Avocado und Ingwer: Diese Lebensmittel heilen über 30 Krankheiten

Alexander Scherb

Dass sowohl Avocado als auch Ingwer gesunde Lebensmittel sind, weiß mittlerweile wohl jeder. Dass die beiden Superfoods kombiniert allerdings über 30 Krankheiten vorbeugen und sogar heilen können, ist selbst Experten neu.

Schüssel mit Avocado-Dip und Krackern
Besonders lecker und gesund: Ingwer-Avocado-Dip Foto:  iStock/wmaster890

Wie wäre es, statt Tabletten einfach täglich etwas Avocado und ein Stückchen Ingwer zu essen, wenn damit all Ihre Gesundheitssorgen ganz ohne Nebenwirkungen verschwinden würden? Hunderte von Studien belegen ihre Wirksamkeit – und überraschen und begeistern Wissenschaftler bis heute.
Lebensmittel mit Superkräften: Was beide so besonders, so viel besser als all die anderen „Superfoods“ macht? Es gibt fast nichts, wo sie nicht helfen können: Das Gingerol und Shogaol, die typischen „Scharfmacher“ des Ingwers regen unsere Verdauungssekrete an, haben keimtötende Eigenschaften und wirken entgiftend auf das Blut, die Schleimhäute und den Darm. Die Avocado steht dem in nichts nach: Sie hat eine unheimlich hohe Nährstoffdichte, besteht zu 25 Prozent aus den sogenannten guten Fetten und versorgt uns mit fast 20 Vitaminen und Mineralien. Neugierig geworden? Avocado und Ingwer als „Multifunktionsmedikament“: Warum keine Tablette jemals so gesund, hochwirksam und verträglich sein kann, wie es eine ausgewogene Ernährung ist, erklärt unser Experte Dr. Matthias Riedl.

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Egal, ob Augen, Knochen oder Verdauung – eine Portion der beiden Superfoods beugt nicht nur überall im Körper Leiden vor, sondern heilt sie oft sogar. Ernährungsmediziner Dr. Matthias Riedl erklärt, warum Gesundheit durch den Magen geht. „Mit der richtigen Ernährung lässt sich unheimlich viel erreichen. Allerdings nutzen nur die wenigsten diese Chance. Selbst viele Ärzte nicht. Und das ist fatal“, so der Mediziner. „Im Jahr behandelt mein Team etwa 50.000 Patienten, bei 95 Prozent ist die Ernährungsweise der Krankmacher. Diabetes, Bluthochdruck oder Gefäßverkalkungen kann man sich anfuttern, das ist bekannt. Wir wissen aber auch, dass die Hälfte der Krebserkrankungen verhaltensbedingt sind.“ Jetzt denkt natürlich jeder an Auslöser wie Alkohol oder Rauchen, aber das stimmt nicht. Tatsächlich macht die falsche Ernährung einen Löwenanteil bei der Entstehung von Krankheiten aus. Und dann kann, dann muss Essen natürlich auch als Therapie eingesetzt werden. Allerdings wird dieser Behandlungsansatz bei den ernährungsbedingten Gesundheitsproblemen selten verfolgt.

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Darum ist Avocado so gesund für die Augen

Die Avocado enthält zwei verschiedene Carotinoide (Pflanzenfarbstoffe), die wichtig für die Augengesundheit sind: Lutein und Zeaxanthin wirken als sogenannte Antioxidantien – das heißt, sie schützen unsere Zellen vor schädlichen Einflüssen. Dadurch beugt Avocado der Entstehung von altersbedingten Augenschäden vor. Der tägliche Verzehr schützt zudem das empfindliche Gewebe des Auges vor Schädigungen durch Sonneneinstrahlung – das bedeutet jedoch nicht, dass sie die Sonnenbrille ersetzen kann. Außerdem lindert die Superfrucht das Risiko, einen Grauen Star oder eine altersbedingte Makuladegeneration zu erleiden. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher der Tufts University / USA.

