Bald wieder einkaufen ohne Maske? Edeka testet UV-C-Lampen gegen Corona

Gaby Scheib

In einer Hamburger Filiale der Supermarktkette Edeka läuft derzeit ein Experiment – ist es erfolgreich, können wir vielleicht bald wieder einkaufen, ohne Maske zu tragen. Der Markt testet UV-C-Lampen, mit denen die Raumluft desinfiziert werden soll. Wie geht das? Und ist das gesund?

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Inhalt
  1. Einkaufen ohne Maske – so soll es Wirklichkeit werden
  2. Wie funktionieren UV-C-Lampen?
  3. So gefährlich sind UV-C-Strahlen
  4. Das Bundesamt für Strahlenschutz rät zur Vorsicht
  5. Messungen und Kontrollen gewährleisten die Sicherheit

In Zusammenarbeit mit einer Firma für Beleuchtungslösungen geht ein Edeka-Supermarkt in Hamburg Barmbek neue Wege: Hier wird ausprobiert, ob UV-C-Technik die Raumluft erfolgreich desinfiziert – und das Einkaufen ohne Maske vielleicht bald wieder möglich ist. Doch wie genau soll das funktionieren?

 

Einkaufen ohne Maske – so soll es Wirklichkeit werden

Die Idee: Im Verkaufsraum werden in rund dreieinhalb Metern Höhe UV-C-Lampen angebracht. Hier desinfizieren sie kontinuierlich die vorbeiströmende Luft im oberen Bereich und töten eventuelle Coronaviren ab. Durch die Luftzirkulation vermischt sich die dekontaminierte Luft dann mit den unteren Luftschichten im Raum. Und das laut wissenschaftlichen Untersuchungen mit einer Wirksamkeit von bis zu 99,999 Prozent.

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Wie funktionieren UV-C-Lampen?

UV-C-Lampen nutzen die kurzwelligste UV-Strahlung. Sie wird zu diesem Zweck künstlich erzeugt und tötet Mikroorganismen ab. Schon seit längerem werden UV-C-Strahlen daher gegen Viren, Bakterien und Keime eingesetzt – so kann zum Beispiel auf Chemikalien wie Chlor verzichtet werden. Zur Anwendung kommt die Technik bereits unter anderem in Labors, Klimaanlagen und Schwimmbecken, aber auch in Arztpraxen oder Krankenhäusern zur Desinfektion von Instrumenten, Arbeitsflächen und Umgebungsluft.  

 

So gefährlich sind UV-C-Strahlen

Können wir unsere Masken beim Einkaufen also schon bald zu Hause lassen? Unklar, denn die Methode ist nicht unumstritten: Bekanntlich sind UV-Strahlungen gesundheitsschädlich – je kürzer die Wellenlänge, desto größere Auswirkungen.  

Anders als bei UV-A- und UV-B-Strahlung sind wir diesen Strahlen in unserer natürlichen Umgebung nicht ausgesetzt, da sie von der Erdatmosphäre absorbiert werden. Forschungen haben aber gezeigt, dass Menschen, die UV-C-Bestrahlung ausgesetzt sind – in der Fachsprache „Exposition“ genannt – ernste gesundheitliche Schäden davontragen können. Akut zum Beispiel Entzündungen der Augen-Bindehaut oder der Körperhaut, langfristig kann die DNA geschädigt werden und Krebs die Folge sein. Genau diese Erbgutschädigung wirkt auch tödlich auf die Coronaviren.

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Das Bundesamt für Strahlenschutz rät zur Vorsicht

Bei den meisten Geräten, die UV-C-Strahlung nutzen, handelt es sich um geschlossene Systeme. Sie sind aus Sicht der Strahlenschützer unproblematisch, denn Menschen sind keiner Strahlung ausgesetzt. Bei Lampen kann dies nicht ausgeschlossen werden, weshalb die Montage an hohen Decken – möglichst weit entfernt von Personen – empfohlen wird. 

Und dieser Empfehlung folgt Edeka. Studien lassen laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) derzeit jedoch keine belastbare Einschätzung von gesundheitlichen Risiken dieser Technik zu. Das BfS empfiehlt daher einen vorsichtigen Einsatz solcher Geräte.

 

Messungen und Kontrollen gewährleisten die Sicherheit

Laut Edeka sei durch die Kombination von Abschirmung und Optik sichergestellt, dass sich Mitarbeiter und Kunden jederzeit unbedenklich im Markt aufhalten könnten. Es würden ständige Messungen und Kontrollen stattfinden, die zeigten, dass die Strahlenbelastung jederzeit unter den Grenzwerten bliebe.

Die bekannten Hygienemaßnahmen werden trotzdem eingehalten: „Wir tragen natürlich weiterhin einen Mund- und Nasenschutz, um nur ein Beispiel zu nennen. Wir betrachten es als flankierende technische Maßnahme für mehr Sicherheit", erklärt Dirk-Uwe Clausen, Geschäftsführer der Edeka-Filiale. Ob wir schon bald wieder einkaufen können, ohne Maske zu tragen, wird das Experiment in dem Hamburger Supermarkt in den nächsten Wochen zeigen.

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Quellen:​
Zusätzlicher Schutz beim Einkauf: Hamburger Kaufleute testen neue Technik gegen Corona in: verbund.edeka
UV-C-Lampen: Können diese keimabtötenden Geräte auch für den Menschen schädlich sein? in: ec.europa.eu
Desinfektion mit UV-C-Strahlung in: Bundesamt für Strahlenschutz
Boston University validates Signify UV-C for coronavirus deactivation in: ledsmagazine.com

 

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