Bauchfellentzündung vorbeugen – so bleibt Ihr Darm gesund

Durch eine gesunde Ernährung Bauchfellentzündungen vermeiden
Besonders ab dem 50. Lebensjahr wichtig: Durch eine gesunde Ernährung Bauchfellentzündungen vermeiden © Fotolia

Falsche Ernährung und ein ungesunder Lebensstil machen unserem wichtigsten Verdauungsorgan mit zunehmendem Alter das Leben schwer. Dabei ist es so einfach, den Darm gesund zu erhalten.

Ab etwa dem 50. Lebensjahr beginnt der Darm, seine Gestalt zu verändern. Schwaches Gewebe führt zu bläschenförmigen Ausbuchtungen der Dickdarmwand, der sogenannten Divertikulose. Außerdem können Neubildungen der Darmschleimhaut, sogenannte Polypen, entstehen. Was das für die Gesundheit bedeutet, erklärt der Gastroenterologe Dr. Klaus Jessen.

 

Ist eine Divertikulose gefährlich?

Jeder zweite Mensch entwickelt im Lauf des Lebens anlagebedingt Divertikel. Diese sind an sich harmlos. Setzt sich jedoch Kot darin ab und kommt es zu kleinsten Darmwand-Verletzungen, können Darmkeime austreten und eine akute Entzündung, die Divertikulitis, verursachen. Ist das Immunsystem geschwächt oder reißt der Darm ein, überschwemmen zahllose Keime die sonst sterile Bauchhöhle. Es entwickelt sich in der Folge eine Bauchfellentzündung, die sogenannte Peritonitis, die sofort operiert werden muss. Die Peritonitis ist aber zum Glück eine sehr seltene Komplikation der Divertikulitis.

 

Wie äußert sich eine Divertikulitis?

Typisch sind heftige Schmerzen und ein Druckgefühl im linken Unterbauch. Außerdem kommt es zu Stuhlunregelmäßigkeiten, Völlegefühl und auch Fieber. Behandelt wird die Divertikulitis antibiotisch.

 

Was unterscheidet Polypen von Divertikeln?

Polypen sind Gewebe-Neubildungen, die aus der Darmschleimhaut entstehen. Sie können im Gegensatz zu Divertikeln wachsen, und bösartig werden. Daher sollten sie entfernt werden.

 

Woran merke ich, dass ich Polypen habe?

Polypen verursachen keine Beschwerden. Auch Darmkrebs verläuft lange ohne Symptome. Deswegen ist es wichtig, zur Darmkrebs-Vorsorge zu gehen. Im Rahmen der etwa 20-minütigen Darmspiegelung können die Polypen nicht nur entdeckt, sondern auch direkt entfernt werden. Die Kassen übernehmen für alle ab 55 Jahren die Kosten.

 

Wieso ist diese Darmspiegelung so wichtig?

Jedes Jahr erkranken ca. 70 000 Deutsche neu an Darmkrebs. Etwa 50 Prozent sterben an ihrem Tumor. Trotzdem nehmen nur acht Prozent der Berechtigten die Früherkennungsuntersuchung in Anspruch. Dabei findet man bei 18 Prozent der Patienten die genannten Dickdarm-Polypen. Und einer von 100 Untersuchten hat bereits einen Dickdarmkrebs.

 

Wie kann ich vorbeugen?

Mit einer obst- und gemüsereichen Kost – sie wird sowohl zur Vorbeugung von Darmkrebs als auch von und bei Divertikulose empfohlen. Darmkrebs könnte durch einen gesunden Lebensstils sogar vermieden werden: ballaststoffreiche Ernährung, Sport, Nikotinverzicht und Abbau von Übergewicht.

 

Aufbau des Darms

Durch winzige fingerförmige Ausstülpungen (Zotten) der Schleimhaut erreicht der 5 m lange Dünndarm die riesige Oberfläche von 200 Quadratmetern. So verbessert sich die Nährstoffaufnahme, die hier stattfindet.

Im 1,5 m langen Dickdarm wird dem Stuhl Wasser entzogen und dieser Stuhl geformt.

Im 20 cm langen Mastdarm wird der Stuhl gesammelt.

 

Bei diesen Symptomen sollten Sie zum Arzt gehen

Bei allen Beschwerden, die länger als 6 Wochen andauern wie Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, ungewolltem Gewichtsverlust, Schluckbeschwerden und bei mehr als 3 Darmentleerungen pro Tag. Sofort zum Arzt sollten Sie bei Blutspuren im Stuhl sowie plötzlicher Verstopfung.

 

Sonstige Ursachen für Darmbeschwerden

Laktose- oder Fructoseintoleranz: Durch Fehlen des Enzyms Lactase kann Milchzucker, durch Fehlen des Enzyms Fructase kann Fruchtzucker nicht gespalten werden. Gärung führt zu Schmerzen, Durchfall und Blähungen.

Zöliakie/Sprue: Die Unverträglichkeit gegen den Weizenkleber Gluten in Weizen, Gerste, Roggen, Hafer und Dinkel ist vermutlich genetisch bedingt. Der Dünndarm entzündet sich, sodass er Nährstoffe nicht vollständig aufnimmt. Folge: Wachstumsstörungen bei Kindern, Untergewicht, Schmerzen, Durchfälle und Blutarmut. Therapie: lebenslange glutenfreie Diät.

Collitis ulcerosa: Entzündung des Dickdarmes bisher ungeklärter Ursache führt zu blutigen Durchfällen.

Morbus Crohn: Typisch sind Bauchschmerzen, Durchfall, Fistelbildung im Enddarmbereich. Die chronisch-entzündlichen Veränderungen können den gesamten Verdauungstrakt vom Mund bis zum After befallen.

Themen
Das könnte Sie auch interessieren
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.