Bauchkrämpfe durch Stress

Bauchkrämpfe durch Stress
Bauchkrämpfe durch Stress: Ängste, Belastung und Streit können dazu führen, dass die Magenmuskulatur gestört arbeitet © Fotolia

Viele Empfindungen spüren wir zuerst im Bauch. Denn er denkt und fühlt wie ein zweites Gehirn, kann uns sogar gesund oder krank machen. Bauchkrämpfe durch Stress sind ein weltverbreitetes Problem. Erfahren Sie hier, was Sie dann tun können.

 

Bauchkrämpfe durch Stress und Angst

Forscher haben entdeckt: Der Sitz der Gefühle liegt im Zentrum des Körpers. Jeder kennt Wut, die auf den Magen schlägt, Liebe, die Schmetterlinge im Bauch auslöst, Angst, bei der sich der Bauch zusammenkrampft. „Der Grund dafür ist das Gehirn in unserem Bauch,“ sagt der Wissenschaftler Michael Gershon von der Columbia University in New York. Dieses „zweite Gehirn“, so haben Forscher herausgefunden, ist umhüllt von mehr als 100 Millionen Nervenzellen – mehr als im gesamten Rückenmark. Es ist gewissermaßen ein Verwandter des Kopfhirns – Zelltypen und Botenstoffe sind exakt gleich.

Aber denkt und fühlt dieses Gehirn, erinnert es sich? Neueste Forschungen zeigen, dass psychische Prozesse und das Verdauungssystem eng verbunden sind. Ähnlich wie das Gehirn besitzt es Macht über unseren Körper: Es kontrolliert Reaktionen, gibt den Nachbarorganen Anweisungen, organisiert die Infektabwehr und die Muskelbewegung. Und es muss schnell entscheiden und gespeichertes Wissen abrufen. In die Darmwand eingebettet liegen zwei Schichten von Nervenzellen und strängen. Von hier aus kontrolliert die Schaltzentrale der Verdauungsmaschinerie Gleichgewichte von anregenden Hormonen und schützenden Substanzen und organisiert außerdem den Kampf gegen Eindringlinge.

 

Bauchkrämpfe durch Stress: Wenn der Bauch die Nerven verliert

Das erklärt, wieso Bauchkrämpfe durch Stress keine Seltenheit sind: Wenn die Zentrale im Kopf etwa Anspannung und Furcht wahrnimmt, informiert sie das Bauchhirn über Abwehrzellen im Darm. Diese schütten sofort Entzündungsstoffe wie Histamin aus, die Nervenzellen im Verdauungstrakt sensibilisieren und aktivieren. Dann ziehen sich Muskelzellen zusammen. Die Folge: Bauchkrämpfe. Was hilft bei Bauchkrämpfen durch Stress? Forscher raten bei Bauchkrämpfen zu klinisch getesteten Arzneien. In einer Studie mit 1637 Patienten wurde die Wirkung des Stoffes Butylscopolamin (z. B. Buscopan, Apotheke) bewiesen. Diese Substanz basiert auf der Duboisia-Pflanze und stoppt die Überaktivität der Magen- und Darmmuskulatur, denn Butylscopolamin dockt an Steuerungsstellen der Muskelzellen an. Effekt: Die natürlichen Bewegungsabläufe werden wiederhergestellt, das Bauchhirn entspannt sich, die Bauchkrämpfe gehen zurück.

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