Batterie verschluckt – erste Hilfe mit Honig

Verena Elson

Wenn Kinder Knopfbatterien verschlucken, drohen gefährliche Komplikationen. Mit Honig lassen sich schwere gesundheitliche Schäden verhindern, zeigen US-Forscher in einer aktuellen Studie.

Ein Löffel Honig
Zwei Teelöffel Honig alle zehn Minuten – dieser Trick beugt Verletzungen der Speiseröhre vor Foto:  arto_canon/iStock

Klein, rund und verführerisch glänzend: Knopfbatterien laden geradezu dazu ein, in den Mund gesteckt zu werden – besonders für Kleinkinder, die es gewohnt sind, ihre Umgebung mit dem Mund zu erkunden.

Die gute Nachricht: Meist passiert nichts Schlimmes, wenn eine Batterie verschluckt wurde – in der Regel nimmt sie den gewohnten Weg nach draußen, ohne großen Schaden anzurichten. Brenzlig wird es allerdings, wenn die Batterie in der Speiseröhre stecken bleibt: Durch den Kontakt mit den feuchten Schleimhäuten kommt es zum Stromfluss. Zwischen Batterie und Schleimhaut entstehen dabei sogenannte Hydroxidionen, die den pH-Wert in der Speiseröhre stark ansteigen lassen und zu schwerwiegenden Verätzungen führen können.

Steckt die Batterie in der Speiseröhre des Kindes, kann sich das durch Halsschmerzen, Husten, Fieber, Schluckbeschwerden oder geräuschvolles Atmen bemerkbar machen. Da diese Symptome häufig jedoch erst verzögert einsetzen, sollten Eltern mit dem Kind bei Verdacht auf Verschlucken einer Knopfbatterie in jedem Fall eine Klinik aufsuchen.

 

Honig schützt die Speiseröhre

Steckt die Batterie in der Speiseröhre, muss sie so schnell wie möglich entfernt werden – denn je mehr Zeit verstreicht, desto höher ist die Gefahr einer schweren Verletzung der Speiseröhre. Mediziner am Kinderkrankenhaus in Philadelphia testeten in einer Studie Wege, dieses Risiko zu minimieren – mit Mitteln, die dem Kind etwa bis zum Eintreffen des Notarztes verabreicht werden können. 

Das Team aus Philadelphia suchte speziell nach möglichst wohlschmeckenden, zähflüssigen Substanzen, die eine schützende Barriere um die Batterie errichten und das durch die Batterie entstandene alkalische Milieu in der Speiseröhre neutralisieren. 

 

Zwei Teelöffel Honig alle zehn Minuten

An Schweine-Speiseröhren testeten die Forscher verschiedene Hausmittel wie Saft, Limonade und Sportgetränke. All diese Flüssigkeiten trugen nur geringfügig oder gar nicht dazu bei, den pH-Wert in der Speiseröhre zu senken und Verletzungen zu vermeiden. Honig brachte dagegen deutlich bessere Ergebnisse – auch in Versuchen mit lebenden Schweinen, denen die Forscher unter Betäubung für eine Stunde eine Knopfbatterie in die Speiseröhre setzten. Die Speiseröhren der Tiere erlitten zwar dennoch Verätzungen, diese fielen jedoch deutlich begrenzter und oberflächlicher aus.

 „Unsere Empfehlung für Eltern und Betreuungspersonen wäre, Honig in regelmäßigen Abständen zu geben (zwei Teelöffel alle zehn Minuten), bis das Kind eine Klinik erreicht“, so Studienautor Ian N. Jacobs. 

Allerdings warnen sie davor, Kindern unter einem Jahr Honig zu verabreichen – denn dieser kann Bakterien enthalten, die für Säuglinge lebensgefährlich werden können.

Quelle:
Anfang et al. 2018: pH-neutralizing esophageal irrigations as a novel mitigation strategy for button battery injury, in: The Laryngoscope.

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