Baldrian bei PMS?

Carolin Banser Medizinredakteurin
Baldrian
Baldrian lindert PMS-Beschwerden. Die Wirkung des Pflanzenextrakts wurde jetzt wissenschaftlich belegt © Fotolia

Jede vierte Frau leidet vor ihren Tagen unter dem prämenstruellen Syndrom (PMS). Lesen Sie hier, wie Sie den Beschwerden mit Baldrian sanft entgegenwirken können.

Jeden Monat dasselbe: Migräne, Brustspannen, Gewichtszunahme und Stimmungsschwankungen. Drei Viertel der Frauen leiden in der Zeit bis zur nächsten Regelblutung unter zahlreichen Symptomen des prämenstruellen Syndroms – kurz PMS. 150 verschiedene Anzeichen beschreiben Frauen, wenn sie über PMS sprechen. Tatsächlich hängen fast alle diese Beschwerden mit den Hormonen zusammen: Der fallende Pegel des Östrogens verursacht Kopfschmerzen, das Missverhältnis zwischen Östrogen und Progesteron ist für die Spannungsgefühle in der Brust verantwortlich. Der gesunkene Serotoninspiegel sorgt schließlich dafür, dass Frauen müde sind, Heißhunger haben, nicht schlafen können und schlechte Laune bekommen.

Um sich vor den Beschwerden zu schützen, hilft Frauen meist die Anti-Baby-Pille. Auch ein veränderter Lebensstil während der Tage vor der Menstruation kann die PMS-Symptome deutlich lindern. Forscher haben jetzt herausgefunden, wie sich das prämenstruelle Syndrom auf natürliche Weise in den Griff bekommen lässt: mit Baldrian.

Baldrianextrakt lindert leichte PMS-Beschwerden

Baldrian beeinflusste die PMS-Symptomatik bei jungen Frauen positiv und im Studienverlauf deutlich. Das ist das Ergebnis in einer an der Azad Universität, Iran, durchgeführten Studie, in die 100 Studentinnen mit leichten bis moderaten PMS-Beschwerden eingeschlossen wurden. Diese waren zwischen 20-25 Jahre alt und litten in rund 70 Prozent der Fälle seit ein bis fünf Jahren unter PMS-Beschwerden. Die Studienteilnehmer erhielten über einen Zeitraum von drei Menstruationszyklen jeweils während der letzten sieben Zyklustage zwei Mal täglich 530 Milligramm Baldrianextrakt (Kapseln) bzw. ein Placebo. In der Baldrian-Gruppe zeigte sich im Therapieverlauf eine deutliche Verbesserung der über Fragebögen erfassten typischen körperlichen und psychischen Beschwerden, während unter dem Placebo keine Veränderungen feststellbar waren.
 Angesichts der hohen Anzahl von PMS-Neuerkrankungen könnte ein Therapieansatz mit Baldrian eine interessante Alternative darstellen, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Heilkraft aus der Natur – auch diese Pflanzen lindern PMS-Beschwerden

Mönchspfeffer

Die Inhaltsstoffe der Pflanze regulieren den Zyklus und lindern Bauch- sowie Kopfschmerzen. Die kurzfristige Einnahme hat aber keinen Effekt, daher täglich eine Tablette (Apotheke) für mindestens drei Monate einnehmen.

Frauenmantel

Das Kraut enthält Gerbstoffe und Spuren von Salicylsäure. Es wirkt krampflösend und lindert Kopfschmerzen. Zubereitung als Tee: Einen Esslöffel getrocknete Blätter (Apotheke) mit 250 Milliliter kochendem Wasser übergießen, zehn Minuten ziehen lassen.

Melisse

Gegen Reizbarkeit ist die Heilpflanze eine gute Wahl. Einen Teelöffel getrocknete Blätter (Apotheke) mit kochendem Wasser übergießen und fünf Minuten ziehen lassen.

Hamburg, 05. November 2016

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