Bauchdeckenstraffung: Methoden, Kosten und Risiken der Schönheits-OP

Mona Eichler Health-Redakteurin

Eine Bauchdeckenstraffung scheint oftmals die einzige Möglichkeit, Fettschürzen am Bauch und um die Hüfte zu entfernen – beispielsweise nach einer Schwangerschaft oder einem starken Gewichtsverlust nach erfolgreicher Diät. Wer diesen chirurgischen Eingriff plant, sollte sich umfassend über Kosten, Risiken und die verschiedenen Operationsmöglichkeiten informieren. Auch die Wahl des Arztes spielt beim Thema Bauchdeckenstraffung eine große Rolle.

Frau zeigt ihren Bauch mit eingezeichneten Problemzonen
Bei einer Bauchstraffung werden sogenannte Fettschürzen entfernt Foto:  istock/_foto_andreypopov
Inhalt
  1. Für wen kommt die Operation infrage?
  2. Vorher-Nachher: Wie funktioniert eine Bauchdeckenstraffung?
  3. Wie geht es nach dem Eingriff weiter?
  4. Welche Risiken bestehen bei einer Bauchdeckenstraffung?
  5. Was kostet eine Bauchdeckenstraffung?
  6. Bauchdeckenstraffung: Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
  7. Welcher Arzt kann eine Bauchdeckenstraffung durchführen?
 

Für wen kommt die Operation infrage?

Wichtig ist zunächst: Eine Bauchdeckenstraffung, auch Abdominoplastik genannt, macht nicht schlank. Durch den Eingriff wird kein Gewicht verloren, sondern überschüssige Haut am Bauch und um die Hüfte – sogenannte Fettschürzen – entfernt. Diese Fettschürzen entstehen beispielsweise nach einer erfolgreichen Diät oder nach einer Schwangerschaft. Ihnen ist mit Sport und gesunder Ernährung nicht beizukommen, da das Bindegewebe in der Unterhaut durch das Übergewicht oder den Babybauch dauerhaft erschlafft bzw. gerissen ist.

 

Vorher-Nachher: Wie funktioniert eine Bauchdeckenstraffung?

Eine Abdominoplastik kann auf unterschiedliche Weise durchgeführt und sollte immer an die individuellen Bedürfnisse des Patienten angeglichen werden, um einen idealen Vorher-Nachher-Effekt zu erzielen. Im Großen und Ganzen unterscheidet man zwei Operationsmöglichkeiten:

  1. Kleine Bauchdeckenstraffung (partielle Abdominoplastik)

Dieser Eingriff wird im Bereich des Unterbauchs vorgenommen. Hierbei strafft der Chirurg die Haut zwischen Bauchnabel und Schamgrenze, indem er einen Schnitt zwischen den Beckenknochen oberhalb der Schamgrenze setzt und das Hautgewebe von der Bauchwand löst. Danach wird die Fettschürze entfernt und die verbleibende Haut gestrafft und vernäht. Der Nabel muss bei diesem Eingriff nicht versetzt werden. Die Bauchmuskeln bleiben ebenfalls unberührt.

  1. Große Bauchdeckenstraffung (totale Abdominoplastik)

Auch hier setzt der Chirurg den Schnitt zwischen den Beckenknochen oberhalb der Schamgrenze. Dieser ist jedoch länger als bei der partiellen Abdominoplastik. Der Bauchnabel wird kreisrund ausgeschnitten und nach der erfolgreichen großen Bauchdeckenstraffung wieder eingesetzt. Die Haut wird von der Bauchwand bis zum Rippenbogen abgehoben und die Bauchmuskulatur freigelegt. Die geraden Bauchmuskeln, die durch Übergewicht oder eine Schwangerschaft erschlafft sein können, werden bei Bedarf gestrafft und fixiert. Abschließend wird überschüssige Haut entfernt und die verbleibende Haut gestrafft und vernäht.   Als Richtwert geht man davon aus, dass eine Straffung der Bauchdecke zwischen anderthalb bis vier Stunden dauert. Grundsätzlich bleiben nach der Operation Narben zurück, die mit der Zeit zwar verblassen aber nie ganz verschwinden. 

