Baobab: Lebensbaum mit heilsamen Kräften

Redaktion PraxisVITA

Er wird bis zu 2000 Jahre alt, erträgt extreme Hitze, überlebt lange Trockenperioden. "Mutter des Waldes” nennen ihn die Madegassen. Ganz nebenbei heilt er viele Krankheiten. Der Baobab ist ein echter Alleskönner.

Baobab
Die Blätter des afrikanischen Baobab, auch Affenbrotbaum genannt, sind reich an natürlichen Säuren, die der Haut helfen sollen, ihren eigenen Fett- und Feuchtigkeitsfilm wiederherzustellen© Fotolia
 

Baobab: Anwendung und Heilwirkung

Der Baobab ist ein echter Medizinschrank. Seit Jahrhunderten nutzen die Ureinwohner die heilende Wirkung seiner Blätter, Samen und Borke. Die Blätter des Baobab verschreiben sie bei Magen-Koliken (wirken beruhigend). Die Samen des Baobab helfen gegen Zahnschmerzen, steigern die Abwehr. Das Harz wirkt fiebersenkend. Die zerquetschten Blätter werden zur besseren Heilung auf Wunden gelegt. Aus dem pulverartigen Fruchtfleisch des Baobab lässt sich ein erfrischendes Getränk herstellen, das voller Vitamin C steckt. Medizinmänner lindern mit dem Fruchtfleisch Kinderkrankheiten wie Masern oder Pocken. Außerdem soll es gegen Durchfall helfen. Kein Wunder also, dass der Baobab oft "kleine Apotheke" genannt wird.

Die Anti-Age-Kosmetik nutzt vor allem das Fruchtfleisch. Es enthält einen ganzen Cocktail aus Antioxidantien wie die Vitamine C und B plus viel Kalzium – allesamt Fänger von freien Radikalen, die Zellen schädigen. In Europa findet man den Baobab vor allem in Cremetuben: Kosmetikfirmen nutzen das aus seinen Samen gepresste Öl, das feuchtigkeitsspendend wirkt. Das Öl des Baobab macht die Haut babyzart.

Definition Baobab

Bezeichnung: Adansonia digitata Familie: Malvengewächse (Malvaceae) Gattung: Affenbrotbäume (Adansonia) Art: Afrikanischer Affenbrotbaum

Im Baobab enthaltene Wirkstoffe

Vor allem der hohe Vitamin-C-Gehalt im Baobab fällt auf. Das Fruchtfleisch ist reich an Antioxidantien. Auch ein hoher Calcium-, Eisen- und Ballaststoffanteil wurde nachgewiesen. Dieser besteht zum größten Teil aus löslichem Pektin.

Verbreitung

Affenbrotbäume wachsen an Orten, an denen es vor allem eins ist: richtig heiß. Ob auf dem afrikanischen Festland, in Madagaskar oder im australischen Outback. Mehrere tausend Jahre haben einige der Riesen auf dem Buckel. Und schon immer waren sie Bestandteil des alltäglichen Lebens. Viele Dörfer hat man im Schatten der Bäume erbaut, in der Kolonialzeit wurden die hohlen Stämme als Postbüro oder Kapelle genutzt. In Namibia, wo es nur wenige Baobab gibt, nutzte man die Bäume als Orientierungspunkte. Einige sind sogar auf Land- und Flugkarten eingetragen.

Baobab Samen
Das aus den Kernen des Affenbrotbaumes gewonnene Öl wird in Afrika traditionell zur Körperpflege verwendet. Die im Öl enthaltenen Säuren sind in der Lage, den hauteigenen Feuchtigkeitsfilm wieder aufzubauen © Fotolia
 

Botanik

Der Baobab zeichnet sich durch seinen relativ kurzen, aber extrem dicken Stamm aus (bis zu 15 Meter Durchmesser). Die Wurzeln graben sich in 200 Meter Umkreis durch den Boden. Das harte Holz einer Eiche kann der Baobab nur stillschweigend bestaunen. Sein eigenes ist weich, die Borke faserig. Doch auch daraus lässt sich einiges zaubern. So stellten die Massai Fäden zum Vernähen von Wunden her, aus den Fasern werden Körbe, Papier und Kleidung gefertigt.

Andere Namen für Baobab

Afrikanischer Affenbrotbaum, Apothekerbaum, Lebensbaum, Wunderbaum, Magischer Baum

Wissenswertes über den Baobab

Der Baobab ist Zufluchtsort, Schattenspender und Apotheke zugleich. Und der Baum nutzt seinen Stamm clever: als praktischen Wasserspeicher. Bei den wenigen Regenduschen, die er in seiner Heimat bekommt, saugt er sich voll wie ein Schwamm und bunkert das Wasser für Dürreperioden. Diesen sprudelnden Vorrat für schlechte Zeiten kann er gut gebrauchen, denn Wasser ist Mangelware. Wird es warm und trocken, schüttelt der Überlebenskünstler alle Blätter ab, um Wasser zu sparen und greift auf die Vorräte in seinem Stamm zurück. Mehrere tausend Liter kann der Baobab speichern. Auch Elefanten schätzen diese praktische Tankstelle. Wenn sie keine Flüssigkeit mehr finden, fällen die Dickhäuter kurzerhand einen Affenbrotbaum, zerkauen das durchtränkte Holz und stillen so ihren Durst.

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.