 

Avocado hilft bei Übergewicht

Die Avocado hat einen hohen Anteil an Ballaststoffen – und die helfen uns beim Abnehmen. Einer Studie der University of Massachusetts zufolge führen 30 Gramm Ballaststoffe täglich zu besseren Diäterfolgen – eine Avocado mittlerer Größe enthält etwa 12 bis 14 Gramm. Außerdem macht die Frucht lange satt und schützt so vor Heißhungerattacken.

 

Avocado normalisiert die Blutfettwerte

Forscher der Pennsylvania State University haben festgestellt, dass der tägliche Verzehr einer Avocado den Cholesterinspiegel positiv beeinflusst. Denn die ungesättigten Fettsäuren und der hohe Ballaststoffanteil helfen dabei, das schlechte Cholesterin („LDL“) und Triglyceride extrem stark abzusenken: Die Avocado-Diät senkt den LDL-Wert um 13,5 mg/dl im Blut, während eine fettarme Kost den Blutfettwert nur um 7,4 mg/dl reduziert. Das beugt Gefäßverkalkungen vor, reduziert das Infarktrisiko. 

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Avocado begünstigt den Muskelaufbau

Damit unser Körper Muskeln aufbauen kann, braucht er neben Eiweiß eine ganze Bandbreite an Aminosäuren wie Arginin, Threonin, Leucin, Valin und Isoleucin. Und die sind in der Avocado enthalten. Die Muskulatur wird ohne diese Aminosäuren wieder abgebaut, außerdem werden sie auch für viele andere Vorgänge im Körper gebraucht. Und in Stresszeiten oder bei Verletzungen ist der Bedarf noch höher. Daher in diesen Phasen täglich eine Avocado essen.

 

Avocado bekämpft Krebs

Ihr Talent als Antioxidant hat die Avocado bei einigen Tumoren bewiesen, darunter Mund-, Haut- und Prostatakrebs. Eine Studie der Ohio State University, zeigt, dass ihre Pflanzenstoffe gezielt Zellen von Krebsvorstufen aufspüren, ihr Wachstum hemmen oder sogar zerstören. Zudem stellten Wissenschaftler der University of Waterloo fest, dass ein bestimmtes Fett, das sogenannte Avocatin B, gezielt Krebszellen bei akuter myeloischer Leukämie angreift. Und: Während es mutierte Blutstammzellen zerstört, verschont es die gesunden, sodass weiterhin intakte Blutkörperchen gebildet werden.

 

Avocado stoppt Mundgeruch

Schlechter Atem wird häufig durch Verdauungs- oder Magenprobleme ausgelöst, hängt oft mit einer Keimbesiedlung der Schleimhäute von Mund-, Rachen- oder dem Verdauungstrakt zusammen. Hier helfen die entzündungshemmenden, antibakteriell und antioxidativ wirkenden Flavonoide. Sie bekämpfen Bakterien im Mund, Magen und Darm.

 

Inhaltsstoffe der Avocado beugen Knochenschwund (Osteoporose) vor

Für ein gesundes, starkes Skelett gibt es kaum etwas Besseres als Avocado. Der Grund: Sie enthält in vergleichsweise hoher Konzentration eine Vielzahl sogenannter Knochenvitamine, die nur effektiv wirken, wenn sie zusammen aufgenommen werden. Zum Beispiel: Kalzium ist für die Härte und Festigkeit des Knochens verantwortlich, kann sich jedoch nur im Skelett ausreichend speichern, wenn Magnesium es in den Knochen schleust. B-Vitamine wie Folat (B9) verhindern, dass das Stoffwechselabfallprodukt Homocystein die Kollagenvernetzung der Knochen abbaut und ihn so langfristig zerstört.

