Durchfall beim Baby: Was gilt für Brei und Medikamente?

Nicole Lücke Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

Durchfall bei Babys macht viele Eltern unruhig. Ursache sind meist Virusinfektionen. Meist sind Durchfallerkrankungen bei Babys harmlos und klingeln schnell ab. Bei manchen Symptomen sollten Eltern jedoch einen Arzt aufsuchen.

 

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Durchfall kommt bei Babys und Kindern teilweise mehrmals im Jahr vor, häufig begleitet von Erbrechen. Der Magen-Darm-Trakt von Babys ist sehr sensibel und reagiert deshalb leichter auf Irritationen von außen. Wenn das Baby zum ersten Mal Magen-Darm-Erkrankung durchmacht, ist die Verunsicherung und Sorge bei Eltern groß. Das können Eltern tun!

 

Durchfall beim Baby –  was tun?

Durchfall beim Säugling kann schnell zur Austrocknung führen. Denn das Kind verliert über den Durchfall nicht nur Wasser, sondern auch Mineralstoffe. Erbricht es zusätzlich, ist die Gefahr des Austrocknens noch größer. Elektrolytlösungen aus der Apotheke können helfen, den Flüssigkeitsverlust wieder auszugleichen. Am besten bekommt das Kind alle paar Minuten immer wieder einen Teelöffel mit der Lösung verabreicht. Hört das Baby auf zu brechen,, kann nach einer halben Stunde bis Stunde die Menge gesteigert werden.

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Eltern, deren Baby Durchfall hat, sollten ihr Kind ganz genau beobachten und bei diesen Symptomen umgehend einen Arzt aufsuchen:

  • das Baby wirkt schläfrig und atmet vorwiegend durch den Mund
  • die Windel ist auch nach längerer Zeit noch trocken
  • die Haut weiß und schlaffer als sonst

Durchfall, der in großen Mengen immer wieder auftritt, übel riecht und fettig glänzt, kann mit bestimmten, behandlungsbedürftigen Erkrankungen verknüpft sein. In diesem Fall sollten die Ursachen ärztlich abgeklärt werden.

 

Darf ein Baby mit Durchfall Brei essen?

Nach vier bis sechs Stunden sollte bei einem Baby mit Durchfall wieder mit normaler Nahrung begonnen werden. Heilnahrung oder spezielle Nahrung ist nicht nötig. Die Darmflora kommt schneller wieder ins Gleichgewicht, wenn das Baby nach einigen Stunden weitergestillt wird und normale Nahrung erhält. Das Baby sollte dann essen, worauf es Appetit hat. Bei Formulanahrung ist es wichtig, sie mit mehr Wasser als sonst zu verdünnen.

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Zuckerreiche Säfte und stark gesüßte, fettige Speisen können den Durchfall verstärken.

Für Babys mit Durchfall eignet sich Brei. Welcher Brei für das Baby gut ist, hängt vom Geschmack des Kindes ab. Selbstgemachter Grießbrei mit wenig Zucker beispielsweise ist ideal. Auch Kohlenhydrate in Form von Kartoffelbrei, geriebenem Apfel, pürierter Banane, Reis, oder auch Salzstangen sind bei Durchfall gut bekömmlich. Verträgt das Kind diese Lebensmittel gut, kann es langsam auch wieder etwas fettreichere Nahrungsmittel zu sich nehmen.

 

Welche Medikamente für ein Baby mit Durchfall?

Medikamente für Durchfall bei Babys sind nicht zugelassen. Ärzte setzen bei Magen-Darm-Infektionen auf eine ausreichende Trinkmenge und die Zufuhr von Mineralsalzen, um eine Austrocknung zu verhindern. Wichtig ist außerdem, das Kind stets gut zu beobachten. Verschlechtert sich der Allgemeinzustand und klingt der Durchfall beim Baby nicht von alleine ab, ist ärztliche Hilfe unumgänglich.

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Quellen:

Bald, Martin et al. (2012): Kurzlehrbuch Pädiatrie, Stuttgart: Georg Thieme Verlag

Durchfall, in: www.kinderaerzte-im-netz.de

Durchfall bei Babys und Kleinkindern, in: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

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