Ältere Frau schaut lächelnd in die Kamera
Beauty Die Nasolabialfalte – von der Entstehung bis zur Behandlung

 

Wie geht es nach dem Eingriff weiter?

Der Heilprozess nach einer Abdominoplastik ist selbstverständlich hochindividuell, jedoch geht man in der Regel von folgenden Richtwerten aus:

  • Krankenhausaufenthalt 4-7 Tage
  • Drainagen-Entfernung nach 2-4 Tagen
  • Duschen erlaubt nach 7 Tagen
  • Fäden ziehen nach 14 Tagen
  • Wundverband bleibt 6-8 Wochen
  • Endergebnis sichtbar nach 3-6 Monaten
 

Welche Risiken bestehen bei einer Bauchdeckenstraffung?

Bei einer Abdominoplastik handelt es sich um eine Operation, die unter Vollnarkose durchgeführt wird. Egal, ob man es nun als "Schönheitsoperation", "chirurgischen Eingriff" oder einfach nur als "Vorher-Nachher" bezeichnet, bestehen bei einer Bauchdeckenstraffung immer auch Risiken. Die Wundfläche ist groß nach einer Bauchdeckenstraffung, weswegen sich typischerweise nach der Operation viel Wundwasser bildet. Damit sich die entstandenen Hohlräume nicht mit Gewebeflüssigkeit, Blut oder gelöstem Fett füllen, muss einer Wundinfektion gezielt entgegengewirkt werden. Dies geschieht mithilfe von Verbänden, Drainagen und Kompressionswäsche, die nach dem Eingriff bis zu sechs Wochen lang Tag und Nacht getragen werden muss. Die entstandenen Schwellungen und Blutergüsse sollten sich in den ersten Tagen nach der OP von selbst zurückbilden, müssen allerdings genau beobachtet werden.

Um einer Thrombose vorzubeugen, müssen sich Patienten/Patientinnen nach einer Bauchdeckenstraffung regelmäßig bewegen. Intensiver Sport ist allerdings für circa sechs bis acht Wochen tabu. 

Bewegung im Wasser ist eine Wohltat für die Venen und eine gute Thrombose-Vorbeugung.
Krankheiten & Behandlung Blutgerinnungsstörung: Thrombose wirksam vorbeugen

 

Was kostet eine Bauchdeckenstraffung?

Selbstverständlich bemisst sich der Preis für eine Bauchdeckstraffung nach dem Umfang des Eingriffs. Als Richtwert lässt sich sagen, dass eine Abdominoplastik zwischen 1.500 Euro und 10.000 Euro kostet. Hinzugerechnet werden müssen die Kosten für den Krankenhausaufenthalt, der in der Regel zwischen vier bis sieben Tage dauert.

 

Bauchdeckenstraffung: Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Jein. Klassische Schönheitsoperationen werden in der Regel nicht von der Kasse übernommen. 2018 hat das Sozialgericht Osnabrück jedoch entschieden, dass Fettschürzen einen sogenannten Krankheitswert besitzen, da sie ihre Träger extrem psychisch belasten. Somit sind Krankenkassen in speziellen Fällen zu einer Kostenübernahme verpflichtet. Da das aber nicht grundsätzlich gilt, sollten Patienten vor der Operation mit ihrer jeweiligen Krankenkasse sprechen und erfragen, welche Kosten abgedeckt sind und welche nicht.

 

Welcher Arzt kann eine Bauchdeckenstraffung durchführen?

Die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) rät dazu, für eine Bauchdeckenstraffung einen "Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie" aufzusuchen. Um diesen Titel zu erhalten, müssen Mediziner eine sechsjährige, spezialisierte Ausbildung auf dem Gebiet der plastischen und ästhetischen Chirurgie absolvieren, an deren Ende eine Facharztprüfung steht.

Berufsbezeichnungen wie "Schönheitschirurg", "Kosmetischer Chirurg" oder "Ästhetischer Chirurg" verraten indes nicht, ob der betreffende Arzt gezielt in plastischer und ästhetischer Chirurgie ausgebildet ist.

 

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2021 praxisvita.de. All rights reserved.