörungen können auch natürlich gelindert werden. Hierbei haben sich die Inhaltsstoffe von Pfefferminze und Kümmel als besonders effektiv erwiesen. Die beiden Heilpflanzen bzw. deren Öle enthalten Stoffe, die funktionelle Magen-Darm-Probleme schnell und verträglich lindern. So hat Pfefferminzöl die Eigenschaft krampflösend und schmerzlindernd zu wirken, während Kümmelöl die Gasbildung hemmt. Die Besonderheit dieser beiden Pflanzen liegt in ihrer Kombination. Ihr Vorteil: Sie wirken wie chemisch-synthetische Medikamente, belasten dabei jedoch nicht den Organismus. Bauchkrämpfe sowie ein unangenehmes Druckgefühl im Bauch oder Blähungen können so vermieden werden.

Quellen: 

Turnbull, J. L., Adams, H. N., & Gorard, D. A. (2015): The diagnosis and management of food allergy and food intolerances, in: Alimentary pharmacology & therapeutics

Viniol, A., Keunecke, C., Biroga, T., Stadje, R., Dornieden, K., Bösner, S., Becker, A. (2014): Studies of the symptom abdominal pain — a systematic review and meta-analysis, in: Family practice

Wallander, M. A., Johansson, S., Ruigómez, A., & Garcia Rodriguez, L. A. (2007): Unspecified abdominal pain in primary care: the role of gastrointestinal morbidity, in: International journal of clinical practice

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