 

Avocado verbessert die Nährstoffaufnahme

Dass unser Körper die Carotinoide aus der Avocado überhaupt aufnehmen kann, haben wir ihrem hohen Fettgehalt zu verdanken. Er ist es auch, der die Avocado zur perfekten Beilage macht. Denn er ermöglicht es dem Körper, sogenannte fettlösliche Nährstoffe wie die Vitamine A (z. B. in Fisch und Milch enthalten), K (z. B. in grünem Gemüse enthalten), D (z. B. in Lebertran und Eigelb enthalten) und E (z. B. in Pflanzenöl und Getreide enthalten) aufzunehmen – ohne Fett kann er diese Vitamine nicht verwerten.

Expertentipp: Täglich ½ Avocado in den Speiseplan einbauen. Wichtig: 1 Avocado hat je nach Größe 200 bis 250 Kilokalorien. Restliche Ernährung entsprechend anpassen.

 

Ingwer schützt vor Alzheimer und Demenz

Auch gegen Alzheimer soll Ingwer vorbeugen können. Die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe verhindern durch ihre entzündungshemmende Wirkung die Bildung von Kalkablagerungen (sogenannten Plaques) im Gehirn und halten dessen Verbindung zu den Nervenzellen aufrecht. Entscheidend ist hier die regelmäßige Einnahme von Ingwer-Produkten: Ideal ist täglich ein etwa daumengroßes Stück des frischen Gewächses im Essen oder als Tee.

 

Ingwer reduziert Migräne-Kopfschmerz

Bei einem akuten Migräne-Anfall wirkt ein Ingwerpräparat ebenso gut wie ein verschreibungspflichtiges Schmerzmittel, so eine Studie der Zanjan University of Medical Sciences. Die Einnahme von 250 mg Ingwer-Pulver in Kapselform (Reformhaus) hatte die gleiche Wirkung wie 50 mg Sumatriptan und dazu weniger Nebenwirkungen.

 

Ingwer stärkt das Herz

Das scharfe Gewürz fördert unsere Herzgesundheit, indem es die Schlagkraft des Herzens erhöht: So kann sich der Pumpmuskel in den Pausen besser erholen und das Blut versorgt den Körper besser mit Sauerstoff. Außerdem wirkt Ingwer durch die sogenannten Gingerole als natürlicher Gerinnungshemmer und beugt somit Verengungen in den Gefäßen vor. Tipp: Trinken Sie täglich zwei Tassen Ingwertee, um Ihre Herzgesundheit zu fördern. Dafür etwa 2 cm frischen Ingwer in dünne Scheiben schneiden, mit heißem Wasser übergießen und ca. zehn Minuten ziehen lassen. Danach kurz abkühlen lassen und dann trinken. Sie können den Tee auch noch mit Zitronenscheiben abschmecken, wenn Sie mögen.

 

Ingwer baut Entzündungen ab

Einige Bestandteile der Wurzel hemmen die Enzyme Cyclooxigenase und Lipoxigenase, die an Entzündungsprozessen im Körper beteiligt sind, die wiederum Gelenkschmerzen bei Arthrose und Rheuma auslösen. Ingwerwickel helfen: Gießen Sie zwei TL frisch geriebenen Ingwer mit 250 ml heißem Wasser auf und lassen Sie den Sud zehn Minuten ziehen. Nun ein Tuch darin tränken, auswringen, auf Brust oder Rücken legen und mit einem Schal festbinden.

 

Ingwer lindert Erkältungsbeschwerden

Auch bei Erkrankungen der Atemwege wird Ingwer seit langer Zeit eingesetzt. Durch seine schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung ist er besonders gut für die Behandlung von Husten, Schnupfen und Bronchitis geeignet. Zudem enthält er viele ätherische Öle, die krampflösend wirken und so beim Abhusten von Schleim unterstützen. Täglich zwei Tassen Ingwertee reichen dafür bereits aus.

