Babysprache: Wie versteht man sein Kind?

Redaktion PraxisVITA

Die Babysprache zu verstehen, müssen Eltern erst lernen. Weinen und Schreien sind neben Gestik und Mimik für Babys die einzige Möglichkeit, die Eltern um Hilfe zu bitten. Umgekehrt können Eltern durch regelmäßige Ansprache dafür sorgen, dass ihr Kind einfach sprechen lernt.

Vater mit Baby
Viele Eltern fragen sich, ob ihr Baby sie versteht Foto:  dusanpetkovic
Inhalt
  1. Wie lernt man die Babysprache verstehen?
  2. Ist es sinnvoll oder schädlich, wenn Eltern Babysprache nutzen?
  3. Was ist Babyzeichensprache?
 

Wie lernt man die Babysprache verstehen?

Den ersten Schrei hören die Eltern schon im Kreißsaal. Was das Baby mit welcher Art des Schreiens aber ausdrücken will, erkennen Erwachsene erst nach und nach. Denn auch sie müssen schrittweise lernen, ihr Baby zu verstehen. Vor allem wenn das Baby schreit, haben Eltern das Bedürfnis, ihr Kind zu beruhigen. Schnell werden sie merken, ob der Nachwuchs schreit, weil er Hunger hat oder die Windel voll ist. Das Schreien klingt anders und Eltern erkennen das. Schrilles Schreien zum Beispiel ist oft ein Anzeichen von Schmerzen. Werden dann noch die Beinchen angezogen, ist das in den meisten Fällen ein Zeichen für starkes Bauchweh.

Ein Baby krabbelt auf einem Bett
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Quengelt das Baby und reibt sich die Augen, können sich Eltern fast sicher sein, dass der Nachwuchs müde wird. Nuckelt das Baby an der eigenen Hand, wird das schnell als Zeichen für Hunger gedeutet. Meist ist es jedoch eher eine Form von Selbstberuhigung. Wollen Eltern herausfinden, ob das Baby doch eine Mahlzeit haben möchte, sollten sie kurz den Finger anbieten. Beginnt der Nachwuchs zu saugen, ist das ein deutliches Zeichen für Hunger. Eine der schönsten Ausdrücke in der Babysprache: das Lächeln. Dieses Zeichen können Eltern kaum falsch deuten – es bedeutet einfach nur, dass sich ihr Baby wohlfühlt.

 

Ist es sinnvoll oder schädlich, wenn Eltern Babysprache nutzen?

Wörter wie „Dutzi“, „Brummi“ oder „Happa“ werden gern als Babysprache bezeichnet. Sicher spricht nichts dagegen, wenn Familien für bestimmte Dinge eigene Worte nutzen. Dies sollte jedoch nicht überhandnehmen. Trotzdem reden Eltern mit ihrem Baby automatisch anders, als mit Erwachsenen: mit höherer Stimme, sehr langsam und überbetont. Das ist allerdings auch sinnvoll. Babys verstehen die Bedeutung der Worte zwar noch nicht, doch die langsame und klare Ansprache hilft laut einer Studie, die Sprachentwicklung zu fördern. Das geht dann auch ohne „Dutzi“ und „Happa“. 

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Was ist Babyzeichensprache?

Eine ganz andere Möglichkeit, mit dem noch nicht sprachfähigen Nachwuchs zu kommunizieren, ist die Babygebärdensprache. In Kursen für Babyzeichensprache lernen Eltern und Baby einfache Handzeichen, die auf der klassischen Gebärdensprache beruhen. 
Die Idee basiert auf dem Wissen, dass Babys im ersten Lebensjahr schon viel verstehen, auch wenn sie noch nicht sprechen können. Mithilfe dieser Babyzeichensprache können die Kleinsten ihre Bedürfnisse ausdrücken und sich mit den Eltern verständigen. Die Eltern verwenden das Zeichen immer in Kombination mit der Sprache. So lernt das Baby die Zeichen mit ihrer Bedeutung kennen und muss sich künftig nicht auf die Babysprache allein verlassen.

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Quellen:
König, Vivian (2019): Was dein Baby dir sagen möchte, Hannover: Humboldt Verlag
König, Vivian (2007): Das große Buch der Babyzeichen: Mit Babys kommunizieren bevor sie sprechen können, Schauenburg: Verlag Karin Kestner
Gericke, Wiebke (2019): babySignal – Mit den Händen sprechen: Spielerisch kommunizieren mit den Kleinsten, München: Kösel Verlag
Gebauer-Sesterhenn, Birgit und Katrin Edelmann, Anne Pulkkinen (2016): Die ersten 3 Jahre meines Kindes: Das umfassende Standardwerk zu Entwicklung, Gesundheit und Erziehung, München: Gräfe und Unzer Verlag
Largo, R. H. (2019): Babyjahre: Entwicklung und Erziehung in den ersten vier Jahren, München: Piper Verlag
Ramirez, N.J. et al. (2020): Parent coaching increases conversational turns and advances infant language development, in: pnas.org

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