Bärenklau – Verbrennungsgefahr am Wegesrand

Ein Junge steht vor einem Strauch Riesenbärenklau
Der Riesenbärenklau kann bis zu fünf Meter hoch wachsen © Imago

Der Anblick der großen, weißblühenden Pflanze am Wegesrand ist vertraut – doch viele wissen nicht, dass der Riesenbärenklau schwere Verbrennungen auslösen kann.

„Riesenbärenklau“ – der Name klingt schon ein bisschen bedrohlich. Und tatsächlich hat diese Pflanze es wortwörtlich in sich: In ihrem Pflanzensaft stecken sogenannte Furanocoumarine – Substanzen, die den UV-Schutz der Haut stören. Das wird gefährlich, wenn die Haut im Sonnenlicht in Kontakt mit der Pflanze kommt, oder bis zu drei Tage nach dem Kontakt mit der Pflanze dem Sonnenlicht ausgesetzt ist. Die Folgen können leichte bis schwere Verbrennungen sein, die teilweise Wochen brauchen, um zu verheilen. Die Landwirtschaftskammer Saarland warnt darum: den Hautkontakt mit dem Riesenbärenklau unbedingt vermeiden!

 

So erkennen Sie den Riesenbärenklau

Der Riesenbärenklau kann bis zu fünf Metern groß werden. Er hat bis zu einem Meter große, stark behaarte Blätter und einen im unteren Bereich purpurfarben gefleckten Stängel, der am Boden bis zu 10 cm dick wird. Ab Juni blüht der Riesenbärenklau – seine weiß bis rosafarben Dolden können einen Durchmesser von 80 cm erreichen.

Besonders an Bächen, Flüssen, in Parks und am Wegesrand ist der Riesenbärenklau anzutreffen, seine Samen lassen sich aber auch mit Vorliebe in heimischen Gärten nieder.

 

So werden Sie den Riesenbärenklau wieder los

Die Experten von der Landwirtschaftskammer erklären verschiedene Möglichkeiten, wie Sie Riesenbärenklau aus Ihrem Garten entfernen können.

  • Pflanzen rausziehen: Diese Methode ist sehr effizient, aber aufwändig – darum ist sie laut den Experten vor allem für einzelne Pflanzen und kleine Bestände geeignet. Dafür wird die Wurzel mindestens 10 cm unter der Erdoberfläche durchstochen – sie treibt nur am oberen Teil aus, darum ist der untere Abschnitt der Wurzel unschädlich. Beim Entsorgen der Pflanze darauf achten, dass die Wurzel nach oben zeigt, um ein erneutes Austreiben zu vermeiden.
  • Mähen: Dieses Verfahren ist weit  weniger aufwändig, lässt die Pflanze aber auch nicht ganz verschwinden, ihre Ausbreitung verlangsamt sich nur. Zu Beginn sollte das Mähen häufiger wiederholt werden, sonst wächst der Riesenbärenklau schnell wieder nach.
  • Fräsen oder Pflügen: In 10-15 cm unterhalb der Erdoberfläche den Boden um die Pflanze herum wegfräsen- oder pflügen. Dieser Vorgang sollte einmal wiederholt werden – anschließend dicht wachsende Gräser einsähen, um den Samen des Riesenbärenklaus das Licht für die Keimung zu nehmen.
  • Blüten vernichten: Helfen all diese Maßnahmen nicht, werden die Dolden entfernt, um die Bildung und Verbreitung der Samen zu unterbinden. Doch alle zwei bis drei Wochen muss kontrolliert werden, ob sich neue Dolden gebildet haben, die dann ebenfalls entfernt werden.
 

Schutzmaßnahmen bei der Bekämpfung

Wegen der Verbrennungsgefahr empfehlen die Experten der Landwirtschaftskammer die Arbeiten möglichst bei bedecktem Himmel auszuführen und Schutzkleidung aus synthetischen, wasserabweisenden Materialien sowie Handschuhe, Schutzbrille und Mundschutz zu tragen.

Hamburg, 24. Juni 2015

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