 

Ingwer verbessert das Haarwachstum

Die enthaltenen Scharfmacher regen die Durchblutung der Kopfhaut an, wodurch die Haare mit mehr Nährstoffen versorgt werden. Die Haare sehen dadurch gesünder aus, aber auch Haarausfall kann auf diese Weise behandelt werden. Tipp: Massieren Sie Ingweröl (Apotheke) in die Kopfhaut ein, lassen Sie es ein paar Minuten einwirken und waschen Sie es dann wieder gründlich aus.

 

Ingwer gegen Herpes

In mikrobiologischen Untersuchungen hat sich herausgestellt, dass ätherisches Ingweröl die Aktivität des Herpes simplex-Virus Typ 1 und Typ 2 mindert und so die Häufigkeit und Schwere von Herpesbläschen reduzieren kann. Und: Es zeigt sich auch wirksam bei Viren, die bereits gegen das Herpes-Mittel Acyclovir eine Resistenz entwickelt hatten. Im Akutfall kann das Öl direkt auf die Bläschen getupft werden, präventiv hilft die regelmäßige Einnahme eines Ingwerpräparats.

 

Ingwer bei Menstruationsbeschwerden

Eine neue Studie der Universität Teheran hat jetzt bewiesen: Die scharfe Knolle lindert auch Beschwerden, die durch das prämenstruelles Syndrom (PMS) ausgelöst werden. Dazu zählen u.a.: Reizbarkeit, Schmerzen, Müdigkeit, Konzentrations- und Schlafprobleme, veränderter Appetit. Die Studienteilnehmerinnen, die jeweils sieben Tage vor bis drei Tage nach der Menstruation täglich 2 x 250 mg Ingwer (Kapseln) einnahmen, stellten eine deutliche Besserung der Beschwerden fest. Wer über mindestens drei Zyklen täglich 3 x 250 mg Ingwer einnimmt, verringert deutlich Dauer und Blutverlust.

 

Avocado-Ingwer-Rezepte

Avocado-Ingwer-Smoothie

Alle Zutaten gründlich waschen. Bio-Zitrone ungeschält vierteln, Sellerie und Gurke in grobe Stücke schneiden. Ingwer schälen und möglichst fein reiben. Ganz zum Schluss die Avocado entkernen und vierteln. Das klein geschnittenen Obst und Gemüse mit Ingwer und Kräutern in den Mixer geben. Dann für etwa 5 Minuten pürieren. Währenddessen nach und nach Wasser oder Saft hinzufügen bis die typische dickflüssige Konsistenz erreicht ist. Zum Schluss mit Öl und Salz abschmecken.

Ingwer-Avocado-Shrimps-Bowl

Quinoa in 250 ml Wasser aufkochen. Mit geschlossenem Deckel bei mittlerer Hitze für ca. 20 Minuten köcheln lassen – bis die Flüssigkeit vollständig aufgesogen wurde. Alternativ: Gemüse oder Hühnerbrühe für einen intensiveren Geschmack nutzen. Shrimps in Olivenöl auf jeder Seite für 1-2 Minuten anbraten. Im geriebenen Ingwer wälzen. 50 -60 g Avocado würfeln, mit Quinoa und Shrimps in eine Schüssel mit Rucola geben.

Avocado-Ingwer-Dip

Avocados halbieren, entkernen und das Fruchtfleisch mit einem Löffel auskratzen. Anschließend mit Zitronensaft, Öl und Sauerrahm vermengen und nach Belieben – fein oder grobstückig – pürieren. Ingwer schälen, fein reiben und sorgfältig in den Dip rühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Eine halbe Avocado, eine virtel Limette, eine Schüssel Guacamole, eine Schale Salz und eine Schale Pfeffer
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Unser Experte: Dr. Matthias Riedl Dr. Matthias Riedl ist Diabetologe, Ernährungsmediziner und Internist. Er arbeitet als Geschäftsführer und ärztlicher Direktor von medicum Hamburg

 

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